T5 und Recht - was ist erlaubt?

Beim Cachen herrscht viel Unsicherheit in Bezug auf die Rechtslage. Meinungen und Gerüchte kursieren, doch was stimmt? Wir haben Fachpublikationen aufbereitet und Juristen befragt. Angaben ohne Gewähr.

Allgemein

Wie verhalte ich mich richtig als T5 Cacher?

 

Naturschutz und T5 Klettern

Darf ich überall im Wald cachen und klettern?

Darf ich zu jeder Tageszeit cachen und klettern?

Warum soll ein T5 Cache in Wegesnähe sein?

Darf mir ein Förster das Klettern im Baum verbieten?

Ist es richtig, dass bald alle Baumcaches im Sommer gesperrt werden, weil Baumpfleger auch nicht im Sommer arbeiten dürfen?

Welche Konflikte können sich ergeben durch Naturschutz bzw. Artenschutzrechte?

Wo brüten Vögel?

Wo störe ich Tiere?

Wie sieht es mit Landschaftsschutzgebieten aus?

Wo erfahre ich welche Schutzgebiete es in meiner Gegend gibt?

Kann ich haftbar gemacht werden für Schäden an Bäumen?

 

Recht: was darf ich, was nicht?

Kann mich ein Privatwaldbesitzer verklagen, wenn ich in seinen Bäumen klettere?

Was mache ich, wenn ich auf Förster, Jäger oder Waldbesitzer treffe?

Was mache ich bei neugierigen Fußgängern?

Darf ich im Wald einen (Kletter-) Cache verstecken?

Muss ich einen Cache entfernen, wenn mich der Förster/Besitzer dazu auffordert?

Darf ich an Brücken, Türmen etc. klettern?

Wie sieht es aus mit Lostplace T5 Cachen?

Was muss ich beachten, wenn ich einen T5 Cache lege?

Was verlangt der Reviewer von mir?

Wie kriege ich raus, wem ein Grundstück gehört?

 

Wer haftet?

Wie ist die Haltung von geoclimbing.de zur T5-Publishpraxis der Reviewer?

Haftet Groundspeak für irgendetwas?

Was ist die Verkehrssicherungspflicht und warum argumentieren Ämter damit?

Haften Gemeinde, Forst, Waldeigentümer oder Straßenbauamt wenn sich ein T5 Cacher verletzt?

Kann ich als Cacheowner haftbar gemacht werden, wenn sich ein T5 Kletterer verletzt?

Wie verhalte ich mich richtig als T5 Cacher?

Eigentlich müsste das selbstverständlich sein, dennoch sagen wir das gerne: T5 Cachen ist vielleicht die naturnächste Art des Cachens. Entsprechend respektvoll sollten wir uns verhalten.

Wer auf verbotenen Waldwegen mit seinem Auto herumkurvt, schädigt uns allen. Wer lärmend durch die Natur pflügt und Abfälle, Kippen und sonstiges achtlos wegwirft, hinterlässt keinen freundlichen Eindruck. Und schon bald gelten wir Geocacher die bösen Naturschädiger.

Wenn ich Natur erleben möchte, muss ich ihre Sprache sprechen: still, ganzheitlich, mit offenen Augen und neugierig.

Darf ich überall im Wald cachen und klettern?

Grundsätzlich ja. Traditionell ist in Deutschland jedem das Betreten von Wald und Flur gestattet. Geregelt im Bundesnaturschutzgesetz und Bundes- bzw. Landeswaldwaldgesetzen. Dabei ist unerheblich, ob es sich um ein staatliches oder privates Wald- oder Flurstück handelt. Selbst private Grundstückseigentümer haben den sogenannten Erholungsverkehr in ihrem Gelände zu dulden. 

Wichtige Voraussetzungen für das freie Betretensrecht sind

 

  • Die Aktivitäten dienen der Erholung. Dies ist beim Geocaching gegeben
  • Die Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege werden nicht verletzt
  • gesperrte Bereiche (z.B. Forstarbeiten, Schonungen) dürfen nicht betreten werden

 

Sofern es sich auch nicht um ein Naturschutzgebiet, Biotop oder Naturdenkmal handelt, darf der Wald uneingeschränkt betreten werden, auch außerhalb der Wege. Auch das Betreten ungenutzter Flächen und privater Wege ist erlaubt. Nur in der freien Landschaft ist das Betretensrecht auf Wege beschränkt, zum Schutz von landwirtschaftlichen Flächen. 

Zum Betreten zählen auch sportliche Aktivitäten wie Spielen, Laufen und Klettern. Das ist nicht allen bekannt, deshalb nochmal deutlich: selbst wenn zur Cachesuche in einen Baum geklettert wird, dient dies der Erholung und ist vom Betretensrecht abgedeckt.  Wenn ein Förster/Jagdpächter also behauptet ‚Klettern verboten‘ stimmt das so erst mal nicht.  Es müsste ein Konflikt mit dem Naturschutz oder Artenschutz vorliegen.

Darf ich zu jeder Tageszeit cachen und klettern?

Jein. Grundsätzlich gilt das freie Betretungsrecht zu jeder Tages- und Nachtzeit. Allerdings sind gerade im Wald viele Tiere in der Dämmerung/Nacht aktiv. Sie dann zu stören ist aus Naturschutzgründen nicht sinnvoll. Auch sitzen Jäger in der Dämmerung an und sind wenig erfreut, wenn Cacher durch den Forst ziehen.

Im Waldgesetz von Schleswig Holstein ist das Betreten des Waldes zwischen Sonnenunter- und aufgang nur noch auf Wegen gültig. In den meisten anderen Waldgesetzen wird darauf hingewiesen, dass von Seiten der Waldbesitzer keine Haftung für Gefahren entsteht, die 1,5 Stunden vor und nach Sonnenauf- und untergang auftreten. 

Wir empfehlen grundsätzlich, das Cachen und Klettern aufs Tageslicht zu beschränken. Du vermeidest unnötigen Stress.

Warum soll ein T5 Cache in Wegesnähe sein?

Einige Reviewer schreiben Cacheownern vor, ihren T5 in die Nähe von Waldwegen zu legen. Das ist grundsätzlich sinnvoll:

  • Tiere dürfen laut Naturschutz nicht gestört werden in ihren Rückzugsgebieten. Die liegen oft weitab von Wegen in dichtem Unterholz. Tiere wissen, dass sie Menschen auf Wegen antreffen. Sie sind dort entsprechend vorsichtig und nutzen diese tagsüber nur zu Wanderbewegungen
  • Der Cacher pflügt weniger durchs Unterholz und richtet weniger Schaden an. Dies ist bei T5 Caches allerdings weniger ein Thema, da diese erheblich seltener besucht werden als "normale" Dosen
  • In Wegesnähe bestehen oft bessere Seil-Einbaumöglichkeiten, allerdings auch mehr potenzielle Zuschauer

Was "in der Nähe" bedeutet, wird sehr unterschiedlich gehandhabt und ist stark von der konkreten Situation abhängig. Bis etwa 40 Meter ist das kein Problem. In einem lichten Buchenwald ohne Sträucher/Niederwuchs sind aber auch 100 Meter drin - eben stark abhängig von der Lage vor Ort.

Darf mir ein Förster das Klettern im Baum verbieten?

Nein. Das Beklettern von Bäumen ist in Deutschland erlaubt. In keinem Landeswaldgesetz steht ein Verbot. Ausnahmen bilden nur geschützte Bäume/Schutz-Zonen.

Selbst ein Förster darf dir das Klettern also nicht verbieten, sofern du dich nicht rechtswidrig verhältst. Wenn die Dose im Baum nicht dir gehört, darf er sogar nicht einmal verlangen, dass du diese entfernst, siehe diese Frage.

Wie immer macht der Ton die Musik. Ein freundliches Miteinander hilft allen. Wenn ein vor Wut schäumender Förster dich am liebsten vom Baum schütteln würde, ist er für Gesetzestexte wenig empfänglich. Es ist deshalb viel wichtiger, dass du einen guten Eindruck hinterlässt - beim nächsten Cacher wird der Förster vielleicht schon freundlicher sein.

Ist es richtig, dass bald alle Baumcaches im Sommer gesperrt werden, weil Baumpfleger auch nicht im Sommer arbeiten dürfen?

Das ist Unsinn. Wird aber in panikmacherartiger Manier gerne verbreitet.

Hintergrund ist eine Novelle des §39 des Bundesnaturschutz-Gesetzes aus dem Jahre 2010. Der Paragraph regelt den allgemeinen Schutz wildlebender Tier- und Pflanzenarten. Darin steht unter anderem, dass Gehölze zwischen März und September nicht "abzuschneiden und auf den Stock zu setzen" sind. Das hat zu Panikattacken bei Baumpflegern geführt, die sich schon im Sommer arbeitslos sahen.

Wer sich das Gesetz allerdings genau ansieht, kann auf breiter Front Entwarnung geben, für Geocacher sowieso:

  • Die Beschneidungseinschränkung gilt nur für Bäume außerhalb des Waldes
  • Selbst außerhalb des Waldes gilt es nur für Bäume an Straßen und Alleen, sowie freistehende Bäume auf dem Feld. Es gilt außerdem für Hecken, Gebüsche und lebende Zäune
  • Zulässig für alle Gehölze sind "schonende Pflegeschnitte zur Gesunderhaltung", also eine ganz normale Pflege. Nur das Abholzen sowie starke Zurückschneiden ist nicht erlaubt
  • Geocacher sind "Freizeittreibende", keine Baumpfleger. Die Passagen des Gesetzes betreffen uns also gar nicht. Das Beklettern von Bäumen ist weiterhin überall erlaubt (sofern keine besondere Schutzzone), da dies vor dem Recht ein "Erholungszweck" ist

Aus diesen Tatsachen abzuleiten, dass Geocacher im Sommer nicht mehr in Bäume klettern dürfen, ist daher völliger Blödsinn.

Trotzdem ist das Gesetz in anderen Passagen interessant, denn es regelt vernünftigerweise auch mutwillige (Zer-)störungen von Tier-und Pflanzenwelt. Geschützte Pflanzenarten dürfen nicht entnommen werden, Tiere in ihren Rückzugszonen im Wald und Flur nicht absichtlich gestört, verletzt oder gejagt werden.

Allerdings gilt auch: "Jeder darf (...) wild lebende Blumen, Gräser, Farne, Moose, Flechten, Früchte, Pilze, Tee- und Heilkräuter sowie Zweige wild lebender Pflanzen aus der Natur an Stellen, die keinem Betretungsverbot unterliegen, in geringen Mengen für den persönlichen Bedarf pfleglich entnehmen und sich aneignen". Nur das "gewerbsmäßige Entnehmen" ist nicht gestattet.

Welche Konflikte können sich ergeben durch Naturschutz bzw. Artenschutzrechte?

Das freie Betretensrecht findet seine Grenzen wo es mit den Zielen des Naturschutzes und der Artenschutzregelungen unverträglich ist. Zu bedenken sind verschiedene Schutzzonen und besondere Tierarten, insbesondere Fledermäuse, Vögel und Wild.

 

  • In einem Naturschutzgebiet oder Nationalpark ist das Verlassen der Wege verboten. Damit ist das Cachen, insbesondere das Baumklettern dort verboten.
  • Ein geschütztes Biotop darf nicht beeinträchtigt werden, Naturdenkmäler dürfen nicht verändert werden. Damit sollten beide fürs T5 Cachen tabu sein
  • Fledermauswinterquartiere wie Höhlen und Bunker dürfen in der Schutzzeit (Deutschland: 1.10.-31.3.) nicht aufgesucht werden
  • Die Cachesuche muss naturverträglich sein. Das Betretensrecht erlischt z.B. wenn Pflanzen niedergetreten werden. Dies betrifft aber eher Powertrailer als T5Kletterer
  • Es ist verboten, Lebensstätten wildlebender Tiere zu beeinträchtigen, europäische Vögel in der Brutzeit zu stören, Wild zu beunruhigen. Hier ist schon zu erkennen, dass die Konfliktfelder zahlreich sind und Interpretationsspielraum lassen. Ein einzelner Cacher empfindet sich in der Regel selbst nicht als Belastung für die Natur, doch je nach Frequenz des Caches trägt er eben doch dazu bei. Nach dem Vorsorgeprinzip ist deshalb das Cachen zu vermeiden in der Nähe von Nistplätzen in Felswänden, an Wildfutterplätzen und in der Nähe von Brutplätzen auf Bäumen. 

Wo brüten Vögel?

Da Nester von Vögeln nicht gestört werden dürfen, stellt sich die Frage: wo brüten die eigentlich? Denn wer als T5 Cacher Bäume beklettert, wird sich diese Frage auch schon gestellt haben. Hey, Vögel, wo sind eure Nester?

Tatsächlich hat das mit der Umgebung zu tun. Vögel brüten dort, wo sie Nahrung finden. Das sind Waldränder, Wiesen und freie Landschaft. Im Wald - dort, wo die meisten T5 Baumcaches sind - finden sie zu wenig. Nester in hohen Waldbaum-Kronen sind zu exponiert. Außerdem sind die Astgabeln zu dick für ein Nest. Nur sehr selten findet man dort Nester von größeren Vogelarten. Die meisten Vogelarten bauen ihre Nester am liebsten im Gebüsch, Hecken, niedrigen Bäumen.

Etwas anderes sind Höhlenbrüter, also Specht und Co. Nur brüten die oft im morschen Bäumen (das Holz ist weicher zum Klopfen), und dort sind wiederum ganz selten Caches versteckt. Vögel brüten außerdem in Feuchtgebieten und an Felswänden mit vielen Vorsprüngen. Letztere werden fast reflexartig unter Naturschutz gestellt, da die dort vorkommenden Vogelarten selten sind. Du darfst dort dann sowieso nicht klettern, also bitte Schilder beachten. Am wenigsten Vogelarten findet man im Nadelwald.

Generell also triffst du als T5 Cacher überraschen wenige Vogelnester an. Nach mehreren tausend Caches ist uns das nur eine Handvoll mal vorgekommen. Dann allerdings gib den "Fund" dem Owner weiter, damit er die Dose sperrt in der Brutperiode (etwa April bis Juli).

Wo störe ich Tiere?

Tiere sollen laut Naturschutz in ihren Rückzugszonen nicht gestört werden. Nur wo sind die?

Generell haben Bodentiere fantastische Möglichkeiten, sich zu verstecken. Du wirst sie extrem selten antreffen. Vielleicht kreuzt mal ein Fuchs, Wildschein oder Reh deinen Weg, das war´s auch schon. Oder beim Öffnen eines Cacheversteck-Vogelhäuschens röchelt dich ein Siebenschläfer an bzw. ein Vogel hat sein Nest auf der Dose gebaut. In diesem Fall darfst du dem Owner den Tipp geben, dass das Loch seines Vogelhäuschens sowieso geschlossen werden sollte.

Tiere verstecken sich in dichtem Gebüsch und Unterholz. Tagsüber ruhen viele Arten. Wenn du also ganz sicher gehen willst, dann vermeide dichtes Gestrüpp. Höhlen sind im Winter tabu.

T5 Caches sind allerdings sowieso woanders, meist im Hochwald mit lichtem Unterholz. Dort halten sich tagsüber kaum Tiere auf. Vielleicht triffst du mal auf einen Fuchsbau, aber du wirst den wohl kaum ausräuchern wollen.

Das Naturschutzgesetz sagt auch, dass du nicht "mutwillig", also absichtlich Tiere stören darfst. Triffst du also auf deinem Gang durch den Wald zufällig auf ein Wildtier, dann ist alles okay.

Wie sieht es mit Landschaftsschutzgebieten aus?

Landschaftsschutzgebiete sind sozusagen die "Softvariante" von Naturschutzgebieten. Sie dienen dazu, die Landschaft in ihrer Gesamterscheinung zu erhalten, etwa das Verhältnis und die Art von Ackerflächen zu Wald oder Bebauung.  

Ein Landschaftsschutzgebiet zielt also auf das gesamten Aussehen ab, während Naturschutzgebiete ausdrücklich die Natur erhalten wollen. Meist gibt es weniger Einschränkungen in der Nutzung. Einzelne Landschaftsschutzgebiete werden sogar ausdrücklich für Tourismus und Erholung geschaffen, denn auch das kann den Charakter einer Landschaft ausmachen.

Eine Einschränkung beim Klettern ist deshalb von der Absicht des einzelnen Landschaftsschutzgebietes abhängig. Pauschale Aussagen sind schwierig. In der Regel haben Landschaftsschutzgebiete aber keine Einschränkungen für den sogenannten Erholungsverkehr, zu dem auch wir Geocacher zählen. Wir kennen jede Menge offiziell genehmigte T5 Caches in Landschaftsschutzgebieten.

Wo erfahre ich welche Schutzgebiete es in meiner Gegend gibt?

Eine hilfreiche Seite mit Kartendarstellung findest du hier:  www.geodienste.bfn.de/schutzgebiete Hier können verschiedene Gebiete angezeigt werden. Sinnvolle Grundeinstellung ist NSG und NTP. 

Kann ich haftbar gemacht werden für Schäden an Bäumen?

Im Grunde ja. Und zwar sowohl als Owner als auch theoretisch als Kletterer. Tatsächlich ist ein solcher Fall schon vorgekommen: ein Waldbesitzer hat vom Owner Schadensersatz verlangt für Baumschäden. Die entscheidende Frage ist, ob das Anrichten des Schadens mutwillig erfolgt, also absichtlich.

In der Praxis ist es für Waldbesitzer zwar äußerst aufwendig, einen Owner ausfindig zu machen. Am Schluss aber würde wohl fast immer der Owner haften. Denn selbst wenn der Waldbesitzer einen kletternden Geocacher an der Dose "erwischt", ist diesem wohl kaum nachzuweisen, ob ein sichtbarer Schaden genau von ihm kommt oder nicht schon vorher da war. Der Owner allerdings hat beim Legen der Dose mutwillig Schäden in Kauf genommen.

In der Praxis sind Schadensersatzforderungen allerdings Exoten. Wer naturverträglich klettert und in den richtigen Bäumen, richtet derart geringe Schäden an, dass diese praktisch nicht nachweisbar sind. Die meisten Bäume halten Kletterer ohne weiteres aus. Da sind Sturmschäden weit größer. Ganz zu schweigen von Schäden an der Natur durch Rodungsarbeiten. 

 

Schäden sind an Konstruktionen (Brücken, Türme) und im LP Bereich übrigens weit besser zu erkennen. Während es bei Lostplaces wohl kaum interessiert, können verbogene Geländer, Lackschäden, abgetretene Befestigungen, krumme Bleche etc. an Konstruktionen im Haftungsfall eine teure Angelegenheit werden für den Owner. 

Kann mich ein Privatwaldbesitzer verklagen, wenn ich in seinen Bäumen klettere?

Nein, das Betreten eines Privatwaldes ist kein Hausfriedensbruch und ist nicht rechtswidrig. Das allgemeine Betretensrecht des Waldes ist hier sozusagen stärker als das Eigentumsrecht des Waldbesitzers. Unerheblich ist dabei, ob das private Waldgrundstück umzäunt oder gekennzeichnet ist. Unerheblich ist auch ob du spazierst, joggst oder im Wald kletterst.

Trotz der eindeutigen Rechtslage sollte es selbstverständlich sein, dass wir das Klettern einstellen, wenn wir vom Besitzer freundlich darum gebeten werden. Im Sinne des Hobbys wäre das der richtige Schritt. 

Anders sieht es aus, wenn Eigentumsschäden, sprich Baumschäden entstehen. Für fahrlässig verursachte Schäden kann der Waldbesitzer den Verursacher zu Schadenersatz verklagen. Steigeisen sind ohnehin tabu, aber auch Schrauben, Seilspuren und abgetretene Äste können zu Folgeschäden und Wertminderung führen. Rücksichtsvolles Klettern ist somit Pflicht!

Was mache ich, wenn ich auf Förster, Jäger oder Waldbesitzer treffe?

Freundlich sein. In den allermeisten Fällen sind diese Personen einfach nur überrascht, warum da jemand im Baum rumklettert. Konfrontationen bringen gar nichts. Mit etwas Geschick kann man sie oft in nette Gespräche verwickeln. 

Gut informierte Förster wissen mittlerweile um Geocacher und lassen sie oft gewähren. Sie haben auch eher ein Problem mit den normalen Cachern, die Autobahnen durch den Wald schlagen. T5 Cachen ist weitaus schonender, da dramatisch weniger Cacher diese Dosen aufsuchen.

 

  • Beim Klettern haben Förster meist die Sorge der Verkehrssicherungspflicht: da sie auf allgemeinen Wegen dafür sorgen müssen, dass kein Ast auf den Spaziergänger herunterfällt, dehnen sie es manchmal gerne aus auf herunterfallende Geocacher. Wir sind jedoch für unser Tun selbst verantwortlich. In Rechtsdeutsch: "Ein allgemeines Gebot, andere vor Selbstgefährdungen zu schützen, besteht nicht" 
  • Die zweite Sorge ist das Betreten von Rückzugszonen für Tiere und Störung der Nester. Beides ist nicht erlaubt. Sollte ein Baum allerdings am Wegesrand stehen und kein Vogelnest im Kletterbereich, dürfen wir beruhigt darauf hinweisen
  • Auch denken einige Förster, dass T5 Cacher mit Baumsteigeisen hochgehen und ihre Bäume beschädigen. Baumsteigeisen sind allerdings sehr teuer, und bei geoclimbing.de haben wir nur ein einziges Mal erlebt, dass tatsächlich ein Cacher solche verwendet hat. Sie sind auf jeden Fall tabu, da sie Bäume tatsächlich schädigen. Baumpfleger verwenden sie beim Abtragen von Bäumen.

 

Jäger treffen wir im Wald meist häufiger an als Förster. Sie haben im Vergleich zu uns Cachern nur zwei weitere Rechte: das Jagdrecht und Einfahrrecht in den Wald. Sie dürfen uns also weder des Waldes verweisen, Verbote aussprechen oder gar Bußgelder kassieren. Die Hauptsorge der Jäger sind übrigens nicht die Geocacher, sondern Hundebesitzer, da die Hunde dem Wild nachstellen.

Aber auch hier hilft Freundlichkeit, denn wir können Jäger mancherorts durchaus verstehen, insbesondere bei GC Trails, Ehrentafeln etc., bei denen sich Cacher um gar nichts kümmern und scharenweise querwaldein pflügen. Sie verscheuchen damit die Waldtiere, welche auf die Felder ausweichen. Dort richten sie Schaden an, und genau den muss der Jagdpächter dem Bauern ersetzen.

Was mache ich bei neugierigen Fußgängern?

Auch freundlich sein. Meist finden sie das eine nette Abwechslung. Auf die Frage "Was machen Sie da?" antworten wir meist mit dem, was man sowieso schon sieht: "Klettern". Natürlich kann man auch aberwitzige Stories auftischen. An Brücken, Türmen etc. antworten wir auf dieselbe Frage meist mit "Kontrolle" - was ja auch stimmt - wir kontrollieren, ob an der Dose noch alles okay ist.

Entscheidend ist ganz klar unser Auftreten: wer selbstbewusst und entspannt daherkommt, fördert erst gar keinen Argwohn. Wer Versteck spielt und sich ängstlich umschaut, macht sich verdächtig.

Auf die Frage "Dürfen Sie das?" antworten wir mit Ja. Stimmt ja auch: das Beklettern von Bäumen im Wald ist nicht verboten. Auf die Feststellung "Das ist aber verboten!" gibt es eine perfekte Rückfrage: "Wo steht das?"

Sehr argwöhnische Fußgänger kann man zuweilen irritieren mit Gegenfragen: "Und was machen Sie hier?" Überhaupt macht es großen Sinn, neugierige Gegenfragen zu stellen, etwa wie der Hund heißt, wo sie gerade herkommen, ob sie hier häufiger unterwegs sind etc.

Darf ich im Wald einen (Kletter-) Cache verstecken?

Im Gegensatz zur Cachesuche ist das Verstecken/Aufhängen einer Dose nicht vom Betretensrecht abgedeckt. Es gibt kein Anrecht darauf, einen Geocache zu legen und niemand ist gezwungen, einen Cache auf seinem Grundstück zu dulden. Das Verstecken einer Dose geschieht deshalb vorbehaltlich der Erlaubnis durch den Grundeigentümer.  Teilt der Wald- oder Flurbesitzer mit, dass er einen Cache auf seinem Grundstück nicht duldet, so muss er entfernt werden. 

Muss ich einen Cache entfernen, wenn mich der Förster/Besitzer dazu auffordert?

Als Owner: ja. Da du die Dose absichtlich gelegt hast, muss der Förster/Grundbesitzer das nicht dulden.

Solltest du allerdings diese Aufforderung bekommen als Nicht-Owner (du triffst beim Cachen den Förster/Besitzer an einem dir nicht gehörenden Cache und wirst zum Entfernen aufgefordert), dann kann das juristisch lustig werden. Denn du entfernst fremdes Eigentum. Die Dose wird zur Fundsache, mit der du sorgsam umgehen musst: dem Owner oder dem Fundamt geben. Einfach wegwerfen geht nicht.

In Heidelberg hat ein Cache-Owner Recht bekommen, als er einen Jäger verklagte nach dem Entfernen seiner (aufwändig gemachten) Dose. Der Jäger hatte diese von der Finallocation entfernt und abgelegt am Wegesrand. Dort wurde sie geplündert, und der Owner klagte erfolgreich auf Schadensersatz. Der Jäger hätte die Dose beim Fundamt abgeben müssen (oder gar nicht erst entfernen).

Wenn Du also aufgefordert wirst, eine Dose zu entfernen, dann kannst du das ablehnen. Sie gehört dir nicht. Die Aufforderung kann nur vom Eigentümer gegenüber dem Owner ausgesprochen werden.

Ein gutes Verhalten ist auch das Versprechen, die Sache an den Owner weiter zu geben. Solltest du dann aber auch tun. Denn das Problem der Grundstücksbesitzer/Förster ist oft, dass sie keine Ahnung haben, wie sie den Owner kontaktieren können.

Wie immer macht auch der Ton die Musik. So wurden auch wir schon beim T5 Cachen mehrfach aufgefordert zum Entfernen - es kommt ja sonst keiner an die Dose. In einem Fall wurde das freundlich ausgesprochen mit berechtigtem Grund (Trainingsgelände für Spürhunde) - wir gaben das weiter an den Owner und der verlegte die Dose. Alle waren happy.

In einem anderen Fall war der Grundbesitzer glücklich, endlich einen kletternden Geocacher anzutreffen. Sogar die Gemeinde hatte schon erfolglos versucht, die Dose per Hubwagen zu entfernen - sie kamen aber nicht ran. Also bauten wir ab, versteckten die Dose ganz woanders am Boden und gaben dem Owner die Coords. Rechtlich nicht einwandfrei, aber für alle Beteiligten eine verträgliche Lösung.

In einem anderen Fall schoss der Jäger einfach die Dose vom Baum. Wir haben ihn angezeigt.

Darf ich an Brücken, Türmen etc. klettern?

Diese Frage ist für uns noch nicht abschließend geklärt. Denn es ist von vielen Faktoren abhängig.

Generell ist das Betreten von Brücken und Türmen ausdrücklich erlaubt. Dafür wurden sie ja gemacht. Zählt aber Abseilen auch zum Betreten? In den Gesetzen wird das nicht erwähnt, also erlaubt. Allerdings gelten wichtig Spielregeln:

 

  • Bei "Betreten verboten" Schildern ist klar: nicht erlaubt. Eine Schwarzwaldgemeinde hatte bei einem von Cachern "genutzten", allgemein zugänglichen Aussichtsturm erst dann eine rechtliche Grundlage, als sie die Schilder "Klettern verboten" anbrachte
  • Erregung öffentlichen Ärgernisses: wer nackt abseilt oder sich sonstwie prollig verhält, darf mit einer Anzeige rechnen
  • Behinderung des Verkehrs: weder Straßen- noch Schiffsverkehr dürfen behindert werden. Das Betreten von Autobahnen ist generell verboten
  • Sachbeschädigung: wen wir etwas kaputt machen, müssen wir dafür gerade stehen
  • Gefahr: wenn mein Verhalten "mit hinreichender Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zeit zu einem Schaden führt", dann darf die Polizei einschreiten. Mit Schaden ist gemeint Schaden an Eigentum, fremden Personen oder einem Rechtsgut (z.B. Privatsphäre). Dieser Punkt betrifft mehr die Cacheowner: aus Berlin, Karlsruhe und Freiburg sind Fälle bekannt, in denen die Dose für eine Bombe gehalten wurde. Für die entstehenden Kosten (Bergung, Räumung) kann der Owner eine Rechnung bekommen. In Freiburg ging man durch zwei gerichtliche Instanzen, bis der Cache-Owner freigesprochen wurde. Der Freispruch begründete sich auf die Tatsache, dass nicht die Absicht bestand eine Bombe zu legen.

 

Konstruktionen in Privatbesitz, etwa alte Bahnbrücken, dürfen ebenfalls betreten werden, solange es kein Verbotsschild gibt und die Konstruktionen nicht umfriedet sind, siehe nächste Frage.

Wie sieht es aus mit Lostplace T5 Cachen?

Rechtlich ist die Lage klar: wenn wir ohne Genehmigung fremden Besitz betreten, der befriedet ist, dürfen wir uns dort nicht aufhalten. Ansonsten begehen wir Hausfriedensbruch. Wenn wir nach Aufforderung des Eigentümers/der Polizei das Grundstück nicht verlassen, bekommen wir eine Geldstrafe oder bis zu einem Jahr Gefängnis.

Mit "befriedet" meint das Gesetz: eine äußerlich erkennbare Eingrenzung, etwa Mauern, Zäune oder Hecken. Auch Verbotsschilder kennzeichnen eine Befriedung. Die Befriedung muss keineswegs um das ganze Grundstück laufen. Laut Gesetz reicht der "nach außen ausgedrückte Wille aus, dass das Grundstück nicht unbefugt betreten werden soll".

Sollte keine Umfriedung sichtbar sein oder Verbotsschilder, und ist der Lostplace z.B. mitten im Wald - etwa ein alter Bunker - dann würde es schwierig werden mit Hausfriedensbruch und wohl eher das allgemeine Betretungsrecht gelten.

Was muss ich beachten, wenn ich einen T5 Cache lege?

Obwohl die Reviewer mittlerweile oft die Einwilligung wollen des Grundstückbesitzers, gibt es weitere Dinge zu beachten bei der T5 Cachelegung:

 

  • naturverträglich: der Cache sollte nicht in Rückzugszonen der Tiere sein (tief im Wald) und möglichst in der Nähe von Pfaden/Wegen. Naturschutzgebiete meiden
  • gefahrfrei: eine Dose an einer Brücke oder im Underground, die wie eine Bombe blinkt, ruft womöglich Großaktionen auf den Plan. Von der Dose sollte keine offensichtliche Gefahr oder auch nur Verdachtsgefahr ausgehen. Deshalb an brenzligen Locations lieber eine durchsichtige Dose anbringen, der man den ungefährlichen Inhalt  ansieht.
  • Lage überprüfen: rechtlich darf vom Owner verlangt werden, dass er regelmäßig die Lage seiner Dose überprüft. Stellen sich zwischenzeitlich Gefahren ein, etwa durch umgestürzte Bäume oder Schäden, muss er davor warnen
  • im Notfall höher bewerten: T5 Cacheowner müssen Dritte vor der Terrain-Gefahr schützen. Konkret: wer eine T4,5 Dose in einen morschen Kletterbaum legt, hat echte Probleme, wenn ein Cacher dabei abstürzt. Deshalb im Zweifelsfall lieber auf T5 upgraden, da dies Zusatzausrüstung erfordert. Auch sollte in jeder T5 Cachbeschreibung ein Gefahrenhinweis sein sowie Hinweise für die sichere Bergung. Der Owner hätte damit seiner Verkehrssicherungspflicht genüge getan

Was verlangt der Reviewer von mir?

Da Reviewer regional organisiert sind und auch einzelne Reviewer unterschiedliche Haltungen haben zum Thema T5 und Genehmigungen, kommt es tatsächlich darauf an, an welchen Reviewer du gerätst. 

Die meisten Reviewer verlangen bei einem T5 Cache eine (anrufbare) Adresse des Grundstücksbesitzers. Vorsicht, wenn du auf den Gedanken kommst, einfach irgendjemanden anzugeben: die rufen da tatsächlich an. Härtere Reviewer verlangen eine schriftliche Genehmigung des Grundstückseigentümers.

In Ostdeutschland wird das Thema noch locker gehandhabt, und T5 Caches werden einfach so gepublished, sofern sie nicht gegen sonstige Regeln verstoßen (Autobahn, Bahnlinien, Hausfriedensbruch, Naturschutzgebiet etc.)

Wir bedauern, dass T5 Caches genehmigungsmäßig härter gehandhabt werden als normale Dosen. Denn rechtlich macht es keinen Unterschied, ob ich eine Dose in den Baum hänge oder drunter lege, im Gegenteil: zu den normalen Dosen laufen viel mehr Cacher. Sie zerstören dadurch mehr Natur, und das Argument der Naturzerstörung ist rechtlich von Belang.

Wie kriege ich raus, wem ein Grundstück gehört?

Du willst einen T5 im Wald legen, der Reviewer verlangt einen Kontakt zum Grundstücksbesitzer. Du hast aber keine Ahnung, wem das Waldstück gehört? Das rauszukriegen ohne lokale Kenntnisse ist nicht ganz einfach. Die Grundstückseigentümer sind eingetragen beim Liegenschaftsamt der lokalen Kommune. Du musst dort eine Liegenschaftskatasterauskunft einholen, die Gebühren kostet.

Schneller geht es meist über den lokalen Förster - er weiß zumindest, was Staats/Gemeindeforst ist und was privat. Manchmal kennt er sogar die Privateigentümer.

Manche Cacheleger sind auch einfach zum nächsten Bauernhof und haben dort freundlich nachgefragt bzw. ihr Anliegen kundgetan. Zuweilen schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe: man weiß, wem das Grundstück gehört und hat eine Einwilligung noch dazu.

Wie ist die Haltung von geoclimbing.de zur T5-Publishpraxis der Reviewer?

Uns ist bekannt, dass die Reviewer untereinander sehr konträr diskutieren über die Handhabung von T5 Caches, insbesondere im rechtlichen Kontext. Manche lehnen solche Caches total ab, andere klettern selbst.

Da die Reviewer nicht haftbar gemacht werden können für einen T5 Publish (siehe nächste Frage), fänden wir eine Zwischenlösung optimal:

 

  • Der Reviewer prüft den T5 Publish auf die üblichen Dinge wie Abstand, Naturschutz etc.
  • Falls das okay ist, gibt er dem Owner ein rechtliches Infoblatt mit auf dem Weg. Darin stehen deine Pflichten als Owner eines T5 Caches: dass du den Caches entfernen musst, wenn der Eigentümer dich auffordert (mehr zur vorbehaltlichen Einwilligung hier). Dass du eine begrenzte Verkehrssicherungspflicht hast und wie die aussieht (siehe hier). Wie Naturverträglichkeit beim Dosenlegen aussehen sollte und wie du im Zweifel haftest für Schäden. Welche Hinweise du geben solltest in deinem Listing etc.

 

Auf diese Weise würden die Reviewer viel mehr als Unterstützer und Förderer gesehen, und rechtlich wäre das auch elegant gelöst.

Haftet Groundspeak für irgendetwas?

Nein. Groundspeak stellt nur die Kommunikations-Plattform im Internet bereit. Deshalb kann man keinerlei Schadensersatz-Ansprüche stellen. Das wäre wie wenn man Google Maps verklagen wollte für den Zustand der Straßen. Wenn jemand haftet, dann am häufigsten der Cache-Owner.

Rechtlich betrachtet könnten die Reviewer also jeden Cache einfach durchwinken. Da sie aber die Schiedsrichter sind für das Spiel, können sie eigene Regeln aufstellen und vom Cache-Owner etwa eine Einwilligung des Grundstückbesitzers verlangen.

Die erforderliche Einwilligung des Grunstückbesitzers wird weltweit sehr unterschiedlich gehandhabt. Während es z.B. in den Niederlanden schon seit Jahren Standard ist, würde man sich in Skandinavien krumm lachen. Als US-Unternehmen steht Groundspeak aber auf Einwilligungen. Kein Wunder, denn in einigen US Bundesstaaten darf man bei Betreten von Privatgrund erschossen werden.

Was ist die Verkehrssicherungspflicht und warum argumentieren Ämter damit?

Der etwas sperrige Begriff "Verkehrssicherungspflicht" wird von vielen Geocachern falsch interpretiert: oft meinen sie, dass durch ihren Cache der (Straßen)-Verkehr nicht behindert werden soll.

Die Verkehrssicherungspflicht ist aber: Wer eine Gefahrenquelle schafft, muss dafür sorgen, dass dadurch keine Schäden an Dritten erfolgen. Diese Dritte sind der "Verkehr".

Beispiel: du legst als Owner eine T5 Dose. Da die Dose nur mit Kletterausrüstung zu erreichen ist, schaffst du eine Gefahrenquelle. Nicht nur das: du erzeugst einen Verkehr, nämlich andere Cacher, die zum Loggen der Dose kommen. Diesen Verkehr musst du vor Gefahren schützen.

Musst du also im Wald stehen und jeden Cacher warnen vor allem möglichen? Nein. Denn deine Pflicht beschränkt sich auf atypische Gefahren, also solche Gefahren, die man nicht vorhersehen kann.

Auch solltest du im Listing auf mögliche Gefahren hinweisen, denn: die Verkehrssicherungspflicht ist immer dann eingeschränkt, wenn auf die möglichen Gefahren hingewiesen wird. Hinterher kann dann keiner sagen, er hätte das nicht gewusst. 

 

Bei Ämtern ist die Verkehrssicherungspflicht zuweilen ein heißes Ding. Wenn zum Beispiel auf einer Straße eine marode Brücke (=Gefahrenquelle) steht und diese einbricht beim Drüberfahren, kann die zuständige Behörde auf Schadensersatz verklagt werden. Wenn ein Forstamt einen Wanderweg im Wald anlegt, erzeugen sie einen Verkehr (die Wanderer) und müssen diese schützen. Allerdings gilt dieser Schutz nur für atypische Gefahren. Eine typische Gefahr im Wald sind herunterfallende Äste, rutschiger Untergrund etc. Eine atypische Gefahr können marode Bäume sein am Waldrand entlang einer Straße. Das Forstamt muss dafür sorgen, dass diese Bäume keine Gefahr sind für den Verkehr. Übrigens gilt diese Pflicht nur für kranke Bäume, nicht für gesunde. Der ultimative Schutz vor Schadensersatzansprüchen ist ein "Betreten verboten" Schild. 

 

Für viele Ämter stellen T5 Caches und mögliche herunterfallende Cacher eine atypische Gefahr dar und sie glauben, dass sie andere davor schützen müssen. Sie sind aber nicht der Verursacher der Gefahrenquelle (und des damit verbundenen Verkehrs), denn nur der Verursacher hat die Verkehrssicherungspflicht. Sie sind also gar nicht zuständig.

Wenn eine Behörde aufwändig einen Cache entfernt von einer Brücke und mit ihrer Verkehrssicherungspflicht argumentiert, dann ist das falsch. Sie haben diese Pflicht gar nicht, denn sie haben die Dose nicht gelegt. Die Dose könnte allerdings eine "atypische Gefahr" darstellen an der Brücke, nämlich wenn sie wie eine Bombe aussieht. Solche Fälle sind schon vorgekommen. Allerdings wurden die Cacheowner freigesprochen, da sie nicht bewusst eine Gefahr geschaffen hatten. 

Das Entfernen des Caches selbst durch die Behörde ist grundsätzlich aber okay. Als Besitzer der Brücke müssen sie eine Dose nicht dulden. Die Dose wird allerdings nach dem Entfernen zur Fundsache, siehe diese Frage.

Manche den Cachern wohlgesonnene Förster wenden einen kleinen Zusatztrick an: sie wollen gar nicht wissen, wo die Dose ist. Sie haben damit keine Ahnung von der Gefahrenquelle.

Die Verkehrssicherungspflicht bei Caches hat immer der Owner der Dose. Wenn der im Listing ausreichend auf Gefahren hinweist und vor Ort auch regelmäßig auf sonstige Gefahren überprüft, der Cache rein optisch keine Gefahr darstellt (Aussehen wie eine Bombe, Blinken, etc.) ist er seiner Verkehrssicherungspflicht nachgekommen und kann nicht verklagt werden auf Schadensersatz.

Haften Gemeinde, Forst, Waldeigentümer oder Straßenbauamt wenn sich ein T5 Cacher verletzt?

Nein. Sie können nicht haftbar gemacht werden, weil für sie keine Verkehrssicherungspflicht bestand. Konkret ist damit gemeint: Sie haben den 'Verkehr' auf ihrem Grundstück nicht verursacht. Sie haben keine Gefahr geschaffen, die nicht natur- oder waldtypisch ist. Darüber hinaus ist eine Sicherung eines Grundstücks in der freien Landschaft (z.B. überall Warnschilder anbringen) nicht zumutbar möglich.

Das Betreten von Türmen, Brücken, des Waldes/der Landschaft geschieht zunächst immer auf eigene Gefahr. Für einen T5 Cacher gilt das erst recht. Wer sich "ohne triftigen Grund in eine Situation drohender Eigengefährdung begibt", obwohl ihm die besonderen Umstände aus dem Listig bekannt sind, haftet selbst für seine Schäden. Dies trifft wohl regelmäßig auf das T5 Cachen zu. 

Kann ich als Cacheowner haftbar gemacht werden, wenn sich ein T5 Kletterer verletzt?

Unter Umständen. Als Cacheowner hast du mit der Legung und Veröffentlichung des Caches eine Gefahrenquelle geschaffen, woraus sich für dich eine "begrenzte Verkehrssicherungspflicht" ergibt. Um dieser Pflicht nachzukommen musst du

 

  • einen "sicheren" Ort wählen. Der Ort sollte keine unvorhersehbare Gefahren bergen. Als Cacheowner solltest du dir also Gedanken machen über Gefahren, die den Cacher erwarten könnten, und die er nicht unmittelbar erkennen kann. Das kann z.B. Totholz im Baum sein oder ein generell unsicherer Baum (mehr dazu hier). Aber auch Überschwemmungsgefahr oder Gasvergiftungsgefahr in Röhren oder ein drohender Steinabsturz im Steinbruch
  • den Cacheort regelmäßig überprüfen
  • den Schwierigkeitsgrad im Listig korrekt angeben, damit die Cacher die Risiken eigenverantwortlich abwägen können. Im Zweifel solltest du als Owner die T-Wertung etwas höher ansetzen und einen entsprechenden Gefahrenhinweis geben im Listing! Beim Rating T5 ist jeder Cacher ausreichend gewarnt, den Cache nur anzugehen, wenn er für ihn machbar ist. 

 

Erst wenn du diese Pflichten erfüllt hast, handelt der Kletterer auf eigene Gefahr. Owner von T4,5 Caches sollten ganz genau überprüfen, ob sie mit der Einstufung im Listing ihren Pflichten ausreichend nachkommen!

Newsletter abonnieren

Du möchtest vor allen anderen über Termine

und Neuigkeiten informiert werden?

Hier kannst du dich eintragen für

unseren Newsletter (* Pflichtfelder):

Newsletteranmeldung

Newsletteranmeldung
Facebook geoclimbing.de


© 2018 geoclimbing.de | Backnang | Eventpark Wüstenrot
Weltweit erster Anbieter von T5 Ausbildungen sowie Teambuilding Spezialist im Business Bereich
Webdesign by CKWS