Alles rund um Seilkletter-Ausrüstung

Hier findest du unsere ganze T5 Ausrüstungserfahrung. Alle geoclimbing.de Trainer sind offiziell geprüfte Sachkundige für PSA Ausrüstung und äußerst erfahrene T5 Cacher. Wir betreiben einen eigenen kleinen Forschungsbereich und kennen Ergebnisse zahlreicher Labore und Hersteller.

Alle Artikel sind selbst verfasst. Solltest du Wortlaut/Passagen woanders finden, dann weißt du also, wer von wem abgeschrieben hat. 

 

Rund um Einkaufen, Shop und Ausrüstungsberatung

Ich will einen Gutschein für Ausrüstung verschenken. Habt ihr sowas?

Was kostet eine T5 Ausrüstung?

Habt ihr einen Online Shop?

Wie bestelle ich bei Euch?

Wie kann ich bezahlen?

Wann ist euer Shop geöffnet?

Kann ich mein Zeug nicht einfach im Internet kaufen?

Warum pinkeln sich Schnäppchenjäger selbst ans Bein?

 

Ausrüstung allgemein

Welche T5 Ausrüstung ist die beste?

Woran erkenne ich Qualität?

Wie transportiere ich mein Zeug draußen?

Welche Klamotten sind geeignet zum T5 Cachen?

Ich fliege ins Ausland. Welche T5 Reiseausrüstung empfehlt ihr?

 

Seile

Worauf muss ich beim Seilkauf achten?

Nur 60m Seillänge? Was ist mit der "Drei-Drittel-Regel" und mindestens 80m Seil?

Sind Statikseile gefährlich bei einem Sturz?

Von einigen Internet-Shops kann ich mir Seilstücke zuschneiden lassen. Lauern da Gefahren?

Wie wichtig sind die technischen Daten eines Seils?

Wo schummeln Hersteller und welche Seildaten hat geoclimbing.de geschaffen?

Ist die Seildehnung wirklich wichtig?

Das Statikseil von meinem Kumpel fühlt sich beim Aufstieg total anders an. Woran liegt das?

Welche Unterschiede gibt es bei Seilmänteln?

Woran erkenne ich ein weiches Seil?

Kann ich mein Seil gebraucht kaufen, etwa bei ebay?

Welche Seiltechnologien sind sinnvoll?

Welche "Geheimcodes" bauen Hersteller in ihre Seile ein?

Woher kommt der Preisunterschied bei Seilen?

Was brauche ich für den Vorstieg im Baum und an Konstruktionen?

Muss ich mein Seil vor dem ersten Einsatz vorbehandeln?

Zerstört Coca Cola wirklich mein Seil?

Wie reinige ich mein Seil?

Wie kriege ich Harzflecken aus dem Seil?

Warum werden Seile steif?

Warum verdreht sich mein Seil?

Können Seile altern?

Werden Seile durch Verschleiß dünner?

Wie lange hält ein Seil?

Kann ich an einem nassen Seil klettern?

Warum haben Statikseile keine Mittenmarkierung?

Was ist eine Seilpuppe und wozu brauche ich sie?

 

Seileinbau: Wurfleinen, Wurfsäcke, Bigshot

Wann kommt eure eigene Pilotleine?

Welche Pilotleine empfehlt ihr?

Wie bewahre ich die Pilotleine auf?

Was ist das Besondere am geoclimbing Falteimer?

Warum krangeln Wurfleinen?

Wie verhindere ich das Verknoten von Pilotleinen?

Welche Wurfsäckchen sind die besten?

Ist das Blei in Wurfsäckchen gefährlich?

Was ist die Bigshot und was muss ich beim Kauf beachten?

Brauche ich eine dritte Verlängerungsstange für die Bigshot?

Welche Verarbeitungsmängel hat die Bigshot?

Was genau ist die Silikonbeschichtung der Big Shot geoclimbing edition?

Wie transportiere ich die Bigshot?

Wie passt das 120er Bigshot Gestänge ins Auto?

Wie pflege ich die Bigshot?

Wie wechsle ich das Gummi der Bigshot?

Welche Fehler gibt es im Umgang mit der Bigshot?

 

Schlingen, Kambiumschoner, Slackline

Wozu benötige ich Bandschlingen?

Welche Bandschlingen sind sinnvoll?

Wann muss ich Bandschlingen aussortieren?

Was ist ein Kambiumschoner?

Brauche ich einen Kambiumschoner?

Wie baue ich einen Kambiumschoner vom Boden aus ein?

Was muss ich beim Kauf/Einsatz einer Slackline beachten?

 

Abseilgeräte und Sicherungsgeräte

Welches Abseilgerät ist das beste?

Welches Abseilgerät empfehlt ihr für besonders leichte bzw. schwere Personen?

Wie pflege ich mein Abseilgerät?

Schützt mich mein Abseilgerät bei Stürzen?

Was passiert, wenn ich das Seil in mein Abseilgerät falsch herum einlege?

Ich habe ein 10mm Seil, auf meinem Abseilgerät steht aber ab 10,5mm. Kann ich das Gerät trotzdem verwenden?

Warum rutschen manche Abseilgeräte trotz "Zu" Stellung manchmal durch oder blockieren total?

Bei meinem Abseilgerät löst ständig die Paniksicherung aus. Was kann ich tun?

Warum benötige ich zusätzlich einen Abseilachter bzw. Tube?

Was ist ein mitlaufendes Sicherungsgerät?

Brauche ich als Geocacher ein mitlaufendes Sicherungsgerät?

 

Helme

Warum tragen so wenige T5 Cacher einen Helm?

Was muss ich beim Helmkauf beachten?

Reicht nicht auch ein Fahrradhelm?

Kann ich mich strangulieren in einem Helm?

Darf ich meinen Helm beschriften, bemalen oder bekleben?

 

Steigklemmen, Karabiner, Seilrollen

Kann ich nicht meine Bruststeigklemme als mitlaufendes Sicherungsgerät einsetzen?

Was soll ich mir kaufen: eine Brust- oder Fußsteigklemme?

Brauche ich einen Sicherungskarabiner an meiner Handsteigklemme?

Macht es etwas aus, wenn meine Steigklemme bei Nichtgebrauch offen steht?

Was muss ich beachten beim Karabinerkauf?

Woher kommen die Preisunterschiede bei Karabinern?

Können Karabiner brechen?

Kriegen Karabiner beim Runterfallen Haarrisse?

Sind Stahlkarabiner besser?

Wie pflege ich Karabiner?

Was muss ich bei Seilrollen beachten?

 

Gurte

Was ist besser: Vollgurt oder Sitzgurt?

Ich habe eine anstrengende Rücklage in meinem Gurt - gibt es Abhilfe?

Muss ich meinen Gurt austauschen, wenn z.B. Blut drauf gekommen ist?

Kann ich meinen Gurt waschen?

 

Sonstiges

Was ist die Stabru?

Was muss ich beachten beim Kauf einer Teleskopleiter?

Welche Erste-Hilfe-Ausrüstung braucht ein T5 Cacher?

Welche Handschuhe sind die besten?

Welche Wathosen und Boote empfehlt ihr?

Welche Ausrüstung benötige ich für die Höhle?

Ich will einen Gutschein für Ausrüstung verschenken. Habt ihr sowas?

Ja, klar, siehe Bild unten. Alle Infos dazu findest du hier in unseren allgemeinen Fragen zu geoclimbing.de.

Was kostet eine T5 Ausrüstung?

Wer sich eine komplette, ramschfreie T5 Ausrüstung zulegt mit Seil, Gurt, Hardware, Helm und allen wichtigen Extras, sollte ab 600 Euro einplanen.

Das ist nicht wenig - allerdings hält T5 Ausrüstung sehr lange, viele Teile 10 Jahre oder mehr. Nachbunkern muss man meist nur Pilotleinen, Wurfsäcke und hier und dort mal ein Accessoire.

Einige Cacher tun sich zusammen und sparen: das Seil und zugehörige Ausrüstung werden einmal gekauft für alle. Nur Helm, Gurt und Auf-/Abstiegsausrüstung hat jeder selbst.

Wer sich bei Industrie- oder Baumkletterern umsieht, dem wird schwindelig im Angesicht der Preise. Eine Komplettausrüstung kommt dort locker auf 1500 Euro. Das liegt nicht an der Qualität, sondern an der Menge und speziellen, teuren Ausrüstungsteilen, die für Geocacher gar nicht nötig sind. Welche das sind und wie du auch mit schmalem Budget zum Ziel kommst, das zeigen wir dir in unserem Shop. Du profitierst von unserer unendlichen Praxiserfahrung.

Einige Onlineshops bieten Komplett-T5 Pakete an. Wir haben noch kein einziges gesehen, das wirklich sinnvoll ausgestattet ist. Seit 2014 haben wir deshalb selbst ein perfektes Basicpaket für alle T5 Anfänger zusammen gestellt, das allein aus der Praxis entstanden ist. Ist extrem beliebt auf unserem Grundkurs. Kannst du jederzeit bei uns kaufen, E-Mail an info(at)geoclimbing.de reicht.

Habt ihr einen Online Shop?

Nicht ganz wie du sonst kennst. Hier auf der Webseite siehst du zum Beispiel nur unsere Eigenprodukte. Wir haben allerdings extrem viel mehr, und das wird auch viel gekauft.

Du bestellst bei uns per Email, siehe nächste Frage. Das wird rege genutzt, da wir dich einzigartig beraten und du damit unglaublich Geld sparst. 

Gegenüber Online Shops haben wir ein vorsichtiges Verhältnis: Bei falschem T5-Ausrüstungskauf verliert man Geld und im Extremfall auch sein Leben. Kürzlich hat ein Kunde einen Online-Händler verklagt, weil der ihm die falsche Ausrüstung verkauft und er dadurch einen Unfall hatte. Die Klage hatte Erfolg.

Wir haben für dich auch einen echten Shop. Dort kannst du Artikel sofort mitnehmen und vorher ausprobieren. Der Kurs-Shop ist für alle offen. Geöffnet ist er an Kurs-Wochenenden (das sind praktisch alle Wochenenden außer Ferien)  jeweils ab 10 Uhr.

Unsere Preise sind teilweise richtig gut, und du bekommst bei uns Sachen, die es nirgendwo sonst gibt. Wer bei uns kauft, freut sich über perfekt eingesetztes Budget, über die einzigartige Beratung, über den persönlichen Kontakt und professionellen Service.  

Wie bestelle ich bei Euch?

Ganz einfach per E-Mail an info(at)geoclimbing.de. Darin sagst du, was du kaufen möchtest. Bitte Anzahl nicht vergessen und Lieferadresse. Du bekommst immer eine Bestätigung. Wir verschicken professionell mit DHL, und hunderte nutzen unseren Versand.

Du kannst auch allgemeine Fragen stellen wie "ich brauche ein Seil, was empfehlt ihr". Natürlich nehmen wir auch fertige Einkaufslisten. Auch sagen wir dir, ob etwas taugt oder nicht. Unsere Stärke ist die persönliche Beratung.

Du kannst auch einen Gutschein verschenken zu jedem Warenwert. Wir haben dafür eine attraktive Gutscheinkarte, siehe hier.

Die Produkte liefern wir gewöhnlich in wenigen Tagen per DHL. Packstation Adressen möglich. Bei einem Einkaufswert unter 50 Euro berechnen wir pauschal 3,90 Versand Deutschland). Über 50 Euro ist der Versand kostenlos. Einige Artikel wie Geocoins kosten nur 2 Euro Versand. Der Gutschein ist versandkostenfrei.

Uns ist klar, dass unser Bestellsystem nicht dem gewöhnlichen Klick´n shop folgt. Dafür hast du am anderen Ende die kompetentesten T5 Kletterer weltweit. Wir sind professionell organisiert, und unser Service ist legendär.

Wie kann ich bezahlen?

Bei Online Bestellungen per Überweisung. Ware geht nach Zahlungseingang an dich raus. Mittlerweile sind wir recht flott geworden.

Besitzer einer Mastercoin bekommen ihre Ware sofort zugeschickt auf Rechnung.

Im Shop auf unserer Trainingsanlage (offen zu allen Trainingsterminen) kannst du per EC Karte (Deutschland sowie EC Maestro Europa) oder bar bezahlen. Schweizer bekommen eine Gutschrift der Mehrwertsteuer ab 100 € Einkaufswert.

Wir lieben einfache Systeme wie Apple Pay, Paypal oder Kreditkarte. Leider kosten die einen ordentlichen Aufschlag, was sich derzeit in unserem Shop noch nicht rechnet. Wir wachsen aber und bleiben dran.

Wann ist euer Shop geöffnet?

Unser Kurs-Shop ist geöffnet an jedem Kurswochenende von 9.30 bis 17 Uhr. Wir freuen uns auf deinen Besuch! Koordinaten: N 49°05.335, E 9°27.375

Wenn du uns vorher kurz Bescheid gibst, können wir sogar auf deine Spezialwünsche eingehen, damit sich die Anfahrt auf jeden Fall lohnt. Du kannst aber auch "einfach so" vorbeischauen.

Bezahlung ist bequem in bar oder mit EC-Karte (Deutschland und EC Maestro Europa) möglich.

Ansonsten kannst Du jederzeit bei uns auch per Email bestellen. Weitere Infos über den Kurs-Shop hier.

Kann ich mein Zeug nicht einfach im Internet kaufen?

Natürlich, und verlockend ist es noch dazu. Denn augenscheinlich lassen sich einige Schnäppchen machen.

Leider kann man beim Webkauf auch ziemlich hinters Licht geführt werden: alle Fake-, Restlager- und Grauimportartikel, die uns zur Prüfung unter die Augen kamen, wurden im Internet bestellt. Und dort sogar bei den namhaftesten Versendern. Seit 2014 nimmt dieser Trend massiv zu.

Auch kann man offensichtlich korrekte Markenware kaufen im Netz, die gar nicht korrekt ist: kürzlich wurde uns ein auf den ersten Blick perfekter Marken-Karabiner vorgelegt. Als professionelle Prüfer kommen wir immer wieder mit solcher Ware in Kontakt. Erst bei der Nachprüfung stellte sich heraus, dass das zuständige Prüfinstitut seit 4 Jahren keine gültige Zulassung mehr hat.

 

Im Internet ist man vor Fehlkäufen nicht sicher, da man sich die Ware ja nicht ansehen oder gar ausprobieren kann. Mit den Preisen sinkt direkt proportional die Händler-Intelligenz - so haben wir Videos gesehen von Online-Händlern, die stolz zeigen, wieviel Ausrüstung in einen Seileimer passt. Jau. Neu verpackt schon - im Gebrauch haben sie das wohl noch nie gesehen. Oder es werden Zusatzartikel empfohlen, die gar nicht passen oder in der Kombination gar gefährlich sind - ein "Zusatzartikel-Onlineshop-Web-Roboter" hat eben keine Ahnung.

All das kann man als Laie nicht wissen. Deshalb finden wir einen kompetenten Händler des Vertrauens bei Kletterausrüstung viel wichtiger als die Billigschiene. Dein Leben hängt an dem Zeug. Ein paar Grundregeln:

 

  • Kaufe niemals ungeprüfte gebrauchte Ausrüstung. Niemals. Du weißt nicht, was vorher damit angestellt wurde
  • Kaufe nur bei Spezialisten, die wirklich kompetent und nicht zwangsweise die Billigsten sind. Oft sind das nicht "die Großen", da die Kunst, bei steigender Firmengröße die Kompetenz zu erhalten und keine Massenprodukte zu verkaufen, extrem schwierig ist (mehr dazu in der nächsten Frage). Richtig ehrlich sind z.B. viele Baumklettershops oder die kleineren Industriekletterläden und natürlich geoclimbing.de als einzigen rein auf T5 spezialisierten Shop
  • Suche dir einen Händler, der dich persönlich als Geocacher beraten kann, vielleicht noch in der Nähe. Natürlich kannst du auch bei uns deine Ausrüstung kaufen. Wir drehen den Spieß herum: zuerst kommt die Beratung und dann der Kauf. Teile uns einfach deine Wünsche per E-Mail mit
  • Durch gute persönliche Beratung sparst du unglaubliche Summen, denn du machst keine Fehlkäufe. Wenn dir jemand zu jedem Artikel aus persönlicher Erfahrung berichten kann (am besten aus Cacher-Sicht), so ist das Gold wert und unter dem Strich billiger als bei jedem Billigversender. Deshalb empfehlen wir grundsätzlich allen Kursteilnehmern, sich ihre Ausrüstung erst während oder nach dem Kurs zuzulegen

Warum pinkeln sich Schnäppchenjäger selbst ans Bein?

Mal ehrlich: jeder freut sich, wenn er ein Schnäppchen gemacht hat. Und weil das jeden freut, unterbieten sich einige Händler per Rabattschlachten. Wir sagen: Dauertiefpreis-Händler können nicht rechnen. Sie kriegen ein unlösbares Problem. "Ähm, was kümmert mich das als Schnäppchenjäger?", sagen einige, "Hauptsache billig, die verdienen doch genug!"

Auch die Outdoor-Branche kennt dieses Thema, und weil wir darin seit über 30 Jahren arbeiten, bekommst du hier einen Blick hinter die Kulissen. Denn mit Billigmentalität machst du dir selbst in die Hose.

 

Stell dir vor, du bist Outdoor Händler. Du verkaufst Karabiner, einer für 10 Euro. Das ist ein guter Preis, deshalb verkaufst du auch 1000 Stück pro Jahr. An jedem Karabiner verdienst du 2 Euro, macht pro Jahr 2000 Euro. 

"Yippieh!", denkst du, "das geht noch besser." Und gibst 10 Prozent Rabatt auf jeden Karabiner. Jetzt kostet jeder Karabiner unschlagbare 9 Euro. Leider schmälert sich dein Gewinn auch um einen Euro. Wo du vorher 2 Euro verdient hast, bleibt jetzt nur noch ein Euro übrig. Am Jahresende hast du bei 1000 verkauften Karabinern also nur 1000 Euro verdient.

Um 2000 Euro wie früher zu verdienen, MUSST DU NICHT 10 PROZENT, SONDERN DOPPELT SOVIEL VERKAUFEN! Diese Rechnung potenziert sich: bei 15% Rabatt musst du viermal mehr an den Mann bringen.

"Mir doch wurscht, ich verkaufe ja auch mehr! Meine Preise sind einfach saugeil!", sagst du. Leider hast du die Rechnung ohne ein Ding gemacht, das "Administration" heißt: wenn du mehr verkaufst, brauchst du eine größere Logistik, ein größeres Lager, mehr Mitarbeiter, mehr Werbung und eine aufwändigere Verwaltung. Das kostet Geld, und du musst das wieder reinfahren durch noch mehr Umsatz. Du merkst gar nicht, dass du in der Killerspirale schon längst drin bist, denn du verkaufst ja gut bei deinen tollen Preisen!

Irgendwann aber wird dir klar - shit, Karabiner ziehen nicht die Wurst vom Brot. Du brauchst Sachen, die sich besser verkaufen. Sogenannte Volumenartikel. Und du beginnst, Artikel in dein Sortiment zu nehmen nur wegen der Verkaufsmenge. Ob sie noch zu dir passen, wird dir egal. Hauptsache weg damit. Früher hast du noch den Kunden beraten bei jedem Karabiner - das kannst du dir jetzt nicht mehr leisten, und du treibst deine Mitarbeiter an, pro Tag bestimmte Umsätze zu generieren. Langsam wunderst du dich auch, warum unterm Strich so wenig übrig bleibt.

Eines Tages taucht ein Konkurrent auf. Der ist noch billiger als du. Er hat auch das gleiche Sortiment, denn ab einer bestimmten Größe werden Sortimente immer ähnlicher. Du musst also noch billiger werden, und jetzt ist dir alles egal. Du kürzt Gehälter, weniger Mitarbeiter müssen jetzt mehr machen. Du verhandelst mit den Herstellern um billigere Preise, denn du bist ja Topverkäufer.

Die Hersteller steigen sogar drauf ein. Das Problem: jetzt müssen sie ebenfalls billiger produzieren und machen Druck auf ihre Zuliefererkette. Innovation? Produktqualität? Nette Träume von gestern... Außerdem sind sie zunehmend von dir abhängig. Solltest du eines Tages schließen, haben sie massive Ausfälle. Das bereitet ihnen mächtig Hosenflattern. Nach außen prahlen sie zwar damit, dass sie mit nur 5 Prozent ihrer Händler 90 Prozent des Umsatzes machen. Nach innen überlegen sie schon längst, dich zu übernehmen. Denn das ist wesentlich eleganter als ein Hersteller-Direktverkauf.

Davon bekommt der Schnäppchenjäger nichts mit, ist ihm ja auch egal. Nur kriegt er jetzt ein Scheißzeug für einen Superpreis. Und wendet sich enttäuscht ab. Er schwelgt von der tollen Haltbarkeit und Funktionalität früher, dass die Produkte immer bescheuerter werden und der Service auch mal besser war. Und merkt nicht, dass er selbst daran schuld ist.

 

Dieses Szenario ist schon längst Alltag, auch in der Outdoor-Branche. Dass ein Outdoor-Händler in der Preisspirale hängt, erkennst du meist daran, wenn er seine Produktpalette plötzlich erweitert. Vorzugsweise durch Volumenartikel (v.a. Kleidung und Schnickschnack-Accessoires). Dadurch wird er immer ähnlicher zu anderen Anbietern und muss noch mehr auf den Preis drücken. Deswegen sind einige namhafte Outdoor-Versender bereits verkauft worden.

 

Ein neuer Trick im Billig-Online-Handel ist der Blown-up-Shop. Auf den ersten Blick hat der Händler ein Riesensortiment - viele Artikel sind aber nicht lieferbar. Er spart sich Einkaufs- und Lagerkosten, und durch die lange Lieferzeit hofft er, dass der Kunde auf ein anderes lieferbares Produkt springt. Der Kunde bekommt nicht das passendste Produkt, sondern das am besten lieferbare.

 

Noch mehr Online-Tricks? Bitteschön: der Lieferheld. Vorzugsweise bei Amazon anzutreffen als Sub-Shop. Die Ware kann regulär über Amazon/den dortigen Sub-Shop bestellt werden, ist offiziell auch lieferbar. Ist sie aber nicht. Weil Amazon bei "auf Lager" einen Versand binnen weniger Tage vorschreibt, erfasst der Händler den Artikel in seinem Versandsystem, etwa DHL. Damit ist der Artikel im Status "versandt", und so sieht es auch der Kunde in seiner Bestellung. Tatsächlich ist aber nur ein Adressaufkleber ausgedruckt. Der Sub-Shop bestellt sich die Ware und versucht die teilweise wochenlange Lieferzeit beim Kunden zu überbrücken mit "Wir forschen nach" und "Bitte noch etwas Geduld"-Blabla.

 

Bei geoclimbing.de setzen wir auf Innovation und Beratung. Beides können wir unendlich besser und mit viel mehr Leidenschaft als jeder "Große". Wir kommen aus der T5 Szene und wissen ganz genau, was du brauchst. Wir kennen jeden Artikel aus eigener Anwendung. Wir wollen dir nicht unbedingt den billigsten, aber den besten Artikel verkaufen für deine Zwecke. Wir haben auch Spaß daran, dir Schnäppchen anzubieten - als Sonderverkauf und nicht über die ganze Palette. Und wir sind total abhängig davon, das du unsere Stärken honorierst.

Welche T5 Ausrüstung ist die beste?

DIE beste Ausrüstung gibt es nicht, sondern immer nur die beste für dich, dein Budget und deine Anwendungszwecke. Die wichtigsten Strömungen:

 

Baumpfleger-Ausrüstung

70% aller deutschen T5er sind Baumcaches. Was liegt also näher, als sich der Ausrüstung der Baumpfleger zu bedienen? Tatsächlich ist das Zeug für den Einsatz im Baum richtig gut. Sitzgurte sind groß dimensioniert und machen Drehungen mit. Seile und Techniken sind auf butterweichen Einhandbetrieb und maximale Beweglichkeit ausgelegt. Baumpfleger-Ausrüstung ist im Kronenbereich ideal, wenn es um Horizontalbewegungen geht.

Einschränkungen: das Zeug ist teuer, schwer und wenig vielseitig. Mit umlaufendem Seil im LP Bereich zu arbeiten, oder mit dem sperrigen Gurt durch Engstellen winden, ist nicht optimal. Ein ART Lockjack oder Petzl zigzag Sicherungsgerät werden nur für große Seildurchmesser gebaut. Obendrein sind die meisten T5 Baumcaches noch immer Raufrunter-Dinger, dafür gibt es preiswertere Ausrüstung und effizientere Techniken.

Beste Eignung und Verbreitung: Baumpfleger-Ausrüstung ist ideal für Baumfreaks, die kaum was anderes machen und sich gerne vielseitig im Lebewesen Baum bewegen. Am häufigsten wird sie von norddeutschen T5 Gängern benutzt (mit passenden Caches).

 

Industriekletter-Ausrüstung

Industriekletterer müssen sich am Seil hängend bewegen und ab und zu positionieren. Das machen auch T5 Kletterer. Deshalb ist das Industriekletterzeug generell gut geeignet und auch preiswerter als Baumpfleger-Ausrüstung. Seilklemmen- und Abseilgeräte-Einsatz mit passendem Seil sind längst T5-Standard. 

Einschränkungen: Industriekletter-Ausrüstung ist ausgelegt auf maximale Sicherheit unter Baustellen-Bedingungen. Da letzteres bei T5 Kletterern nicht auftritt, sind weder Vollgurte nötig, noch aufwändige Backup-Systeme. Auch ist die Ausrüstung mehr auf statische Positionierung ausgelegt als auf dynamische Bewegung. Der T5 Kletterer kann schnell oversized kaufen und ärgert sich hinterher über hohes Gewicht und Volumen.

Beste Eignung und Verbreitung: selektive Industriekletterausrüstung ist universell einsetzbar im T5 Basic-Bereich. Fortgeschrittene benötigen Ergänzungen aus anderen Bereichen. Die Ausrüstung findet man deutschlandweit bei T5 Kletterern mit Schwerpunkt Mittel-/Westdeutschland.

 

Sportkletter-/Alpinausrüstung

Wer Ausrüstung zum Klettern sucht, findet zuerst Sportkletterausrüstung in Geschäften und Online-Handel. Das Zeug ist am preiswertesten. Auch ist es auf maximale Beweglichkeit und geringes Gewicht ausgelegt.

Einschränkungen: Hauptnachteil ist die Auslegung auf passives Sichern - Sportkletterausrüstung macht immer einen "Nebenjob" und dient zum Auffangen von Stürzen. Techniken zum aktiven Klettern am Seil sind nur sehr rudimentär. Lange Hängepartien können unangenehm werden. Da T5 Caches aber für all das ausgelegt sind, ist Sportkletterausrüstung nur in Teilen sinnvoll einsetzbar.

Beste Eignung und Verbreitung: Gelegenheits-T5-Gänger kommen mit Sportkletterzeug zurecht, vor allem, wenn sie die Ausrüstung sowieso besitzen und auch sonst einsetzen (Kletterhalle, Fels). Perfekt geeignet ist sie für alle T4-4,5er und Felsklettercaches. Am häufigsten verbreitet im T5 Bereich findet man diese Ausrüstung in Ostdeutschland (Sachsen) und Süddeutschland.

Woran erkenne ich Qualität?

Die Qualität von T5 Ausrüstung (offiziell: PSA gegen Absturz der Kategorie III) ist generell gut, denn sie unterliegt scharfen Normen. Die Normen sagen zwar wenig aus über die Funktionalität, Dauerhaltbarkeit oder gar Leidenschaft eines Produkts/Herstellers, als Richtschnur sind sie aber sinnvoll.

Das erste und wichtigste Qualitätssiegel ist das CE Kennzeichen. Es ist nur original, wenn es in den typisch halbrunden Lettern geschrieben ist. Es muss auf jedem Seil, Abseilgerät, Karabiner, Helm etc. aufgedruckt sein, verbunden mit einer vierstelligen Nummer dahinter. CE mit Nummer gibt an, dass der Hersteller nach den gültigen EN Normen fertigt und dies unabhängig bei einem Prüfinstitut überprüfen lässt. Oft muss der Hersteller auf dem Produkt auch noch die zuständige EN Norm angeben, etwa EN 362 für Karabiner.

Dass ein Hersteller nach CE und EN fertigt, kannst du auch an der meist sehr umfangreichen Bedienungsanleitung erkennen. Die Bedienungsanleitung ist Pflicht. Eigentlich würde eine deutsche Bedienungsanleitung reichen, aber die meisten Hersteller machen einen Rundumschlag und produzieren eine Anleitung in allen EU Sprachen. Deshalb hängt z.B. an einem einzigen Karabiner zuweilen das gleiche Papier-Gewicht.

Solltest du keine CE Kennzeichnung mit Nummer sehen, dann kaufe das Produkt nicht. Es ist dann entweder nicht vorgesehen als PSA Ausrüstung (Baumarktware) oder es handelt sich um einen Grauimport. Auch wenn die CE Buchstaben nicht halbrund sind, wenn kein Hersteller drauf steht und kein Artikelname (beides ist in der EU Pflicht). Auch wenn auf dem Artikel kein kleines offenes Buch mit einem i aufgebracht ist, ist Vorsicht bei Neuware angesagt - dieses Piktogramm als Hinweis zum Lesen der Anleitung ist mittlerweile Pflicht.

Ein besonderes Qualitätssiegel ist das UIAA Kennzeichen. Die UIAA (Union Internationale des Associations d ́Alpinisme) ist der internationale Bergführerverband. Noch vor der EU waren sie die ersten, die Normen einführten für Bergausrüstung. Diese Normen werden ständig aktualisiert, sind oft anwendungsbezogener als EN und vor allem schärfer. Auch gibt es Normen, die bei der EU gar nicht existieren, etwa eine Norm für Imprägnierung von Seilen. Wenn ein Artikel den UIAA Aufdruck hat, ist das ein echtes Qualitätssiegel, denn das geschieht völlig freiwillig - im Gegensatz zu EN sind die UIAA Normen keine Pflicht.

Ein weiteres Qualitätsmerkmal ist, wie weit ein Hersteller mit seinem Produkt die Norm übertrifft. Gegebenenfalls werden wir das hier demnächst aufführen pro Produkt. Ein Beispiel: die Karabinerqualität zeigt sich vor allem im Belastungswert "Schnapper offen", der auf jedem Karabiner aufgedruckt ist. Die Norm schreibt 7kN vor (700 Kilo). Manche Karabiner erreichen aber 8 oder 9 kN - Zeichen für einen hochwertigen Karabiner.

Es gibt weitere Qualitätsmerkmale, die über die Norm leider nicht zu erkennen sind. Etwa die Innovationskraft oder Leidenschaft des Herstellers. Auch die Dauerhaltbarkeit und Praxisnähe der Produkte kann man nirgendwo nachlesen. Hier bist du auf unsere Beratung und 30-jährige Erfahrung angewiesen und hast den maximalen Vorteil gegenüber allen anderen.

Wie transportiere ich mein Zeug draußen?

T5 Ausrüstung kann ziemlich voluminös und schwer sein. Das Zeug durch den Wald zu schleppen, ist nicht immer lustig. Nach tausenden von T5ern hat sich dieses System bei uns am meisten bewährt:

 

  • Hauptrucksack: hier kommt die Hardware rein wie Klettergurt, Karabiner, Schlingen, Pilotleine, Helm, Klamotten, ggf.Bigshot Kopf etc. Als Rucksack haben sich Seilrucksäcke bewährt, die per RV weit zu öffnen sind, etwa von Arcteryx (Miura 45, super durchdacht aber teuer) Black Diamond (Demon duffel, mit Seilplane) Metolius (Crag station, extrem robust). Volumina ab 40 Liter. Klassische Deckeltaschen-Rucksäcke haben eine fummelige und zu kleine Toploader-Öffnung, und man sucht darin ständig seinen Kram
  • Seiltasche: wir befördern das Seil immer separat. Vorteil: es ist vor Ort ratzfatz einsatzbereit. Wenn man mit mehreren Personen/Seilbesitzern geht, kann man sein Seil auch mal im Auto lassen ohne Umpacken. In die Seiltasche stecken wir auch gleich die Befestigungsschlingen inklusive Karabiner. Als klassische Seiltasche hat sich die Singing Rock bewährt (sehr große Plane) oder auch der Bucket von Petzl
  • Bigshot: auch das Bigshot Gestänge befördern wir extra, da nicht immer nötig. Perfektes Transportmittel ist die geoclimbing BiggieBag, siehe hier.

 

Die Ausrüstung kann tutti schon mal 20 Kilo wiegen. Das ist auch der Grund, warum einige T5 Gänger lauffaul sind. Das Zeug wiegt eben. Auf längeren T5 Touren lassen wir den Gurt ständig an, auch im Auto, beim Laufen, beim Tanken etc.

Welche Klamotten sind geeignet zum T5 Cachen?

Im Grunde die gleichen wie zum normalen Cachen. Ein paar Ergänzungstipps:

  • im Gurt hängend rutschen Hemd und T-Shirt gerne aus der Hose. Sie dürfen also lang geschnitten sein
  • Hände sollten unbedingt geschützt werden mit Handschuhen, in der warmen Jahreszeit auch fingerkuppenfreie zum besseren Handling an der Dose
  • Bei einer Jacke mit Zweiwegereißverschluss kann ich mein Gurtzeug drunter anziehen und beim Klettern im Regen die Jacke von unten öffnen
  • Knieschoner sind sinnvoll. Bei einigen Arbeitshosen lassen sich diese in Knietaschen einschieben

Ich fliege ins Ausland. Welche T5 Reiseausrüstung empfehlt ihr?

Das hängt stark davon ab, was dich im Zielgebiet erwartet - auf jeden Fall solltest du zu erwartende T5 Caches vorher ansehen und danach die Ausrüstung wählen.

T5 Gänger haben bei einer Flugreise schnell ein Gepäckproblem. Meist ist die T5 Ausrüstung nur ein "add on" für den Urlaub, und es stellt sich die Frage, was man davon mitnimmt.

Zum Klettern haben wir ein ultraleichtes Reiseset. Extrem sparen kann man am Seil - da in den meisten Ländern die T5 Baumdosen niedriger hängen, reicht uns ein 30m Statik-Reiseseil in 9mm. Wiegt nicht einmal 2 Kilo. Als Gurt verwenden wir einen ultraleichten Sportklettergurt mit nur 260 Gramm. Wir haben auch ein Spezial-Gurtset der Sondereinsatzkräfte, bei dem ein hoch belastbarer Gürtel mit Einbindeschlaufe kombiniert wird mit modularen Beinschlaufen. Man seilt sozusagen mit der Hose ab. Wiegt nur 150 Gramm extra und funktioniert überraschend bequem und gut!

Dazu das Grigri als Aufstiegs-/Abseilgerät, ein paar Karabiner und Bandschlingen sowie das Handsteigklemmenset. Gesamtgewicht etwa 3 Kilo, passt in jedes Handgepäck. Du kannst alle Teile bei uns kaufen.

Wir warten darauf, dass einem T5 Cacher das Seil beim Check aus dem Handgepäck genommen wird. Er könnte ja die ganze Crew fesseln. Deshalb: Wer uns ein Fesselbild einer Flugzeugcrew schickt, bekommt ein Reiseseil umsonst, versprochen!

Im Ausland sind T5 Caches häufig Bootscaches. Wer vor Ort nichts kaufen/anmieten möchte, der kommt um ein Packraft als Reiseboot nicht herum. Mehr darüber in dieser Frage.

Worauf muss ich beim Seilkauf achten?

Seile werden grundsätzlich getrennt in Dynamik- und (halb)statische Seile. Erstere haben eine Gebrauchsdehnung von 7-9%, letztere von 3-5%. Statikseile sind also wegen der geringeren Dehnung für Geocacher besser geeignet, weil wir ständig am Seil hängen und der Aufstieg leichter fällt. An einem Dynamikseil kann man wie ein Flummy-Ball wippen beim Aufstieg - Energie geht verloren. Statikseile sind außerdem robuster.

Unser beliebtester Seildurchmesser ist 10,5mm: alle Abseilgeräte sind dafür geeignet, das Seil ist von Gewicht und Preis noch erträglich. 11mm Seile sind entsprechend teurer und schwerer und sind vor allem beim Geräte-Aufstieg am nassen Seil zuweilen eine Qual. 10mm Seile sind ganz erheblich schneller beim Abseilen und nur noch für wenige Geräte offiziell geeignet.

Eine Sonderstellung haben Baumkletterseile: sie haben einen höheren Durchmesser (meist ab 12mm) und eine andere Mantelkonstruktion (weniger Geflechte), die sie sehr geschmeidig macht. Leider haben diese grob geflochtenen Mäntel eine geringere Robustheit an Konstruktionen (LP, Brücken, Fels) und halten Schmutz schlechter fern vom Kern. Außerdem erfordern Baumpfleger-Seile andere Abseilgeräte und -konstruktionen wie ART Lockjack, Petzl Zigzag, Prusiklifts. Alles ist deutlich teurer. In Norddeutschland gibt es dennoch eine hohe GC-Kletter-Tradition mit solchen Seilen - für den Baumvorstieg etwa sind sie sehr gut geeignet. Die hohen Seildurchmesser haben ein noch besseres Handling, gerade im Zusammenspiel mit Prusikknoten. Das einzige uns bekannte Seil, dass konstruktiv die Robustheit der Industrieseile mit der Dauer-Geschmeidigkeit der Baumkletterseile vereint ist unser eigenes Ultimate Pro Seil, guckst du hier.

Als Grundseillänge empfehlen wir 60m. Du bist damit für so ziemlich alle Caches gewappnet.

Wir empfehlen grundsätzlich den Kauf von in Europa produzierten Seilen. Billigseile mit Meterpreisen um 1,70 lehnen wir ab, denn meist werden sie bald platt, sind durch rutschende Mäntel schwammig und blockieren/rutschen dann durch das Gerät.

Nur 60m Seillänge? Was ist mit der "Drei-Drittel-Regel" und mindestens 80m Seil?

60 Meter reicht, denn: wenn du mehr brauchst, etwa in sehr hohen Bäumen, wirst du ohnehin mit einem Vorstiegssystem arbeiten. Für die ganz seltenen Zu-Kurz-Fälle kann man sein Hauptseil auch verlängern. Diese Fälle rechtfertigen aber nicht das Mehrgewicht und den Mehrpreis eines längeren Seils. Nach vielen tausend T5ern haben wir noch nie das Bedürfnis gehabt nach einem längeren Seil außer in sehr speziellen und schwierigen Höhlencaches.

Die "Drei-Drittel-Regel" kursiert in einigen T5 Foren: man benötige ein Drittel der Seillänge für rauf, ein weiteres Drittel runter und ein letztes Drittel als Reserve zum Notfall-Abseilen. Bei einem Baumcache in 25m Höhe würden also mindestens 75m Seillänge fällig.

Unsere Meinung dazu: hier wird fehlendes Wissen durch Material kompensiert. Selbstverständlich spricht nichts gegen ein langes Seil, aber:

  • diese Lösung ist teuer
  • diese Lösung ist schwer: das Seil wiegt mehr und benötigt mehr Stauraum
  • diese Lösung ist unflexibel: beim Einbau im Baum sollte man den Aufstiegs-Strang schon vor dem Seileinziehen wissen. In der Praxis entscheidet man aber oft spontan nach dem Einbau. Hierfür müsste das Seil aufwändig "durchgezogen" werden

Tatsächlich gibt es genug Techniken, auch mit einem kürzeren Seil jederzeit jemanden sicher aus dem Baum zu holen. Diese Passiv-Techniken lernst du auf unserem Safetykurs.

Sind Statikseile gefährlich bei einem Sturz?

Kaum jemand weiß, dass es auch für Statikseile einen Norm-Sturztest gibt. Obwohl eine deutlich geringere Dehnung, müssen sie Notfall-Reserven bereit stellen - konkret einen Sturz mit Sturzfaktor 0,3 ausreichend dämpfen. Sie können danach sogar weiter verwendet werden. Das gilt selbstverständlich auch für unser extrem dehnungsarmes Ultimate Pro Seil.

Sturzfaktor 0,3 bedeutet, dass du 30% von der ausgegebenen Seillänge stürzen darfst. Wenn dein Seil über einer Astgabel in 15m Höhe liegt und du in 10m Höhe stürzt, ist die ausgegebene Seillänge 20m: 15m vom Boden bis zur Astgabel und von dort weitere 5m bis zu dir.

30% von diesen 20m sind 6 Meter. Du darfst also 6m frei fallen, und dein Statikseil dämpft noch immer ausreichend! Mehr zum Sturzfaktor findest du in dieser Frage.

Gegen schwere Stürze spricht auch die Kletter-Realität: da T5 Cacher im Gegensatz zu Sportkletterern am Seil und nicht am Fels klettern, können sie fast unmöglich in ihr Seil stürzen. Sie hängen ja schon dran.

Stürze sind im T5 Bereich deshalb extrem selten. Meistens handelt es sich um Ausrutscher, etwa beim Balancieren auf einem Ast. Wer sich dabei korrekt sichert, muss sich keine Gedanken machen.

Von einigen Internet-Shops kann ich mir Seilstücke zuschneiden lassen. Lauern da Gefahren?

Generell ist nichts einzuwenden. Da es bei Industriekletterern üblich ist, Seile auf Rollen kaufen und sich die benötigte Länge abzuschneiden (und nach dem Einsatz wegzuwerfen), werden solche Leistungen auch Geocachern angeboten.

Die Wenigsten wissen allerdings, dass selbst zugeschnittene Seilstücke an jedem Ende eine Banderole tragen muss mit Seilname, Seiltyp (A oder B), Durchmesser in mm, Nummer der Norm (EN 1891), Herstellungsjahr (mind. die letzten beiden Stellen), Hersteller und Batch-Nummer. Das schreibt die EN 1891 Norm vor. Auch muss eine Gebrauchsanweisung mitgeliefert werden. Nur so weiss der Käufer, ob ihm anständige Ware und nicht irgendein alter Kellerkram verkauft wurde.

Von uns zugeschnittene Seile bekommen an beiden Enden Thermo-Etiketten.

Wie wichtig sind die technischen Daten eines Seils?

Zu den technischen Seildaten, meist auffindbar in der Anleitung, haben wir ein gespaltenes Verhältnis. Einerseits bieten sie Orientierung. Andererseits sagen sie nicht alles aus. Wer sein Seil nur nach Papierwerten kauft, wird eventuell enttäuscht. Das ist wie bei Kameras: die Megapixel sagen wenig aus aus über die Bildqualität. Datenfreaks sollten wissen:

  • Varianzen: manche Hersteller reizen zulässige Mess-Varianzen bei der Angabe der Daten aus und geben den bestmöglichen Wert an. Tatsächlich verhält sich das Seil aber anders. Ein Seil mit 3% Dehnung kann in der Realität locker 4% haben. Andere Hersteller sind dagegen sehr genau
  • Genug ist genug: Viele Hersteller testen ihr Seil nach den Vorgaben der EN Norm und hören auf, wenn das Seil die Norm erfüllt. Etwa bei der maximalen Sturzzahl: die Norm schreibt 5 gehaltene Stürze vor. Man könnte jetzt weiter testen, bis man schwarz wird bzw. das Seil reißt. Irgendwann gibt jeder Hersteller auf, denn die Testerei ist teuer, und Statikseile sind gewöhnlich unterfordert beim Sturztest. Steht als Sturzzahl >5 beim einen, Sturzzahl >20 beim anderen Seil, sagt das nichts darüber aus, wieviele Stürze das Seil tatsächlich hält. Der erste Hersteller hat nur früher aufgehört
  • Realität: Alle technische Daten werden unter besten Bedingungen und im Neuzustand ausgeführt. Die Realität sieht oft anders aus. Wetter, Alter und Zustand des Seils, Umlenkungen, angehängtes Gewicht und Verhalten sind häufig dramatisch anders. Im Automobilbereich kennen wir das ja auch beim Spritverbrauch

Die Realität schlägt noch immer die Messwerte, das ist auch unsere Erfahrung nach Jahren.

Wo schummeln Hersteller und welche Seildaten hat geoclimbing.de geschaffen?

Da wir ein eigenes Highend-Seil produzieren, sind wir vertraut mit Tricks anderer Hersteller. Am häufigsten wird geschummelt bei den Angaben von Seilgewicht und Seillänge. Bei Messungen kommen wir stets zu ähnlichem Ergebnis: Seile sind in der Regel schwerer als angegeben. Ein 10,5er Statikseil mit offiziell 72g/m kommt schon mal auf 78 Gramm. Bis zu 10% mehr ist eher Standard als Ausnahme.

Zwar ist das Seilgewicht abhängig von der Umgebungsfeuchtigkeit. Hersteller müssen Testmuster standardisiert vorbereiten bei 60-70% r.F. und 18-22°C. Höhere Luftfeuchtigkeit kann das Seilgewicht hochtreiben.

Ganz offiziell tricksen Hersteller auch mit der tatsächlichen Meterangabe: zur Messung wird das Seil mit 10kg belastet, ein Meter am gespannten Seil abgemessen, dann entlastet. Jetzt ist das Muster nur noch 96-98cm lang. Dessen Gewicht wird als offizielles Metergewicht angegeben - also von vorne herein etwa 3% weniger. Das ist laut EN Norm offiziell erlaubt.

Damit der Kunde beim Nachwiegen nichts merkt, kommt Trick 2 zum Einsatz: das Seil ist kürzer. Wir haben schon 60m-Seile mit nur 56m oder 30er mit tatsächlich 26m gemessen. Wir nennen das den Biertrick: einige Brauereien füllen in ihre Flaschen minimal weniger, was keiner merkt. In der Masse kommt aber was zusammen.

Bei unserem Ultimate pro Seil wollen wir andere Wege gehen: das Seilgewicht ist so exakt wie möglich berechnet - so genau, dass wir allein vom Gewicht sagen können, ob ein Seil 61 oder 61,5m lang ist. Denn auch das ist uns wichtig: wir machen unser Seil im Zweifel länger und schenken dem Kunden Extrameter.

Weil uns wichtige Seildaten stets fehlten, ermitteln wir selbst:

  • Nässewerte: wir messen Nässeaufnahme und Trockenzeit von allen von uns verkauften Seilen
  • Druckfestigkeit: wie ein Seil im Gerät zusammengepresst wird, entscheidet über den Abseilkomfort, Haltbarkeit und Seilqualität. Wir ermitteln einen eigenen standardisierten Wert, bei dem ein Seil 30 Sekunden mit 80 Kilo platt gedrückt wird. Gemessen wird je dreimal vorher und nachher die Seildicke auf 0.01mm genau. Der Wert gibt die Reduktion in Prozent an. Ein gutes 10,5er Statikseil hat eine Druckfestigkeit von um -9%. Es wird sozusagen 9 Prozent platter. Unser Ultimate Pro hat nur -3,4%, der niedrigste je gemessene Wert
  • Gleitwiderstand: glatte Seile sind sexy. Sie gleiten besser über Astgabeln, Steigklemmen laufen besser. Wir messen den Gleitwiderstand mit einer Petzl Croll. Diese wird in 1m Höhe an einem Seil mit einer Zugwaage hochgezogen. Gemessen wird die nötige Zugkraft. Ausgedrückt wird diese in Relation zum Croll-Gewicht. Bei einem Gleitwiderstand von 3 benötige ich 3 mal das Eigengewicht der Croll als Zugkraft. Traumwerte liegen unter 2,5, die meisten Seile liegen zwischen 2,5 und 3. Dünne Seile haben einen besseren Gleitwiderstandswert als dicke. Gebrauchte Seile gleiten bis zu 20% schlechter. Dafür gleitet eine gebrauchte Croll bis zu 10% besser
  • Seillänge: geoclimbing.de hat ein eigenes plombiertes Seillängen-Messgerät, das zentimetergenau den Real-Wert ermittelt. Wir führen kostenlose Messungen durch für alle Kunden.

Ist die Seildehnung wirklich wichtig?

Ja. Eine geringe Seildehnung macht dich viel effizienter beim Aufstieg. Bei den viel dehnbareren Dynamikseilen wippst du dagegen wie ein Gummiball. Von der Sicherheit ist das kein Problem, aber es kostet Energie.

Das Statikseil von meinem Kumpel fühlt sich beim Aufstieg total anders an. Woran liegt das?

Obwohl nahezu identische Dehnungswerte, können sich Statikseile in der Realität völlig unterschiedlich anfühlen. Das liegt am offiziellen EN-Messverfahren:

Ein 3m langes Seilstück wird nach EN 1891 mit einem Gewicht von 50 Kilo belastet. Dann hängt man weitere 100 Kilo dran und misst die Verlängerung des Seils. Dieser Wert ist der Dehnungswert und wird in Prozent ausgedrückt. Statikseile dürfen dabei 5 Prozent nicht überschreiten. Meist liegen sie zwischen 3 und 4 Prozent. Der Dehnungswert ("Elongation") kannst du in den technischen Daten eines Seils ablesen.

 

Das offizielle Messverfahren gibt also nur einen Endwert an bei einem definierten Gewicht. In der Realität ist das Körpergewicht von Geocachern sehr unterschiedlich. Auch gibt es Statikseile, die sich zu Beginn einer Belastung dehnen und danach weniger (wir nennen das "Endhärte"). Andere haben eine kontinuierliche Dehnung über die gesamte Belastungsstrecke. Die EN Norm kann das nicht zeigen, genauso wenig wie das Verhalten eines Seils auf die Dauer. Statikseile können sich daher völlig unterschiedlich anfühlen. Unsere Erfahrung:

  • Der Seildurchmesser hat auf das gefühlte Dehnungsverhalten einen eher geringen Einfluss. Ein dickeres 11mm Seil ist also nicht automatisch dehnungsärmer als ein 10mm Seil
  • Speläo- und Canyoningseile neigen zu einer "Endhärte": nach einer Anfangsdehnung fühlen sie sich unter Last eher fest an, was den Aufstieg erleichtert
  • Working- und Industrieseile haben eine eher kontinuierliche Dehnung, wippen beim Aufstieg etwas mehr
  • Alte Seile werden "härter" und steifer
  • Nasse Seile dehnen sich etwas mehr. Vereiste Seile sind hart.
  • Höhere Seilmantelanteile von über 40% (steht auf der Packung des Seils) führen durchschnittlich zu einer höheren Endhärte
  • das dehnungsärmste uns bekannte Seil mit sehr hoher Endhärte ist unser eigenes Ultimate Pro mit Real-Werten unter 2%

Welche Unterschiede gibt es bei Seilmänteln und -materialien?

Mit dem Seilmantel hat dein Seil Kontakt zur Außenwelt - der Mantel dient zum Schutz, während der Kern die tragende Funktion übernimmt. Schmutz im Seilkern ist nicht gut - Dreckpartikel können feine Filamentfasern durch Reibung zerstören. Je dicker ein Seilmantel und je dichter geflochten, desto besser schützt er und desto weniger rutscht er auf dem Seilkern. Leider geht das auf Kosten des Handlings - das Seil fühlt sich weniger weich an und ist schlechter zu knoten. Auch wird es mit der Zeit steif.

Seilmäntel bestehen aus Fäden (und diese aus feinen Filamenten), die auf verschiedenste Art verflochten werden. Manchmal nimmt der Hersteller nur einen Faden und macht daraus das Mantelgeflecht (z.B. Tendon SBS Verfahren). Sehr häufig werden aber zwei Fäden nebeneinander genommen und als Doppelfaden verflochten. 40-50 Stränge braucht man davon für einen Seilmantel - das gängigste Verfahren bei Industriekletterseilen. Manchmal legen Hersteller aber auch drei, vier oder mehr Fäden nebeneinander und verflechten dann erst - das Geflecht wird dadurch grober (Baumkletterseile) mit 32 oder weniger Fadensträngen.

Im Industrie- und Speleobereich werden oft dichte 48er Mantelgeflechte eingesetzt. Durch die hohen Belastungen von Auf- und Abseilgeräten müssen die Mäntel dichter sein, da sie sonst auf dem Kern rutschen würden. Baumpflegeseile haben dagegen oft nur ein 16er Geflecht. Das macht sie unglaublich weich, aber empfindlicher gegen Eindringen von Schmutz (was im Baum nicht so tragisch ist). Seilklemmen müssen vorsichtiger verwendet werden.

Seilhersteller versuchen durch Flechttechnologien, Materialien und Vorbehandlungen das Handling zu verbessern. Trotzdem gibt es Seile für bestimmte Einsatzbereiche, deren Unterschiede fast nur im Mantel liegen:

  • Industrieseile: Arbeits- und Industrieseile sind ausgelegt auf hohe mechanische Belastungen wie Reibung, Druck, aber auch Schmutz. Oft werden sie recht einfach hergestellt, denn Industriekletterer werfen die Seile zuweilen schon nach dem ersten Einsatz weg. Dennoch sind sie für Geocacher gute Universalseile mit anständiger Preis/Leistung. Sie fühlen sich am Baum genauso zuhause wie im LP Bereich oder sogar einer nicht zu anspruchsvollen Höhle. Es gibt auch Exoten-Industrieseile, die gegen bestimmte Chemikalien beständig sind, für den Offshore-Einsatz gemacht, gegen extreme Hitze oder hohe Schnittbelastungen
  • Speläoseile: Höhlenseile haben einen geringeren Seildurchmesser (um 10mm) um sie leichter zu machen und damit sie auch bei Nässe/Schmutz gut zu bedienen sind. Der Mantelanteil liegt meist über 40% für einen höheren Schutz gegenüber Dreck. Zuweilen wird der Seilmantel aus Polyester gefertigt, da dieses einen etwa 20 Grad höheren Schmelzpunkt hat und bei häufigem/schnellen Abseilen besser geeignet ist. Auch nimmt Polyester weniger Nässe auf.
  • Canyoning-/Nass-Seile: Canyoningseile haben ebenfalls einen etwas geringeren Seildurchmesser um 10mm, da sie bei Nässe aufquellen. Oft wird ein anderes, schwimmfähiges und hydrophobes Material eingesetzt - meist im Kern, manchmal auch im Mantel. Dieses Material (z.B. Polypropylen, PP) macht das Seil erheblich leichter
  • Baumpflegeseile: haben einen größeren Durchmesser für besseres Handling und das Mantelgeflecht ist erheblich grober. Das macht sie superweich, allerdings auch durchlässiger für Schmutz. Dem Baumpfleger ist das egal, da der Baum-Schmutz ein anderer ist und weit weniger feinkörnig und aggressiv als Boden- oder Höhlen-Dreck. Mit Handsteigklemmen muss man etwas vorsichtiger umgehen, damit deren spitze Zähne sich nicht in Fasern verhaken.
  • Spezialeinsatz-Seile: für Sondereinheiten und Feuerwehr gibt es Spezialseile. Zum Schnittschutz werden z.B. Edelstahlfäden eingearbeitet. Sehr verbreitet ist auch der Einsatz von Aramid (Kevlar, Technora). Das Seil wird (kurzfristig) hitzebeständig bis 400 Grad, ist im Handling und Dehnung deutlich "härter" und läuft materialbedingt extrem schnell durchs Abseilgerät

Faustregel für Seilmäntel (bei Industrie- und Speläoseilen): je höher der Mantelanteil, desto besser der Schutz, aber auch geringer die Knotbarkeit. Mantelanteil findest du auf jeder Seilpackung, wobei hohe Anteile ab 40% anfangen.

Woran erkenne ich ein weiches Seil?

Weiche Seile sind sexy - sie liegen super in der Hand und lassen sich fantastisch knoten. Subjektiv fühlt sich ein weiches Seil wertig an. Die Weichheit eines Seils ist abhängig vom Seilmantel und dessen Aufbau/Flechtart.

Tatsächlich gibt es einen Wert für die Weichheit eines Seils - die Knotbarkeit (knotability). Die Knotbarkeit geben seriöse Seilhersteller an, es gibt dafür sogar einen EN Normtest. Dafür wird ein einfacher Knoten (Sackstich) ins Seil gemacht, mit 10kg belastet und dann der Innendurchmesser des Knotens gemessen. Je geringer dieser Durchmesser, desto besser knotbar ist das Seil.

Die Knotbarkeit wird angegeben in Relation zum Seildurchmesser. Ein Knotbarkeitswert 1 sagt aus, dass der Innendurchmesser des Knotens nach dem Test genauso groß war wie der Seildurchmesser. Je niedriger der Wert, desto besser die Knotbarkeit. Werte kleiner gleich 1 gelten als sehr gut. Statikseile dürfen einen Wert von 1,2 im Neuzustand laut Norm nicht überschreiten.

Sehr gute Knotbarkeit hat auch Nachteile: stark zugezogene Knoten lassen sich weniger einfach öffnen, insbesondere bei geringen Seildurchmessern.

Die Knotbarkeit eines Seils wird immer im Neuzustand gemessen - im Gebrauch kann sie sich erheblich ändern.

Kann ich mein Seil gebraucht kaufen, etwa bei ebay?

Können schon. Wir raten aber davon ab. Denn du weißt nicht, was mit dem Seil angestellt wurde. Einige Schäden kann man dem Seil nicht ansehen. Mehr Sicherheit hast Du, wenn zum gebrauchten Seil ein Prüfbericht vorliegt einer PSA Prüfstelle. geoclimbing.de ist eine solche offizielle Prüfstelle und wir stellen Berichte aus für Seile, Gurte, Karabiner etc.

An deinem Seil hängt dein Leben, deshalb ist in diesem Bereich Sparen nicht die beste Empfehlung. Ein neues Seil bekommst du entweder bei uns oder bei engagierten Kletterläden. Bei uns hast du den Vorteil eines just-in-time Systems: wir halten ein minimales Lager und lassen uns vom Hersteller on demand beliefern. Du kriegst so Seile der aktuellen Produktion. Außerdem haben wir Seile, die sonst nirgendwo gibt, da wir nach eigenen Highend-Standards fertigen. Wie du bei uns einkaufst, findest du hier.

Welche Seiltechnologien sind sinnvoll?

Findige Seilhersteller vergeben ihren Statikseilen gerne klanghafte Attribute wie ThermoShield, Unicore, Secure etc. Was steckt dahinter und was ist sinnvoll?

Grundsätzlich ist die Konstruktion von Kernmantel-Seilen seit über 40 Jahren gleich: ein aus feinsten Filamenten zu Zwirnen geflochtener Kern bekommt einen Mantel außenrum, und fertig. Natürlich sind die Rohstoffe, Vorbehandlung und Flechttechnologie wichtig, das Grundprinzip aber bleibt. Nach der Herstellung wird der Mantel manchmal ausgerüstet mit diversen Coatings, etwa gegen Feuchtigkeit. Diese zusätzlichen Ausrüstungen sind bei Statikseilen eher selten, da sie bei Industriekletterern oft nur kurzfristig eingesetzt werden und den Preis unnötig erhöhen. 

In jüngster Zeit kommt Bewegung in die Szene. Deshalb hier ein Statikseil-Überblick: 

 

  • Beal setzt  auf Unicore: der Seilmantel wird mit dem Kern verklebt, also nicht einfach nur draufgewoben. Das soll zusätzliche Sicherheit geben. Nachteile: nach unseren Messungen trocknen die Seile etwa 30% langsamer. Sie werden auch im Handling auf Dauer steifer als andere Seile, da sich der Mantel beim Verdichten durch Abseilen kaum zurückstellt
  • Edelrid: Bei Statikseilen setzt Edelrid auf Thermo-Shield und LinkTec. Thermo-Shield ist eine thermische Nachbehandlung des Seils, welche zur Harmonisierung der Fasern dienen soll. Auch andere Hersteller verwenden solche Nachbehandlungen. LinkTec ist ein Verkleben von Seilmantel und Kern
  • Edelweiss: seit die Österreicher von Beal gekauft wurden, übernehmen sie deren Technologien. Auch hier wird Unicore angeboten, siehe oben. Seit 2015 gibt es etwas Bewegung mit neuen Anti-Nass-Technologien für Statikseile, die sie geschmeidiger machen
  • Geoclimbing: Wir produzieren das eigene Seil Ultimate Pro beim österreichischen Hersteller Teufelberger, unserer Meinung nach das beste Statikseil der Welt. Platinum: wir verwenden die Technologie von Teufelberger (s.u.). HARD-CORE: Der Seilkern wird hochdicht ausgeführt mit einem flexibleren Mantel. Das macht das Seil präzise, dauerhaft geschmeidig und extrem dehnungsarm mit sehr geringer Verformung. ULTRAGLIDE: spezielle Manteltechnik/-material führt zu sehr geringem Reibungswiderstand. Seilklemmen laufen viel leichter, das Seileinziehen braucht weniger Energie. Seile trocknen 20% schneller und sind hitzebeständiger
  • Mammut: die Statikseile machen bei den Schweizern ein Randsegment aus, deshalb sind uns keine speziellen Technologien bekannt. Alle Seile von Mammut werden bei Teufelberger produziert
  • Tendon/Singing Rock/Lanex: Lanex mit den beiden Marken Tendon und Singing Rock hat verschiedene Technologien. Secure: Seilmantel und Kern bestehen aus verschiedenen übereinander liegenden Flechtebenen, also nicht nur Kern und Mantel, sondern Kern, Zwischenmantel, neue Flechtlage und Außenmantel. Das führt zu hoher Widerstandsfähigkeit. Secure wird auch bei Statikseilen verbaut. SBS: Das Single Braiding System (Tendon) verwendet im Seilmantel nur einen Faden anstatt wie sonst üblich zwei parallele Fäden. Ergebnis ist ein etwas kernigerer Griff und eine hohe Resistenz gegen Verhärtung. Wir haben schon hunderte Meter daran zurückgelegt und selbst nach gewolltem Anschmelzen des Mantels bleibt es geschmeidig. Leider wird SBS vor allem in Dynamikseilen eingesetzt. R44: Für die Seilmantelproduktion wird ein groberes Geflecht eingesetzt mit 44 Flechtsträngen, was die Verdichtung verringern soll
  • Teufelberger: der österreichische Hersteller ist größer und kompetenter, als viele glauben. Teufelberger produziert für viele andere Marken. Die Fertigung ist hochmodern. Mit Platinum hat man eine patentierte dreidimensionale Flechttechnologie: Mantelzwirne werden bis in den Kern geflochten und wieder zurück - die einzige uns bekannte mechanische Verbindung zwischen Kern und Mantel. Die Technologie ist sehr aufwändig und teuer, die Seile sind sehr sicher, da Kräfte in den Kern geleitet werden und nicht nur am Mantel anliegen

Welche "Geheimcodes" bauen Hersteller in ihre Seile ein?

Die Wiedererkennbarkeit eines Seils ist für Hersteller wichtig. Falls jemals ein Unfall oder Schaden passiert, können sie das Seil eindeutig zuordnen.

Erkennen kann man die Seildaten meist aufgedruckt auf dem Seilende. Leider gehen sie dort schnell verloren oder nutzen ab. Deshalb gibt es pfiffige Zusatztechnologien:

 

  • Kennfaden und Kenntape: im Seilkern baut jeder Hersteller einen Kennfadensystem ein (bei dynamischen Seilen) oder bedruckte Kenntapes (bei Statikseilen). Je nach Farbe der Kennfäden kann der Hersteller sagen, in welchem Jahr das Seil hergestellt wurde, da jedes Jahr ein eigenes "Farbsystem" hat. Der Hersteller Beal geht sogar noch weiter: alle Nähte (z.B. bei umgenähten Seilenden) werden jedes Jahr in einer neuen Farbe genäht. So kann man allein an der Nahtfarbe bereits das Herstellungsjahr erkennen. Bei den Tapes der Statikseile bringen die Hersteller mehr Informationen unter: darauf gedruckt sind Herstellungsjahr, welche Normen es erfüllt, Seiltyp (A oder B), und Material. In den USA müssen laut NFPA (National Fire Protection Agency) zwei Kenntapes drin sein - das ist der Grund, warum manche Seilhersteller dasselbe Modell in "US Ausführung" produzieren. Im Innern des Seils sind diese Systeme gut geschützt
  • Geheime Mantel-Codes: der Mantel eines Statikseils hat häufig andersfarbige Webfäden, die das Seil "gescheckter" aussehen lassen. Die Anordnung der Fäden hat meist etwas zu bedeuten. So kann man bei Tendon etwa allein durch die Anordnung erkennen, um welchen Seildurchmesser es sich handelt. Viele Hersteller haben ihre eigenen "Webe-Codes" auf dem Mantel
  • NFC Chips: Der Seilhersteller Tendon hat als erster jedes Statikseil mit einem winzigen Chip versehen. Darin sind alle Seildaten gespeichert bis hin zur Herstellungsminute. Jedem Statikseil liegt ein Code bei, den man im Internet eingeben kann - so kann man alle Daten transparent einsehen und sein eigenes Seilbuch führen 

Woher kommt der Preisunterschied bei Seilen?

Gute 10,5er Statikseile kosten meist zwischen 2 und 3 Euro pro laufenden Meter. Manche Seile kommen aber mit Killerpreisen um € 1,50. Bei einem 60m Seil können also 50 Euro Preisunterschied zustande kommen.

Kann ich also sparen und einfach nur das billigste nehmen? Auf den ersten Blick ja - denn alle in Europa verkauften Kletterseile müssen die scharfen europäischen Normen erfüllen. Du erkennst das auf der Packung am CE Kennzeichen, welches stets eine drei- bis vierstellige Nummer dahinter haben sollte. Diese Nummer gibt die unabhängige europäische Prüfstelle an, wo das Seil getestet/überprüft wird.

Doch mit Seilen ist es wie mit vielen anderen Artikeln: einmal die Norm erfüllt, interessiert es niemanden mehr, wie das beim (Dauer-)Gebrauch aussieht. Hier ein paar Backgrounds:

 

  • Außen hui: um Geld zu sparen, verwenden einige Hersteller den gleichen Seilmantel für unterschiedliche Durchmesser. Es wird also z.B. ein 11mm Seilmantel sowohl für das 11er, als auch für das 10,5mm Seil genommen. Für das 10,5er wird nur weniger Kern reingesteckt, was negative Auswirkungen hat auf die Rückstellkräfte (siehe unten) und Mantelrutsch. Einen möglicher Hinweis auf eine solche Herstellung gibt dir der Seilmantelanteil, den du in den technischen Seildaten findest: hat das 11er Seil z.B. einen Mantelanteil von 34% und das gleiche Seil in der 10,5er Variante 39%, dann könnte das ein Hinweis sein - immer wenn der nächst kleinere halbe Seildurchmesser etwa 4-6% mehr hat und wenn dies sich durch die ganze Palette zieht
  • Billiglohnland: manche Hersteller produzieren Asien oder Afrika. Dort sind Materialien und Löhne preiswerter. Was bei Apple und Co. längst Alltag ist, hält auch in unserer Branche Einzug. Schon längst sind manche CE Prüfstellen darauf eingerichtet und haben Niederlassungen in China und anderswo
  • Rückstellkräfte/Querdruckstabilität: ein technischer Wert, den jeder Seilhersteller kennt, aber niemandem mitteilt. Die Qualität eines Seils zeigt sich vor allem in der Erholung von Abseilvorgängen oder auch Stürzen. Gute Rückstellkräfte sind abhängig von Materialqualität und Konstruktion. So kommt es, dass manche preiswerte Seile nach einem Jahr platt sind und andere wie neu aussehen
  • Forschung und Produktion: Forschung kostet Geld. Dafür werden Produkte auf dem neuesten Stand entwickelt. Ob ein Hersteller Forschung betreibt, kannst Du an seinen Patenten erkennen. Sehr aktiv sind z.B. Beal, Teufelberger oder Tendon/Lanex. Auch die Produktion in Europa (Edelrid, Tendon, Singing Rock, Mammut, Teufelberger) ist teurer.

 

Aus unserer Sicht macht es durchaus Sinn, etwas mehr auszugeben für ein gutes Seil. Der Aufpreis amortisiert sich durch mehr Freude, längere Haltbarkeit oder vielleicht auch dem guten Gefühl, einem Hersteller mit eigener Fertigung vertraut zu haben. Selbst produzieren Beal, Edelrid, Edelweiss, Mammut, Singing Rock, Tendon, Teufelberger.

Was brauche ich für den Vorstieg im Baum und an Konstruktionen?

Abgesehen von richtigen Sportklettercaches unterscheidet sich die Vorstiegstechnik der Geocacher deutlich vom klassischen Felsklettern. Während dort ein Partner vom Boden aus den Vorsteigenden sichert, der im Fels immer weiter klettert, sein (dynamisches) Seil hinter sich herzieht und immer wieder in Zwischensicherungen einhängt, läuft das bei Geocachern anders.

Das Grundproblem bei Geocachern liegt meist darin: mein Seil reicht leider nicht zur Dose, wie komme ich die letzten Meter weiter? Dafür eignet sich ein Kurzseil (in Norddeutschland Baumkletterseil BKS genannt) plus eine Kurzsicherung. Den Umgang damit lernst du auf unserem Advanced Kurs. Mit umlaufenden Kurzseil und -sicherung steigt man im Baum vor oder bewegt sich an Konstruktionen weiter. Dabei sichert man sich stets selbst, wird also nicht vom Boden aus gesichert wie beim Sportklettern. Das sorgt für eine ganz andere Beweglichkeit.

In Norddeutschland findet man T5 Baumkletterer auch mit zwei Kurzseilen (anstatt Kurzseil und Kurzsicherung). Mit zwei Kurzseilen ist man etwas schneller. Allerdings geht das auf Kosten von Gewicht und vor allem Preis - die norddeutschen BKS´ler verwenden fast nur Baumpflegeseile und -ausrüstung, die für den Baum super geeignet, aber leider teuer ist und nicht ganz so flexibel einsetzbar.

Die Länge des Kurzseils sollte nicht unter 5m liegen. Länger als 7m bringt nach unserer Erfahrung wenig, da man das Seil im Baum nicht so weit werfen kann. Da wir mit gängigen Längen nicht zufrieden waren, lassen wir ein eigenes Kurzseil produzieren, dass Du hier kaufen kannst. 

Du kannst dein normales Abseilgerät am Kurzseil verwenden. Allerdings empfehlen wir spätestens hier ein Zweitgerät, das dich im Baum ganz erheblich flexibler macht (z.B. beim Umstieg von Hauptseil auf Kurzseil). Als Zweitgeräte empfehlen wir leichte Halbautomaten ohne Paniksicherung wie das Grigri. Das Seil muss einhändig schnell nachziehbar sein und das Gerät muss genauso einfach Seil ausgeben - eine Paniksicherung blockiert zu häufig. Eine Sonderstellung hat hier das ISC A/B Gerät: es hat eine aushängbare Paniksicherung und ist deshalb in beide Richtungen extrem einfach zu bedienen.

Für das Kurzseil kannst du auch ein Prusiksystem verwenden wie viele Baumpfleger. Allerdings ist das hängend nicht so einfach zu bedienen.

Die Kurzsicherung ist die sinnvolle Ergänzung zum Kurzseil. Sie sichert dich im Baum, wenn du das Kurzseil weiter nach oben einbaust. Eine perfekte Kurzsicherung kannst du hier bekommen. Eine Kurzsicherung muss unbedingt längenverstellbar und mit einer Hand zu bedienen sein. Bandschlingensicherungen lehnen wir ab, den Grund liest du hier.

Ein extrem geiles Zauber-Allheilmittel für schwierige Vorstiegssituationen ist übrigens die Jakobsleiter. Den Einsatz zeigen wir dir auf dem Advancedkurs.

Muss ich mein Seil vor dem ersten Einsatz vorbehandeln?

Am besten ja: das komplette Seil vor dem ersten Gebrauch einige Stunden in Wasser legen und trocknen lassen. Das Seil wird damit vorgeschrumpft und bleibt länger geschmeidig. Außerdem werden Faserbehandlungs-Reste der Produktion ausgespült.

Polyamid-Seile haben eine materialbedingte Schrumpfung von bis 4 Prozent nach dem ersten Wasserkontakt. Einige Hersteller wie Edelrid und Tendon geben an, ihre Seile schon in der Produktion vorzuschrumpfen. Dennoch haben diese einen weiteren Schrumpf nach Wasserkontakt, meist bis 2 Prozent.

Unser eigenes Ultimate Pro Seil (siehe hier) muss wegen seiner Konstruktion nicht gewässert werden. Seile sind nur dann schrumpffrei, wenn ungewöhnliche Materialien eingesetzt werden wie Polypropylen, Polyester oder Aramidfasern.

Schrumpfen ist vor allem beim Seilmantel wichtig: bei Auslieferung hat das Geflecht eine gleichmäßige Gitterstruktur. Beim Abseilen wird diese Struktur verdichtet. Hat das Seil erst danach Wasserkontakt, wird es an den bereits verdichteten Stellen nochmals durch Schrumpf verdichtet - das Seil wird härter. Keine Sorge - die Bruchlastwerte werden dadurch nicht beeinflusst, nur das Handling. Wenn du nicht gewässert hast vor der ersten Behandlung, ist das also keine Katastrophe, nur ein Komfortmerkmal.

Zerstört Coca-Cola mein Seil?

Nein. Die Forschung hat Seile schon in alle möglichen Flüssigkeiten getunkt und hinterher getestet. Dies ist nicht gefährlich: Coca-Cola und Fruchtsäfte, Urin, Benzin, Diesel, Autan, Spiritus, Petroleum, Meerwasser und die meisten Öle.

Gefährlich dagegen (sog. polyamidaggressive Substanzen) sind z.B. Batteriesäure (etwa aus der Stirnlampe), schwefelsäurehaltige Abgase, diverse Lösungsmittel (Farben, Verdünner, Beize), Aluminiumchlorid (in einigen Deos und Rachenspüllösungen), Ammoniak, Bleichmittel, Ameisensäure, Chlor und Jodtinktur.

Auch das beliebte Minzöl ("Heilpflanzenöl") aus dem Drogeriemarkt löst offensichtlich Nylon, zumindest zeigt das ein Experiment: Heilpflanzenöl wurde auf eine Nylonbürste/Nagelbürste großzügig aufgetragen, und diese löst sich daraufhin in Einzelteile auf.

Wie reinige ich mein Seil?

In der Waschmaschine: Wollwaschgang, max. 30C°, geoclimbing Rope Liquid bzw. Fein-/Color-Waschmittel, kein Weichspüler. Am besten in einen Bettbezug/Netzbeutel stecken. Kein Schleudern. Wenn möglich, verlängerten Waschgang wählen sowie Extraspülen.

In der Badewanne: nach unserer Erfahrung wird so dein Seil zusammen mit einer Seilbürste am saubersten. 2-3 Stunden in warmem Wasser (max. 30 Grad) einweichen, damit sich der Grobschmutz löst. Waschmittel: geoclimbing Rope Liquid oder Fein-/Colorwaschmittel. Danach mit der rope brush (bei uns für 16,90, per E-Mail info(at)geoclimbing.de bestellbar) zweimal durchziehen, in klarem Wasserbad durchspülen.

Trocknen: kommt dein Seilnass aus dem Bad/maschine, ziehe es am besten durch ein Handtuch, das vertreibt Tropfwasser. Dann legst du das Seil im Schatten aus. Wenn du das Seil aufhängst, kann sich Restwaschmittel und Calcium/Magnesiummineralien (bei hartem Wasser) in den Schlaufen ansammeln. Trocknungsdauer nach unseren Messungen meist 2 Tage. 

Das Verwenden von Waschmitteln wird in T5 Foren kontrovers diskutiert. Die Seilhersteller haben eine klare Meinung: Waschmittel ja, aber das richtige. Konkret: in dem Waschmittel dürfen keine Bleichmittel und wenig Seife enthalten sein. Bleichmittel findest du in konventionellen Vollwaschmitteln, aber nicht in Bunt-/Synthetik- und Feinwaschmitteln. Sie werden erst ab 40 Grad aktiv, deshalb gibt dir eine niedrigere Temperatur zusätzlich Sicherheit.

Seife ist in modernen Waschmitteln meist durch andere Tenside ersetzt, denn sie hat in hartem Wasser kaum Wirkung und kann sich als harte Kalkseife ablagern. Pure Seifenlösung kann Nylon-Textilseile angreifen. Dein Seil mit Kernseife einzureiben, wäre also nicht ratsam. 

 

Ideal für Seilreinigung ist unser eigenes Spezial-Waschmittel geoclimbing Rope Liquid. Es ist speziell geeignet zur Entfernung von Metallabrieb (von Abseilgeräten) in Kombination mit Schmutz, außerdem mit natürlichen Inhalten, biologisch leicht abbaubar und Made in Germany. In dieser Form praktisch einzigartig.

 

Bei manchen Seilen werden spezielle Beschichtungen aufgetragen (Complete Shield, Nano Coating etc.). Diese Beschichtungen werden durch Waschen verringert. Die Ausrüstungen findet man vorwiegend bei Dynamikseilen.

Generell gilt: niemals dein Seil direkt einreiben mit Reinigungsmitteln oder gar Fleckentfernern! Und: erwarte selbst bei perfektem Waschen keine Wunderdinge, denn durch Reibung der Abseilgeräte wird Dreck regelrecht einbrennlackiert - etwas Schmutz bleibt immer sichtbar.

Wie kriege ich Harzflecken aus dem Seil?

Seile und Nadelbäume mögen sich nicht - das Seil kann derart eingeharzt werden, dass es zwar fantastisch duftet, aber jedes Abseilgerät nahezu blockiert. So kriegst du das Harz raus:

 

  • Seil in die Tiefkühltruhe. Eine Stunde drin lassen und danach das Harz am tiefgefrorenen Seil rauskneten/-bröseln
  • Harz-Stelle mit Butter einreiben, einwirken lassen und in warmem Wasser mit etwas Handspülmittel ausspülen, idealerweise mit der Beal Seilbürste. Eine alte Zahnbürste geht auch.

Warum werden Seil steif?

Wenn dein Seil einige Zeit in Gebrauch ist, wird es immer steifer. Viele glauben, es läge am Dreck, was nur selten zutrifft - nach dem Waschen ist der Effekt noch immer da. Die Ursache für steife Seile ist nahezu immer der verdichtete Seilmantel.

Sollte dein Seil nach dem Waschen steifer sein als vorher, dann kann das an zu schlechtem Spülen liegen: getrocknete Waschmittelreste machen Textilien steif. Auch hartes Wasser kann die Mantelfasern verkleben, allerdings meist nur solange, bis sie wieder bewegt werden - ähnlich dem Effekt von harter Kleidung nach dem Trocknen an der Luft. Wer in Regenwasser waschen kann, sollte dies tun - es ist viel weicher.

Insbesondere Nylon (PA)-Seilfasern schrumpfen nach dem ersten Waschen - der Mantel wird dichter. Spezielle (leider seltene) hydrophobe Anti-Nass-Ausrüstungen bringen etwas, auch Schrumpf-Vorbehandlungen. Einige Hersteller verwenden das praktisch schrumpffreie Polyester im Mantel. Ob ein Seil schrumpft, steht im jeweiligen technischen Datenblatt unter Schrumpf/shrinkage. Werte unter 3% sind sehr gut. Du erhältst dein Seil länger weich, wenn du es vor dem ersten Gebrauch wässerst.

 

Der Hauptgrund für steife Seile: wenn sie durch Auf- und Abseilgeräte laufen, werden sie gestaucht, gereckt, gewalkt, gepresst, unter Reibungshitze zusammengedrückt. Je schwerer der Geocacher und je schneller die Abseilfahrt, desto stärker dieser Effekt. Auch ist die Anzahl der verwendeten Fäden im Seilmantel wichtig: dichte Mäntel mit bis zu 48 Fäden (viele Industriekletterseile) verdichten und verhaken sich untereinander stärker als 32er oder gar 16er Geflechte der Baumpflegeseile.

Ein vorher lockerer Seilmantel wird also regelrecht verdichtet. Wir haben dazu zahlreiche Tests gemacht und Laboruntersuchungen. Steife Seilmäntel sind bis zu 4% dichter als der gleiche Seilmantel im Neuzustand. Dadurch verringert sich die Knotbarkeit (das ist der offizielle Wert für die Weichheit eines Seils, siehe hier) auf Werte deutlich über 2. Das Seil wird steif. Leider ist dieser Vorgang kaum rückgängig zu machen.

 

Obwohl Seilmäntel 200 Grad aushalten - an den Kontaktflächen von Gerät zum Seil werden diese Temperaturen erreicht. Der Seilmantel wird angeschmolzen, die Fasern verbacken. Dieser Effekt ist bei PA-Seilen am Mantel-Glanz erkennbar. Auch so verringern sich die Handling-Eigenschaften.

Sicherheitstechnisch sind erst starke Hitzeschäden bedenklich: wenn dein Seil glasig wird, meist in Form von dunklen langen Streifen, solltest du vorsichtig sein. Der Mantel könnte an dieser Stelle brechen.

Dein Seil wird am steifsten sein in den Bereichen wo du am häufigsten abbremst - etwa zwischen Seilmeter 3 und 10, meist an beiden Enden. In der Seilmitte ist es dagegen oft noch geschmeidig, ebenso an den Enden. Auch bei Seilsturz-Prüfanlagen kennt man diesen Effekt: das Seil wird am steifsten an der Umlenkung, also dort, wo bei einem Sturz die meiste Energie in Reibung umgewandelt und der Mantel verdichtet wird.

 

Was also tun? Eine Reduktion schaffen Abseilgeräte mit großen Bremsnocken, besonders aber langsames Abseilen sowie ein Drehen des Seils (Seilenden immer wieder mal tauschen). Auch schonen Tube und Achter das Seil - leider ist man mit diesen Geräten aufwärts nicht beweglich. Nach unseren Erfahrungen machen auch spezielle Hydrophobierungen (Ausrüstung gegen Nässe) den Mantel weicher - die Fasern gleiten besser aufeinander. Diese Technologien bei Statikseilen äußerst selten.

Seit Ende 2015 haben wir mit unserem eigenen Ultimate Pro (siehe hier) ein Seil im Programm, das dauerhaft geschmeidig bleibt. Erreicht wurde dies (nach jahrelangen Tests) durch eine Kombination von Materialien, Flechttechnologie und Verarbeitung.

Warum verdreht sich mein Seil?

Seile können sich insbesondere beim Abseilen verdrehen, es bilden sich korkenzieherartige Schlaufen. Ein Seil verdreht sich (krangelt) immer dann, wenn es über enge Durchmesser unter hohem Zug und Reibung läuft. Entlang der Reibungsfläche baut sich eine einseitige Spannung auf, Seilmantel und Kern können sich sogar gegeneinander verschieben.

Alpinkletterer kennen den Effekt insbesondere beim Abseilen per HMS-Knoten. Dort kann das Krangeln derart störend sein, dass es den Abseilvorgang behindert. Durch mehrfaches Durchlaufen des Seils durch die Hand kriegt man Krangel wieder raus, auch verändert er nicht die Sicherheit des Seils.

Viele Cacher haben schon nach dem Neukauf ein völlig verdrehtes Seil - sie haben es falsch geöffnet, meist indem sie einfach an einem Seilende zogen. Neuseile werden am besten abgerollt. Dazu steckt man beide Arme in das Seilbündel und rollt mit langsamen Bewegungen ein Ende ab.

Können Seile altern?

Ja. Selbst wenn du dein Seil noch so pfleglich behandelst, kann es altern und damit an Festigkeit verlieren. Das wird besonders kritisch im Bereich scharfer Kanten. Seilalterung ist vor allem abhängig von der Anzahl der zurückgelegten Seilmeter, also wie viele Meter du an dem Seil auf- und abgestiegen bist. Wir Geocacher belasten dabei das Seil erheblich mehr als z.B. Sportkletterer, die beim Aufstieg das Seil ja nur passiv hinter sich herziehen.

Deshalb hat die Sicherheitsforschung den Faktor 1,6 eingeführt - wenn du im Seil hängend aufsteigst und abseilst, musst du jeden Seilmeter mal 1,6 nehmen. Steigst du also zu einer Dose 15m auf und seilst 15m wieder runter, hast du 30 Meter zurückgelegt, mal 1,6 macht 48 Seilmeter.

Ein Statikseil, das im Neuzustand 20 Normstürze aushält, kommt nach etwa 14.000 Seilmetern in einen sicherheitskritischen Zustand. Es sollten keine Stürze mehr über Faktor 0,3 ins Seil stattfinden (was sowieso zu vermeiden ist, zum Sturzfaktor siehe HIER) und an einer scharfen Kante dürfte es bei einem Sturz etwa dreimal früher reißen. In T5ern ausgedrückt wären 14.000 Seilmeter (inklusive 1,6er Faktor) etwa 300 T5er mit jeweils 15m Höhe.

Seile werden nach längerem Gebrauch oft dicker durch Aufrauhen des Seilmantels. Wir haben Labormessungen durchgeführt vom selben Seil im Neuzustand sowie nach etwa 10.000 Seilmetern - der Seildurchmesser war um bis zu 10 Prozent gestiegen. Gebrauchte Seile sind auch stumpfer - beides führt zu spürbar mehr Widerstand im Abseilgerät und beim Aufstieg.

Die Seilalterung durch UV Strahlen ist nach Ansicht der Hersteller vernachlässigbar, solange man die Seile nicht ganzjährig herumhängen lässt. UV Schädigung kann man am ehesten durch Ausbleichen erkennen.

Im Bereich Bandschlingen und Reepschnüre ist das UV Thema wesentlich aktueller, da diese im Alpinbereich oft "fest installiert" in der Wand anzutreffen sind. Dort kann die UV Schädigung zu erheblichem Festigkeitsverlust führen.

Werden Seile durch Verschleiß dünner?

Nicht nennenswert. Wir haben die Stärke von Seilmänteln gemessen im Neuzustand und nach vielen hundert Seilmetern - der Abrieb lag stets im Bereich unter 1,5%. 

Seile werden mit dem Alter eher dicker. Das liegt meist am aufgepelzten Seilmantel. Minderwertige Seile behalten eine Ovalform selbst nach vielen Stunden nach dem Einsatz - ein Hinweis darauf, dass am Seilkern gespart wurde. Auf der platten Ovalseite sind sie dann deutlich dünner, was zuweilen zu gefährlichen "Rutschpartien" führen kann.

Wie lange hält ein Seil?

Das ist stark abhängig vom Gebrauch. Die Obergrenze herstellerseitig liegt bei 10 bis 12 Jahren für unbenutzte Seile. Wenn du bis zu 10 T5er machst im Monat, solltest du nach etwa 3 Jahren Ausschau halten nach einem neuen Seil - vorausgesetzt, dein Seil hat keine Schäden.

Du musst dein Seil sofort aussortieren/die betroffene Stelle rausschneiden, wenn

 

  • beim Durchlaufen durch die Hand Verdickungen oder dünne Stellen zu spüren sind bzw. das Seil an manchen Stellen sich plötzlich ganz weich anfühlt
  • der Seilmantel stark beschädigt ist, etwa, dass man schon den weißen Kern sehen kann
  • dein Seil mit Säuren oder Chemikalien/Lösungsmitteln in Kontakt gekommen ist
  • du hineingestürzt bist mit einem Sturzfaktor von größer als 1 (zum Sturzfaktor siehe hier)

Kann ich an einem nassen Seil klettern?

Natürlich. Allerdings haben nasse Seile völlig andere Eigenschaften: sie quellen bis zu 1mm auf, da Nylon Wasser einlagert. Aufstieg und Abseilen sind deutlich erschwert. Beim Abseilen mit Gerät neigen sie zum Ruckeln. Auch spritzt das ausgewrungene Wasser aus dem Gerät in deinen Schritt - und du hast Erklärungsnöte, warum du dort feucht geworden bist ;-)

Zum reinen Abseilen verwenden Profis an durchnässten Seilen (z.B. beim Canyoning) daher gerne Tube oder Achter, da diese geschmeidiger laufen.

Imprägnierungen wie bei Sportkletterseilen gibt es für Statikseile extrem selten. Nasse Statikseile sind bis zu 40% schwerer. Zum Vergleich: die neue (für Seilhersteller nicht verpflichtende) UIAA Norm für Nässeaufnahme von (Dynamik-)Seilen schreibt eine Obergrenze vor von nur 5 Prozent!

Nasse Seile haben eine leicht verminderte Reißfestigkeit. Auch das Kantenarbeitsvermögen an der scharfen Kante ist etwas reduziert. Es gibt spezielle Statikseile für Nässe (Canyoning-Seile), bei denen das Aufquellen schon vorher eingerechnet wird. Diese Seile werden deshalb in schmaleren Durchmessern angeboten. Im Idealfall sind sie schwimmfähig durch Verwendung anderer Mantelmaterialien. Allerdings nehmen sie nach unseren eigenen Labortests ebenso viel Wasser auf wie "normale" Statikseile, trocknen aber etwa 20% schneller.

Unser eigenes Ultimate Pro Seil verhält sich durch die spezielle Konstruktion/Materialien bei Nässe fast genauso wie trocken - eine echte Ausnahme!

Nass gefrorene Seile haben eine geringere Dehnung und werden nochmals dicker. Das kann bis zur Unbenutzbarkeit gehen. Das Eis zerstört die Fasern allerdings nicht.

Warum haben Statikseile keine Mittenmarkierung?

Weil die Verwendung im Doppelstrang nicht vorgesehen ist.

Viele (Dynamik-)Seile für das Alpinklettern haben eine Mittenmarkierung, meist bestehend aus einem dunklen, etwa 20cm langen Streifen. Das ist sinnvoll, da viele Alpinisten am Doppelstrang abseilen und danach das Seil einfach vom Boden/Standplatz aus rausziehen können. Hängt das Seil nicht in der Mitte, ist ein Strang kürzer als der andere, und beim Abseilen können schwere Unfälle passieren (wenn der kürzere Strang durch das Abseilgerät flutscht) bzw. die maximale Länge des Seils wird nicht genutzt.

Wir Geocacher haben eine Sonderstellung: wir benutzen zwar Statikseile, aber auch der Doppelstrang ist sinnvoll - etwa beim Abseilen im Steinbruch. Am Boden angekommen, können wir das Seil einfach von unten rausziehen und müssen nicht mehr hoch.

Für das Abseilen am Doppelstrang sind Tube und Achter die besten Abseilgeräte, jeweils hintersichert (lernst Du auf dem Grundkurs). Auf jeden Fall gehört an jedes Seilende ein Stopperknoten.

Wer die Seilmitte seines Statikseils markieren möchte, ist mit speziellen Seilmarkierungsstiften auf der sicheren Seite. Normale Supermarkt-Markerstifte beinhalten Lösungsmittel, die das Seil angreifen können. Der DAV hat Tests mit konventionellen Markerstiften gemacht und schätzt allein Edding 3000, Edding Retract 11 und Staedtler Lumocolor als unbedenklich ein.

Teilnehmer unserer Kurse bekommen kostenlos von uns eine Mittenmarkierung in ihr Seil.

Was ist eine Seilpuppe und wozu brauche ich sie?

Seilpuppe wird das fertig in Schlaufen aufgenommene und dann zusammengebundene Seil genannt. So lässt sich ein Seil ordentlich transportieren, auch ohne "Verpackung". Wer allerdings einen Seilsack oder -eimer einsetzt, muss sein Seil nicht ordnen - drauflegen oder reinstopfen reicht völlig aus.

Seilpuppen werden beim Aufstieg gerne verwendet als "Gegengewicht" am frei hängenden Seilende. Das sonst am Boden liegende Restseil wird aufgenommen und zusammengebunden, bis es frei über dem Boden hängt. Steigklemmen laufen so vom ersten Meter an widerstandsfrei und ohne Schlaufenbildung. Am weitesten verbreitet ist dieses Prinzip beim (umstrittenen) Toprope-Solo-Sportklettern sowie bei Fixseilen im Höhlenbereich. Dort erfüllt die Seilpuppe einen wichtigen Zusatzzweck: das Seil liegt nicht im Dreck.

Wichtig: wenn man am gleichen Seil wieder abseilt, sollte eine Seilpuppe am freien Seilende nicht über Hüfthöhe hängen. Sonst bleibt man darin stecken, bevor man den Boden erreicht hat.

Das Aufnehmen des Seils zu einer Seilpuppe lernst Du auf unseren Kursen.

Wann kommt eure eigene Wurfleine?

Diese Frage wird uns derzeit am häufigsten gestellt - es hat sich herumgesprochen, dass wir seit 2 Jahren umfangreiche Tests mit Prototypen diverser Hersteller durchführen. Auch scheint der Leidensdruck draußen enorm zu sein. Entsprechend viele Prototypen stapeln sich bei uns.

Die Produktentwicklung ist schwierig - immer wenn wir ein Element verbessern, verschlechtert sich ein anderes. Eine richtig gute Wurfleine kommt der Quadratur des Kreises gleich. Dabei sind technische Parameter wie Bruchlast, Durchmesser, Gewicht und Preis noch die einfache Übung. Viel schwieriger sind Krangeln, Schlaufenbildung, Nassverhalten, Gleiten, Response, Flug, Sichtbarkeit, Knoten, Dauergebrauch, Spliss und Steifigkeit.

Das größte Problem ist derzeit der Dauergebrauch - neu kann eine Leine richtig toll sein. Das bringt wenig, wenn sie bald zur Nervensäge wird.

Im Moment sieht es so aus, als müssten einige Materialien völlig neu kombiniert werden. Das dauert. Leider. Wir sind aber guter Dinge, denn eins ist klar: am Schluss soll eine Leine rauskommen, die es so noch nicht gab.

Welche Wurf-/Pilotleine empfehlt ihr?

Jeder T5 Cacher kann dir Stories erzählen über seine Pilotleine. Ob verheddert, gerissen oder verknotet - irgendwie scheint es noch nichts Gescheites zu geben. Wir testen ständig neue Leinentypen von Herstellern, aber bislang hat es noch keiner geschafft, diese Eigenschaften zu vereinen: kein Krangeln, glatt, reißfest, extrem leicht, steif, keine Veränderung bei Nässe, abriebfest, keine Dehnung. Folgende Lösungen gibt es:

 

  • Selbstbau: am beliebtesten sind Maurer- und Angelschnüre. Größter Nachteil: die Schnüre krangeln, verdrehen sich also. Angelschnüre haben eine viel zu große Dehnung
  • Nylon Pilotleinen: Standard-Wurfleinen haben fast alle den gleichen Aufbau. Innen hohl bei verschiedenen Durchmessern (sog. Hohlgeflecht). Die Leinen krangeln wenig bis gar nicht. Auch sind sie meist so glatt, dass sie mühelos über Astgabeln rutschen. Der Durchmesser sollte nicht zu gering gewählt werden, eher ab 2,2mm. Darunter reißen sie zu schnell. Die Reißfestigkeit sollte mindestens 80daN (=Kilo) betragen. Die berühmteste "Reißleine" ist die rot-weiße Edelrid - mit 50daN viel zu schwach. Deshalb sieht man sie überall in den Bäumen hängen. Einige Cacher sehen das Reißen als Vorteil - immerhin würden sie ihre Leine retten und das Säckchen fiele auch herunter. Leider bleibt es fast immer im Baum. Nachteil der Nylonleinen ist das höhere Gewicht (etwa 3g/m). Auch Knoten lassen sich schwer lösen
  • Dyneema Leinen: kommen fast immer als reine Flechtleinen und sind sehr selten innen hohl. Die Petzl Airline hat einen PU Kern (der allerdings nicht lange hält). Vorteil von Dyneema: extrem reißfest, trocken sehr gute Gleiteigenschaften und sehr leicht. Dyneema hat 0 Prozent Dehnung, die Leinen lassen sich super kontrollieren. Die Reißfestigkeit ist mehr als doppelt so hoch wie bei Nylonleinen. Knoten sind einfacher zu lösen. Nachteile: nach längerem Gebrauch werden viele Dyneema-Leinen (insbesondere bei Nässe) stumpf und rutschen dann nicht mehr so gut. Auch sind sie teurer als Nylon.

Wir würden keine Pilotleine unter 60m Länge kaufen. Auch 100m sind okay: man kann notfalls Stücke rausschneiden und hat immer noch genug. Auch benötigt man bei fortgeschrittenen Pilotleinentechniken (lernst du auf dem Professional Day) mehr Leine.

Wie bewahre ich die Pilotleine auf?

Es gibt unterschiedliche Systeme, vom Gartenabfallsack bis zu richtigen Pilotleinen-Wurfeimern. Diese Modelle sind verbreitet:

  • Edelrid Falter: ist eine Fehlkonstruktion - zu flach, zu schlechter und anfälliger Faltmechanismus
  • Petzl Eclipse: schon viel besser - höherer Rand (Gebüsch kann seitlich wenig hineinragen), guter Stand und vor allem doppelter Boden. So kann man nicht benötigte Leine einfach drunter legen und nur die typischen ersten ca.40m obendrauf, was weniger Gewurschtel mit sich bringt. Bei Bedarf klappt man einfach hoch und hat die volle Länge zur Verfügung. Die Fiberglasstäbe des Eclipse gehen manchmal auf - Petzl tauscht großzügig aus
  • geoclimbing Falteimer: Für uns der beste Wurfleinen-Eimer der Welt, entwickelt zusammen mit dem Hersteller des legendären Original Falteimers. Einzigartig in Material, Fertigung, Stand und Detaillösungen. Nicht billig, aber seinen Preis wert. Guckst du hier.

Manche rollen ihre Pilotleine auf. Wir finden das unpraktisch, da sie immer erst ausgerollt werden muss auf einer separaten Unterlage und Kringel wirft. Bei den Falteimern wird die Leine einfach von oben "draufgelegt", was am wenigsten Durcheinander verursacht.

Versuche erst gar nicht, die Pilotleine auf den nackten Waldboden zu legen. Sie bleibt überall hängen, greift sich die kleinsten Stöckchen und gibt sie nicht wieder her.

Was ist das Besondere am geoclimbing Falteimer?

Unser Wurfleinen-Eimer ist viel mehr als die ultimative Aufbewahrung für die Pilotleine. Er steht auch für unsere Haltung gegenüber Billig-Kopien aus Fernost.

  • Wir haben den Eimer entwickelt mit dem Original Hersteller, der fertigt in ungeschlagener Materialqualität, Standfestigkeit und Aufmerksamkeit auf Details
  • Wir haben alle Kopien getestet und sind erschrocken über Dummheit, Einfallslosigkeit und Dreistigkeit. So sind Taschen falsch herum angenäht, die Eimer fallen in sich zusammen, Stäbe ragen nach kurzer Zeit aus den Nähten, Klappmechanismen funktionieren nicht u.v.m.
  • Der Falteimer ist patentiert. Kopierer spekulieren, dass der Original-Hersteller sich ein Verfahren nicht leisten kann - womit sie Recht haben: da er viel zu klein ist, bedeutet eine Patentklage den Ruin. Man treibt ihn absichtlich in eine verzweifelte Lage. So hat der Original-Entwickler bereits einen anderen Job angenommen, da er vom Verkauf nicht mehr leben kann. Für uns sind dreiste Kopier-Praktiken daher ein No-Go
  • Wir bezahlen dem Original-Hersteller für die Fertigung den weit überwiegenden Teil des Verkaufspreises, denn wir wollen Innovation unbedingt unterstützen
  • Der geoclimbing Falteimer wurde in Deutschland entwickelt und wird aufwändig in Europa genäht
  • Wer den geoclimbing Falteimer kauft, unterstützt einen kleinen regionalen Hersteller, aufwändige europäische Fertigung und Sozialstandards und setzt gleichzeitig ein Statement gegen Einfallslosigkeit und Einheitsbrei. Nebenbei bekommt er bestmögliche Qualität, und unseren Service obendrein
  • Warum sich Schnäppchenjäger selbst ans Bein pinkeln, liest du hier

Warum krangeln Wurfleinen?

Das korkenzieherartige Verdrehen von Pilotleinen, auch Krangeln genannt, ist eines der Hauptprobleme beim Handling. Krangelnde Leinen können in den Wahnsinn treiben. Dies sind die Ursachen:

  • Echtes Verdrehen der Leine: passiert etwa beim falschen Abwickeln von einer Spule. Wer die Spule festhält und die Leine in Hand-Drehbewegungen abwickelt, verdreht die Leine. Stattdessen sollte sich die Spule drehen und die Hand gerade abziehen. Die Leine kann sich auch verdrehen, wenn ein Wurfsack dran hängt und sich dabei dreht
  • Krangeln durch Reibung: jeder kennt das von Geschenkbändern - zieht man sie über eine Kante, kräuseln sie sich. Nicht die Wärmeentwicklung ist daran schuld, sondern die aufgebaute Spannung auf Kantenseite. Gleiches gilt für Wurfleinen: werden sie über Hindernisse gezogen, wird Spannung an der Kontaktfläche aufgebaut. Das Geflecht wird verdichtet, und wenn es sich nicht zurückstellen kann, verdreht die Leine. Dabei gilt: je rauher und dichter das Geflecht, desto höher die Krangelgefahr. Ausnahme sind sogenannte Monofile (Angelleinen) ohne Geflecht, denn dort ist der Effekt nahezu gleich dem Geschenkband. Über Hindernisse gezogene Angelleinen krangeln unglaublich

Wurfleinen aus Nylongeflecht sind etwas anfälliger gegenüber Krangeln als solche aus Dyneema, da letztere sehr glatte Fasern haben, die sich besser zurückstellen. Allerdings spielen Geflechtanzahl und -festigkeit und Geflecht-Dichte auch eine Rolle.

Wie verhindere ich das Verknoten von Pilotleinen?

Das Hauptproblem beim Werfen draußen ist neben dem Treffen der richtigen Astgabel das Verheddern der Leine. Pilotleinen verknoten sich, weil sie Schlaufen bilden. Je mehr Schlaufen, desto größer die Wahrscheinlichkeit von Leinen-Makramee. Je weniger Schlaufen, desto besser. So reduzierst du Schlaufen:

 

  • Pilotleinen kommen fast immer auf einer Spule. Richtig abrollen bringt was, also einen Gegenstand wie langen Löffelstiel in die Spule und der Länge nach runterziehen. Wenn du stattdessen die Spule mit einer Hand festhältst und mit der anderen die Leine in Kreisbewegungen runterdrehst, erhältst du massiv mehr Schlaufen. Gleiches gilt für das Aufbewahren der Leine auf der Spule: wenn man die Leine mit einer Hand in Kreisbewegungen drauf wickelt, bilden sich erhebliche Schlaufen!
  • Wir halten generell nicht viel von Kabeltrommeln und Spulen als dauerhafte Aufbewahrung von Pilotleinen, da ein Verdrehen vorprogrammiert ist. Am besten sind noch Drachenspulen mit zentralem Griff in der Mitte und Kugellager
  • Recken bringt was: an der ausgerollten Leine zu zweit kräftig ziehen, und schon gibt´s weniger Schlaufen. Funktioniert nur bei klassischen Nylonleinen
  • Je größer die Auslagefläche für die Leine, desto weniger Schlaufen. Ein Wurfeimer mit großer Bodenfläche bringt was, offenes Auslegen auf einer Plane noch mehr
  • Pilotleine im Wurfeimer niemals sortieren, sondern einfach von oben reinlaufen lassen
  • Bei Wurfeimern mit geteiltem Boden (z.B. Petzl Eclipse) nur die benötigte Länge der Leine obenauf (z.B. 40m) und den Rest unter den Zwischenboden
  • Vor dem ersten Wurf die Pilotleine aus dem Eimer durch die Hand rauslaufen lassen und wieder sauber von oben rein. Das eliminiert die Schlaufenbildung durch den Transport
  • Schlaufen, die auf dem Wurfeimerrand beim Reinlaufen liegen bleiben, niemals nachträglich in den Eimer schnippen. Verheddern ist vorprogrammiert
  • Wenn sich ein Knotenbündel gebildet hat: immer nach rausziehbaren Schlaufen suchen 
  • Manche Pilotleinen krangeln nach einigen Einsätzen: sie bilden "Drehschlaufen". Das liegt daran, dass die unter Last über Astgabeln gezogen werden sowie das frei hängende Säckchen sich auch mal gerne dreht. Tipp: nimm die Pilotleine ruhig mal "umgekehrt", also von der anderen Seite. Das reduziert die Schlaufenbildung generell.

Welche Wurfsäckchen sind die besten?

Das richtige Gewicht zu finden für seine Pilotleine war früher oft verbunden mit Selbstbastel-Lösungen. Wir finden es toll, wenn Geocacher Phantasie haben und übergroße Muttern, gestopfte Strümpfe, aufgeschnittene (und mit Sand befüllte) Tennisbälle nutzen. Auf Dauer sind Wurfsäcke aber schon richtig gut: kompakt, klein, gut zu werfen.

Viele kaufen sich zuerst ein 250g Säckchen. Wir finden das etwas wenig - bei höheren Einbauten zieht das Säckchen zuweilen die Pilotleine nicht mehr runter. 300g als Einstiegsgewicht ist optimal. Je schwerer das Säckchen, desto besser rutscht die Leine - spätestens bei rauen Rinden und/oder Nässe (Dyneema Leinen) ein echtes Thema. Für besonders trickreiches Pilotleinen-Management (z.B. richtige Astgabel treffen ohne Neueinbau, lernst du auf dem Advancedkurs bzw. Professional Day) sind 400g Säckchen optimal.

Wer per Handwurf die Leine einbaut, ist bezüglich Gewichten etwas weniger anfällig. Denn ein höheres Gewicht erzeugt auch eine höhere Schleuderenergie. Selbst mit 400g Säckchen kommt man erstaunlich hoch. Für Bigshot Anwender gilt: je schwerer desto niedriger. Aber auch hier kommt man mit einer sehr leichten Leine und 300g Sack auf 40 Meter (konventionelle Bigshot)

Je schlanker das Säckchen und je kleiner der Ring, desto besser läuft es über Astgabeln, allerdings können die Säckchen schon zu schlank sein für den Kambiumschoner-Einbau vom Boden.

Wurfsäcke sollten nicht prall gefüllt sein, weil sie sonst aufplatzen beim Aufprall. Bei Bleifüllungen gibt es fast immer ein doppelwandiges System (Petzl, Singing Rock, Weaver). Stahl- oder Kupferkugelfüllungen (teilweise Edelrid, wird nicht mehr hergestellt) sind etwas teurer.

Gute Wurfsäcke liegen meist zwischen 15 und 25 Euro.

Ist das Blei in Wurfsäckchen gefährlich?

Praktisch alle Hersteller verwenden Bleikugeln in ihren Wurfsäckchen. Blei ist ein Schwermetall, wenig umweltfreundlich und muss per Recycling entsorgt werden. Vorteil: der Recyclingprozess ist vergleichsweise einfach.

Blei gilt als gesundheitsschädigend. Unter den "Bleianwendern" Taucher, Angler und Jäger wird daher immer wieder über diese Frage diskutiert mit uneinheitlichen Ergebnissen. Generell gilt: Blei in Festform hat wohl geringe Auswirkungen. Je feinkörniger und in Flüssigkeiten gelöst, desto gefährlicher.

In Wurfsäckchen können sich die Bleikugeln nach längerem Gebrauch pulverisieren. Zwar haben die meisten Wurfsäcke doppelte Wände. Solltest du dennoch einen weißgrauen Rand feststellen am Säckchen oder oder am Boden nach dem Aufprall, hat dein Wurfsäckchen sein Lebenszenit überschritten.

Uns ist nur Petzl als einziger Hersteller bekannt, der entsprechende Sicherheitshinweise ausgibt in der Bedienungsanleitung.

Die Alternative zu Blei sind Stahlkugeln. Stahlkugel-Säckchen sind etwas größer und teurer. Außerdem sind sie magnetisch - perfekt für Pilotleinentricks. Der einzige uns bekannte Hersteller mit Stahlkugel-Säckchen ist Edelrid.

Was ist die Bigshot und was muss ich beim Kauf beachten?

Die Bigshot (Hersteller: Sherriltree) ist ein Seileinbaugerät, eine überdimensionierte Wurfschleuder mit langem Stiel. Mit ihrer Hilfe kann man Wurfsäckchen bis 40m hoch ballern. 

Der Vorteil der Bigshot ist der geringe Platzbedarf (gut in beengten Verhältnissen) und die - mit etwas Übung - hohe Zielgenauigkeit (gut bei kleinen Schussfenstern).

Nachteile sind der Preis (richtige Variante ab 170 Euro) und dass man schon wieder mehr Zeug durch die Gegend schleppt. Weiterer großer Nachteil ist die Gefahr, beim Einbau erheblich zu viele ungewünschte Äste zu treffen, da selbst geübte Schützen nicht die Sensibilität und Flugkurven erreichen von guten Werfern.

Dennoch hat die Bigshot eine neue Generation an Caches erzeugt, denn man kommt höher als beim Werfen. In der ersten Phase ab 2009 war deshalb höher einfach geiler. Bald stellte man aber fest, dass nur höher steigen auf Dauer ganz schön langweilig ist. Deshalb ist die Bigshot heute dann optimal, wenn es um komplizierte Einbauten geht, etwa für den Kronenvorstieg, bei Seilbrücken oder in tricky LP Situationen.

Die Big Shot gibt es mittlerweile in diversen Ausführungen. Optimal ist die 2,40m Standard-Variante (Einzelstocklänge 1,20m). Die Short-Variante mit 2x90er Gestänge ist zu kurz.

Auch gibt es Laserpointer-Aufsätze, Auslösehaken und dergleichen. Viele machen das auch im Selbstbau, etwa ein Panikhaken am Fuß mit Flaschenzug-Spannvorrichtung. Diese Konstruktion fällt in Deutschland übrigens unter das Waffengesetz und ist ebenso verboten wie eine Zwille mit Armauflage.

Auch wird gerne das Gestänge selbst gebaut und nur der Kopf gekauft. Hierbei sollte man allerdings beachten, dass beim Spannen erhebliche Kräfte auftreten - ein zu schwaches Gestänge (Holzstiel) kann brechen.

Wer die Bigshot in den USA kaufen kann, sollte dies tun: dort kommt sie auf etwa 100 Dollar. Einige Cacher haben uns schon berichtet, dass sie das Teil anstandslos einführen konnten.

Brauche ich eine dritte Verlängerungsstange für die Bigshot?

Nein. Diese Frage wird uns sehr oft gestellt, denn manche T5 Cacher nutzen eine einzelne 90er zusätzlich auf den beiden 1,20ern. Insgesamt ist die Bigshot dann 3,30m lang. Da muss man sich beim Spannen mächtig strecken - leichte Personen hüpfen wie ein Flummiball.

Wer behauptet, er käme nur mit der Langversion wirklich hoch, der darf an seiner Technik genauso feilen wie an Pilotleinen und Wurfsäcken. Wir kommen ohne Probleme mit der Standardversion auf deutlich über 30m.

Die Drei-Stangen-Lösung hat weitere Nachteile: man wird verleitet, sehr hoch in Bäume einzubauen. Dort aber sind Äste und Gabeln nicht immer tragend, man baut viel "Gebüsch" ein und sieht den Seilverlauf schlecht. Abstürze sind vorprogrammiert. Viel einfacher ist es, tiefer einzubauen und den Rest im Vorstieg zu machen - den lernst du auf unserem Advancedkurs.

Welche Verarbeitungsmängel hat die Bigshot?

In Sachen Verarbeitung ist die Bigshot nicht der Bringer, und seit je her gibt es Mängel. Das Problem mit dem durchstoßenen Fußgummi tritt mittlerweile seltener auf, ebenfalls defekte Metallfedern und Einrastpins.

Hauptproblem bleibt das Gummi. Dies wird in Mexiko gefertigt, gefaltet und zum Versand am Kopf befestigt, wo es monatelang bleibt. Es entstehen Knickstellen, übrigens auch an den separat erhältlichen Ersatzgummis. Nach unseren Praxisversuchen sind die Knicke aber optischer Natur - das Material reißt dort nicht häufiger.

Das Nylon-Zugband verschleißt dagegen recht schnell, ebenso der Griff. Meist sind diese Teile kaputt, bevor das Gummi spröde wird.

Wir sind unseres Wissens der einzige Anbieter, der jedes Gummi einzeln nach Eintreffen entfaltet und die übrige Bigshot auf Mängel überprüft. Auch sind wir der Einzige, der die Gummis nachträglich silikonisiert für längere Haltbarkeit. Und natürlich bekommt man nur bei uns die Bigshot im Package mit der Biggiebag Tasche. Guckst du hier.

Was genau ist die Silikonbeschichtung der Big Shot geoclimbing edition?

Das Gummi ist das Empfindlichste an der Big Shot. Da es in Mexiko gefertigt, in die USA geliefert, von dort nach Deutschland verschifft wird, hat es monatelange gebündelte Lagerung hinter sich. Wir sind die Einzigen weltweit, die dem Gummi deshalb ein Extra Care-Paket zukommen lassen:

  • jedes Gummi wird "entbündelt" und offen gelagert
  • jedes Gummi wird silikonbeschichtet. Dazu wird eine polymerisierte Siloxanlösung aufgetragen. Die Beschichtung ist farblos, ungiftig, lebensmittelneutral, geruchlos und reagiert nicht mit anderen Stoffen
  • jedes Gummi wird anschließend "gereift", damit die Beschichtung einziehen kann. Nach etwa einer Woche ist es matt, hat einen samtigen Griff
  • der Effekt: das Gummi kann entspannen, wird regeneriert und erhält optimale Eigenschaften. Du holst wirklich alles aus deiner Big Shot

Die Silikonbeschichtung hat enorme Vorteile: das Gummi wird total regeneriert und bekommt maximal gleichmäßige Dehnung, starkes Hinauszögern von Alterung, maximale Schußkraft.

Das Beste: wer bei uns die Big Shot kauft oder ein Ersatzgummi, zahlt für die Beschichtung keinen Cent extra - wir haben ganz gewöhnliche günstige Preise, und im Set mit der Biggie Bag ist die Big Shot sogar unschlagbar günstig. Guckst du hier.

Wie transportiere ich die Bigshot?

Am besten hiermit.

Wie passt das 120er Bigshot Gestänge ins Auto?

Einige Geocacher kaufen drei teure 90er Gestänge für die Bigshot, nur damit diese ins Auto passt. Wir bekommen dagegen das 120er Gestänge mitsamt Biggiebag und aufgesetztem Kopf problem- und hindernislos in einen Smart, und der Trick klappt bei fast jedem Fahrzeug:

einfach die Bigshot seitlich neben dem Beifahrersitz vom hinteren Fußraum nach vorne durchstecken. Klappt prima.

Wie pflege ich die Bigshot?

Das Empfindlichste an der Bigshot ist das Gummi. Zwar lässt es sich nachkaufen, aber du kannst die Lebensdauer verlängern:

  • Pflege das Gummi von Zeit zu Zeit mit Silikonspray oder speziellen Gummipflegestiften aus dem KFZ-Zubehörhandel. Nimm zur Pflege keine Öle - die zersetzen Gummi. Vermeide auch den Kontakt mit Weich-PVC
  • geoclimbing.de ist weltweit der einzige Anbieter, bei dem das Bigshot-Gummi silikonbeschichtet wird für längere Lebensdauer und Zähigkeit
  • Schütze den Bigshot-Kopf vor UV Licht bei Lagerung - am besten durch Verstauen in einer Tasche
  • Eine Alterung des Gummis kannst du am Vergrauen erkennen und am bitteren Geruch. Spätestens dann ist Pflege angesagt
  • Kontrolliere das Gummi regelmäßig auf Risse (am besten unter Zug). Sie treten meist als erstes auf als Längsrisse am Übergang Gummi zu Metallkopf. Kleine Risse kannst du mit einem Fahrradflicken (z.B. von TipTop) "ausbügeln", da der Flicken vollständig mit dem Gummi vulkanisiert. Sollten aber mehrere auftreten und/oder sich vergrößern, wird die Bedienung zu gefährlich

Die Metall-Schnappelemente des Gestänges können ab und zu etwas Schmierung vertragen, das war es auch schon.

Wie wechsle ich das Gummi der Bigshot?

Das Gummi für die Bigshot kann man separat nachkaufen, auch bei uns in silikonisierter Variante (guckst du hier). Das Auswechseln ist überraschend einfach: altes Gummi runterschneiden (oder per Druckluft runterblasen), neues Gummi mit einer Wasser/Spülmittelllösung benetzen, ebenso den Kopf. So lässt sich das neue Gummi weich aufschieben und positionieren. Unbedingt darauf achten, dass es nicht verdreht sitzt!

Über Nacht verdunstet das Wasser und das Gummi sitzt bombenfest. Die Original Wechsel-Anleitung in Englisch findest du hier.

Welche Fehler gibt es im Umgang mit der Bigshot?

Zu unsensibles Ballern und zu große Entfernung zum Stamm. Beides führt zum Einbau von unerwünschten Äst(ch)en - wir nennen es das "Gemüse dahinter" - manchmal sogar bis in Nachbarbäume. Zum Ausbau des Gemüses wird das Säckchen zurückgezogen. Dabei bleibt es gerne hängen, klemmt sich ein, kommt nicht mehr runter, verdreht sich mit der eigenen Wurfleine. Das Desaster ist vorprogrammiert. Oder man hat tatsächlich eine sichere Astgabel, aber weiter unten läuft das Seil über Außenäste, die beim Aufstieg nachgeben oder brechen - man sackt gehörig nach beim Aufstieg.

Tipp: geh nah ran an den Baum. Wir stehen manchmal nur einen Meter weg! Und bitte zieh das Ding nicht immer bis zum Boden - es gibt auch Grautöne!

Schließlich unser Mantra: wer gut werfen kann, ist der Bigshot in den genannten Punkten immer überlegen!

Wozu benötige ich Bandschlingen?

Bandschlingen sind im T5 Bereich sehr beliebt. Für einige gelten sie als Allheilmittel: um ungesichert in einen Baum zu klettern, installiert man einfach eine längere Schlinge am untersten Ast und benutzt sie als Leiter. Ähnlich gehen einige an Konstruktionen vor, wie etwa unter Brücken. Außerdem machen sich einige Kletterer an Bandschlingen fest, wenn sie sich im Baum zwischensichern.

Die letztgenannten Techniken sind extrem gefährlich, hier erfährst du warum. Zur Eigensicherung lehnen wir Bandschlingen ab, ausgenommen in der Prusiktechnik an Laternen. Bei richtiger Anwendung sind dort die Fallhöhen vernachlässigbar.

Bandschlingen sind sehr gut geeignet, um etwas zu befestigen - etwa dein Seil. Eine Bandschlinge um einen Baum schont diesen etwas mehr als ein um den Stamm gewickeltes Seil. Außerdem kann man passive Rescue-Techniken anwenden (lernst du auf dem Safety Kurs). 

Welche Bandschlingen sind sinnvoll?

Hauptmaterial für Bandschlingen ist Polyamid (Nylon) oder Dyneema (Polyethylen). Polyamid ist etwas elastischer. Trotzdem kannst du mit jeder Bandschlinge bei einem Sturz von nur einem Meter schwer verletzt werden, weshalb Bandschlingen für die Personensicherung nicht geeignet sind.

Wir mögen breite Bandschlingen um 20mm, da sie im Handling einfacher sind, die Last besser verteilen und oft auch mehr aushalten. Wir führen ausschließlich farblich zuzuordnende Schlingen - jede Länge hat eine eigene Farbe. So findet man im Rucksack viel schneller die richtige Schlinge.

Eine extrem hilfreiche Schlinge ist unsere Safety Chain - eine anderthalb Meter lange Bandschlinge mit fest genähten Augen alle 10cm. So kann man einen Karabiner immer an die perfekte Stelle setzen - insbesondere im Flaschenzug, bei Rescue-Techniken und im Prusikbereich ist das extrem hilfreich.

Für Spezialsituationen führen wir sogenannte sling lanyards mit. Das sind besonders dicke Schlingen in Vierfach-Lage und vernähten Augen - perfekt geeignet an rostigen Trägern, scharfkantigen Anschlägen oder an Brücken. Im Baumbereich sollte jeder einen Kambiumschoner mitführen, der auch an genannten Rost-Trägern eingesetzt werden kann.

Setze nur Bergsport-Bandschlingen ein. Sie sind für unsere Einsatzzwecke getestet, Baumarktware (Lastschlingen) dagegen nicht. Kaufe Bandschlingen nicht als Meterware zum selber knüpfen - fest vernähte Bandschlingen sind belastbarer, sicherer und kosten nicht die Welt.

 

Bandschlingen aus Dyneema (Polyethylen) sind leichter als solche aus Nylon und werden erheblich schmäler angeboten. Kaum zu glauben, dass solche filigranen Teile über 2 Tonnen aushalten! Dyneema hat praktisch keine Dehnung, die Schlingen sind also sehr "hart" und sollten unter keinen Umständen im Baumvorstieg eingesetzt werden. Dyneema ist mechanisch robuster als Nylon, hat allerdings einen erheblich niedrigeren Schmelzpunkt bei etwa 140 Grad und verliert bereits an Festigkeit bei Temperaturen über 100 Grad. Deshalb sollte das Material niemals eingesetzt werden in Prusikkonstruktionen. Dyneema altert früher und sollte nach spätestens 5 Jahren aussortiert werden.

Das schwimmfähige Dyneema kann nicht eingefärbt werden - Bandschlingen sind daher immer weiß. Auch gibt es Dyneema nicht als Endlosware zum selbst Zuschneiden, da sich Dyneema-Knoten unter Zug lösen.

Wann muss ich Bandschlingen aussortieren?

Bandschlingen sind robuster als man glaubt - selbst angerissene Schlingen haben in Tests noch erhebliche Zugfestigkeit bewiesen. Deine Bandschlinge solltest du trotzdem aussortieren, wenn

 

  • das Material stark aufgepelzt ist
  • sich bereits Fasern lösen
  • bei Schnitten/Einrissen
  • wenn die Schlinge ausgebleicht ist - ein Hinweis auf UV Schädigung und erheblich reduzierte Festigkeit
  • wenn die Nylon-Schlinge über 10 Jahre alt ist - seit 2007 steht das Herstellungsdatum auf dem Aufnäher jeder Schlinge
  • bei Dyneema Schlingen empfehlen wir ein Aussortieren nach bereits 5 Jahren - Tests haben gezeigt, dass das dünne Material nach dieser Zeit bis zu 40% an Bruchlast einbüßt

Was ist ein Kambiumschoner?

Der Kambiumschoner ist eine Art feste Bandschlinge (meist dreilagig) mit Karabinern bzw. Ösen an beiden Enden. Im engeren Sinne handelt es sich nur um die Schlinge (ohne Ringe oder Karabiner). Er ist aber in beiden Varianten gebräuchlich.

Der Kambiumschoner wird vom Boden aus mit der Pilotleine sehr eindrucksvoll über eine Astgabel gezogen (beeindruckt stets unsere Kursteilnehmer) und danach das Seil durch die Ösen/Karabiner. Somit hängt das Seil nicht in der Astgabel, sondern läuft baumschonend durch die Karabiner.

Für das Seil hat das zahlreiche Vorteile, nur ist der Einbau nicht immer möglich, etwas zeitaufwändiger und zuweilen tricky. Viele Geocacher verzichten daher auf einen Kambiumschoner.

Brauche ich einen Kambiumschoner?

Über den Sinn eines Kambiumschoners werden wilde Diskussionen geführt. Er gehört zur Standardausrüstung von Baumpflegern. Brauche ich ihn als Geocacher? Wie fast überall wird selten aufgeklärt, WARUM Baumpfleger ihn einsetzen:

 

  • höhere Beweglichkeit: ein durch den Kambiumschoner laufendes Seil folgt besser den Horizontalbewegungen im Baum
  • hohe Lasten: Baumpfleger müssen zuweilen schwere Äste auf den Boden lassen. Das durch den Kambiumschoner laufende Seil kann dazu wie ein Kran eingesetzt werden ohne die Astgabel zu zerstören (Baumpfleger setzen dann gerne am Schoner Rollen anstatt Ösen ein)
  • Arbeiten am umlaufenden Seil: Baumpfleger machen ihr Seil nicht am Baum unten fest, sondern beide Enden an ihrem Gurt. Steigen sie hoch oder bewegen sie sich später im Baum, läuft das Seil ständig durch die Astgabel und scheuert. Der Kambiumschoner verhindert das.

 

Der Kambiumschoner hat einen gravierenden Nachteil: er lässt sich nur dann vom Boden einbauen, wenn unter der Wunsch-Astgabel wenige oder keine störenden Äste sind. Das nervt selbst Baumpfleger, denn realistisch betrachtet ist deshalb ein Einbau vom Boden bis maximal 15-20m möglich, im Kronenvorstieg bis 5m.

Deshalb bauen sie gerne wie die Geocacher zuerst ein stehendes Seil ein, ohne Kambiumschoner, festgemacht am Baum unten. Daran klettern sie hoch, und erst oben kommt der Kambiumschoner an einem zweiten umlaufenden Seil zum Einsatz auf kurze Distanzen unter 5m.

In der Realität verwenden Baumpfleger keineswegs immer einen Kambiumschoner. Da sie ihr umlaufendes Seil häufig in stets neue Astgabeln legen zur besseren Positionierung, sparen sie sich gerne die Daddelei.

Da das stehende Seil der Standardeinbau ist bei Geocachern (ein Seilende ist am Baumfuß befestigt), wäre ein Kambiumschoner nicht zwingend nötig, denn das Seil bewegt sich minimal in der Astgabel. Trotzdem kann ein Kambiumschoner sinnvoll sein:

 

  • Da Geocacher stets die gleichen Bäume beklettern und oft in gleiche Astgabeln einbauen, haben diese Verschleißspuren
  • Gerade in Norddeutschalnd ist das BKS-Klettern mit langen umlaufenden Seilen verbreitet. Da die sich ständig in der Gabel bewegen, macht ein Kambiumschoner Sinn
  • Ein Kambiumschoner schützt vor Harz. Wir haben gegen Harz zwar ein weiteres Verfahren entwickelt (lernst du auf dem Advancedkurs), aber der Kambiumschoner ist narrensicher
  • Lasten ablassen: beim Familienklettern sind Eltern froh, wenn sie ihre Kids aus dem Baum ablassen können. Ein Kambiumschoner erleichtert das ungemein
  • gleiches gilt für Rettung aus dem Baum
  • Der Kambiumschoner kann mehr: er lässt sich sehr gut an Geländern, Trägern und Balken verwenden und schont das Seil

 

Wir finden, ein Kambiumschoner sollte zur Grundausstattung gehören. Wir haben exklusiv ein eigenes System, das sogar richtig preiswert ist. Findest du in unserem Produktbereich.

Wie baue ich einen Kambiumschoner vom Boden aus ein?

Wir haben eine Anleitung als pdf, guckst du hier. Den passenden Kambiumschoner findest du hier.

Was muss ich beim Kauf/Einsatz einer Slackline beachten?

Slacklines oder LKW-Spanngurte werden gerne als "Hilfsrutschen" unter Brücken verwendet. Sie lassen sich einfacher spannen als ein Seilsystem. Allerdings sind die Belastungswerte solcher Spannbrücken-Konstruktionen enorm hoch. Wiegst du z.B 80 kg und hängst in einer gut gespannten Seilbrücke, zerrt die Konstruktion an JEDEM Befestigungspunkt mit bis 400 Kilo. Wenn du auch noch schaukelst, können Spitzenwerte auftreten von einer Tonne an jedem Verankerungspunkt. Deshalb:

 

  • Beim Kauf unbedingt darauf achten, dass der Gurt mindestens 2 Tonnen oder mehr hält. Der Wert wird in daN angegeben, wobei 2000 daN zwei Tonnen entsprechen
  • 15m Länge darf der Gurt mindestens haben
  • Beim Einbau unbedingt auf äußerst stabile Verankerungspunkte achten. Querstreben an Brücken reichen nicht aus, senkrechte Streben sind erheblich stabiler
  • Die gespannt Konstruktion niemals ohne Zusatz-Sicherungsseil verwenden. Am einfachsten seilst du über ein separates Seil bis unter die Brücke und hängst dich dann ZUSÄTZLICH in die Spann-Konstruktion. Dazu reicht ein Karabiner bzw. maximal 30cm Bandschlinge. Sollte der Spanngurt reißen, pendelst du in dein Seil und stürzt nicht ab
  • Haupt-Killer von Spanngurten sind scharfe Kanten, etwa Betongrate an Brücken, die diese einfach so durchschneiden können

Welches Abseilgerät ist das beste?

Keines. Wenn dir jemand sagt, es gäbe nur das eine einzige Gerät, dann sei vorsichtig. Es ist vielleicht SEIN bestes Gerät, aber nicht zwingend auch deines.

Wir sind der einzige Anbieter weltweit, auf dessen Kursen man bis zu einem Dutzend Abseilgeräte ausprobieren kann. Und jedesmal finden die Teilnehmer ihr ganz eigenes Lieblingsteil. Ein kurzer Überblick:

 

  • Achter, Tube und HMS: die einfachste und preiswerteste Form des Abseilens, außerdem bei den ersten beiden am seilschonendsten. Bei uns werden diese Geräte ausschließlich mit Prusik-Hintersicherung eingesetzt. Nachteil: Aufstieg am Seil ist nicht möglich, Auf- und Ab-Bewegungen im Baum machen die Geräte auch nicht mit. Für den Aufstieg benötigt man eine separate Technik. Das Abseilen per HMS Knoten wird bei uns nicht gelehrt: der Knoten ist zu schnell falsch eingelegt, der Seilmantel bekommt zu viel Reibung und das Seil krangelt gewaltig
  • Halbautomaten ohne Paniksicherung: Halbautomaten sind Geräte, die beim Loslassen des Seils automatisch blockieren. Das ist ein erheblicher Sicherheitsgewinn. Zum Abseilen bedient man in der Regel einen Hebel. Je mehr man am Hebel zieht, desto schneller geht die Abseilfahrt. Am beliebtesten sind Petzl Grigri und Rig, für Spezialeinsätze auch Petzl Stop. Einfache Halbautomaten wie von Mammut (Smart) oder Climbing Technology (Click up) findest du bei uns nicht - man kann mit ihnen nicht aufsteigen, und sie bieten deshalb keinen Vorteil gegenüber Achter/Tube mit Hintersicherung
  • Halbautomaten mit Paniksicherung: die Paniksicherung verhindert, dass bei einem Durchreißen des Hebels man unkontrolliert abwärts rauscht. Meist springt das Gerät in einen Blockierzustand, den man entriegeln kann durch Zurückführen des Hebels in die Ausgangsstellung. Bei geringer Last auf dem Gerät lösen Paniksicherungen allesamt sehr früh aus, siehe diese Frage. Am beliebtesten sind ISC D4, ISC A/B, Petzl I´D, Bornack Lory

 

Einige Geräte sind so konstruiert, dass man sie ohne Abnehmen vom Gürtel öffnen kann. Das Gerät kann damit nicht versehentlich runterfallen. Nachteil: man kann vergessen, das Gerät nach dem Einlegen von der Materialschlaufe ab- und in die frontale Abseilöse einzuhängen. Im worst case seilt man an der Materialschlaufe ab, die bei Gurten aber auf maximal 20 Kilo ausgelegt ist. Solche Malheurs mit anschließenden Unfällen sind schon passiert.

Die Wahl des richtigen Abseilgerätes ist abhängig von Körpergewicht, ob du damit auch aufsteigen möchtest, Kontrollvermögen und Budget.

Für Baumpfleger gibt es spezielle Geräte für umlaufende Seile (Seil ist nur an der Person und nicht am Baum unten festgemacht) wie z.B. die soliden ART (Lockjack, Spiderjack) oder das Petzl Zigzag. Leider sind die sehr teuer, erfordern ebenso teure Seile mit höheren Durchmessern - für Geocacher sind umlaufende Seilsysteme für den Auf- und Abstieg aus unserer Sicht nicht nötig. Für Horizontal-Bewegungen im Baum bauen wir erst oben ein umlaufendes, etwas abgewandeltes und deutlich preiswerteres System ein - lernst du auf dem Advancedkurs.

Welches Abseilgerät empfehlt ihr für besonders leichte bzw. schwere Personen?

Je nachdem, welches Gewicht man dranhängt, hat jedes Gerät eine unterschiedliche Performance. Generell gilt: Geräte mit großen Bremsnocken kommen mit hohen Gewichten besser zurecht, etwa Petzl I´D oder ISC D4.

Umgekehrt sind kleinere Geräte wie das Petzl Grigri eher etwas für leichte Personen oder für den Einsatz mit wenig Zug (Baumvorstieg, mehrere Seile).

Reine simple Abseilgeräte (ohne Aufstiegsmöglichkeit) wie Achter, Tube etc. können sehr unterschiedliche Gewichte handhaben. Hier ist eher der Seildurchmesser der Prusik-Hintersicherung gewichtsabhängig. Schwere Personen können durchaus mit einer 8mm Prusik besser zurecht kommen.

Wie pflege ich mein Abseilgerät?

Abseilgeräte laufen besser, wenn sie regelmäßig gepflegt werden. Viele Geräte kannst du vollständig in warmes Wasser eintauchen mit Handspüllösung. Mit einem Schwamm/einer Bürste entfernst du Schmutz und Abriebreste.

Etwas tricky ist das Eintauchen bei Geräten wie Petzl I´D oder Petzl Rig, denn sie haben am Drehhebel eine Plastikkammer, in die das Wasser läuft. Drinnen befindet sich zwar "nur" ein Metall-Drehmechanismus. Allerdings dürfte es Ewigkeiten dauern, bis die Feuchtigkeit dort entwichen ist. Früher hat Petzl daher nur eine oberflächliche Reinigung empfohlen. Heute sind die Reinigungsempfehlungen nicht eindeutig.

Vollmetallgeräte wie Lory, Eddy, A-B, Stop können problemlos voll eingetaucht werden, auch in Ultraschallbäder.

Nach dem Abtrocknen darfst du bewegliche Teile ölen, insbesondere Achsen. Säure- und harzfreie Kriechöle bzw. Waffenöle sind optimal: Nähmaschinenöl, Ballistol oder (für Highend Freaks) das erstklassige Gunex. Keine Sorge, wenn etwas auf den Bremsnocken/das Seil gerät: Seile sind gegenüber Ölen unempfindlich.

Schützt mich mein Abseilgerät bei Stürzen?

Ja. Es hat sogar falldämpfende Eigenschaften. Diese Eigenschaften sind Pflicht.

Für Abseilgeräte gibt es verschiedene Normen, etwa für Geräte aus dem Sportbereich (EN 15151 für Tube, Achter, Grigri etc.), für Industrieabseilgeräte (EN 12841) sowie für Rettungs-Abseilgeräte (EN 341).

Alle Normen sehen einen "dynamischen Test" vor mit ähnlichem Setup: ein Gewicht von mindestens 80kg stürzt mit bis zu Faktor 2 (mehr zum Sturzfaktor hier) in das Gerät. Dabei muss das Gerät die Sturzenergie auf maximal 600 Kilo abdämpfen und darf dabei nicht mehr als 1,5-2m "Bremsweg" haben.

Werte über 600 Kilo (korrekt: 6 kN) gelten als schwer gesundheitsschädigend. Bei einem Sturz etwa in eine Bandschlinge ohne Dämpfung werden solche Werte mehrfach überschritten.

Was passiert, wenn ich das Abseilgerät falsch herum einlege?

Bei Abseilern, insbesondere von Türmen und Brücken, kommt man schnell in Gefahr, das Gerät falsch herum einzulegen. Der Anschlagpunkt ist jetzt nicht "oben" wie gewohnt. Folgendes passiert:

  • Wenn du Seil einholen willst mit einer Hand ("anziehen"), blockiert das Gerät anstatt das Seil freizugeben. Viele wundern sich und denken "Hä, wasn jetzt los?" Spätestens jetzt sollten alle Alarmglocken an sein
  • Solltest du trotzdem abseilen, blockiert das Gerät nicht wie gewohnt. Es gibt nur noch die mechanische Reibung beim Durchrutschen über den Bremsnocken. Große Bremsnocken in großen Geräten bieten einen etwas höheren Widerstand. Trotzdem ist die Funktion maximal die eines Abseilachters: ohne Bremshand drunter bzw. Hintersicherung geht es ratzfatz abwärts. Es gab schon einige Unfälle mit schweren Verletzungen
  • Unser DRINGENDER Rat deshalb beim Abseilen: 1. Funktionskontrolle: auf sicherem Terrain immer einen Zug-Test machen. 2. Handsteigklemmen-Backup: oberhalb des Geräts die Handsteigklemme ansetzen (mit Verbindung zum Gurt selbstverständlich), in Abseilposition gehen, Gerät prüfen, dann die Handsteigklemme erst lösen. 3. IMMMER eine Bremshand am Seil unterhalb des Geräts (alternativ eine Prusikhintersicherung). Lernst du alles auf unseren Kursen.
  • das einzige Gerät auf dem Markt mit einer Sicherung beim "Falschrum-Einlegen" ist das Petzl I´D. Wird die Abseilfahrt zu schnell, greift ein Blockier-Nocken ins Seil. Du hängst dann zwar blockiert in der Gegend herum, bist aber nicht abgestürzt. Wie du danach sicher runterkommst, zeigen wir dir auf dem Safety-Kurs.

Ich habe ein 10mm Seil, auf meinem Abseilgerät steht aber ab 10,5mm. Kann ich das Gerät trotzdem verwenden?

Eigentlich nein. Auf jedem Abseilgerät stehen zulässige Seildurchmesser (Unter- und Obergrenze). Das Petzl Grigri kann z.B. ab 8,9mm verarbeiten, das Petzl I´D ist ab 10mm zugelassen, ISC Geräte beginnen meist bei 10,5mm. Was passiert, wenn ich ein dünneres Seil verwende?

In der Praxis passiert meist nichts. Fast alle Abseilgeräte können geringfügig dünnere Seildurchmesser (-0,5mm) anstandslos verarbeiten. Denn Seile sind nach unseren Messungen keineswegs einheitlich dick. Der Durchmesser ist stark abhängig vom angehängten Gewicht, der Konstruktion, Feuchtigkeit, Schmutz und Gebrauchsdauer. Ein 10er Seil kann unter ungünstigen Umständen locker 11mm dick sein.

Höhlengänger kennen diesen Effekt: das dort beliebte Petzl Stop Abseilgerät verarbeitet offiziell Seile ab 9mm. Hängt man ein trockenes, sauberes 9mm Seil dran, ist der Bremseffekt sehr gering - man rutscht. Das gleiche Seil ist in der Höhle kaum wiederzuerkennen.

ISC gibt bei den beliebten Geräten D4 und A-B Seildurchmesser ab 10,5mm an, weil diese für besonders hohe Lasten geeignet sind bis 300kg, und unter diesen Lasten Seile stärker zusammengepresst, also dünner werden.

Sehr häufig also kann man geringere Seildurchmesser problemlos verwenden. Leider gibt es noch den rechtlichen Teil: Solltest du z.B. ein 9er Seil verwenden an einem Gerät, das erst ab 10mm angibt, so wäre der Hersteller bei einem möglichen Unfall fein raus - immerhin hast du einen nicht getesteten Durchmesser verwendet.

Warum rutschen manche Abseilgeräte trotz "Zu" Stellung manchmal durch oder blockieren total?

"Ey, ich hab voll gebremst und das Ding ist einfach weitergerutscht!" oder "Wenn ich am Seil hänge, rutscht mein Gerät ganz langsam durch" oder "Mann, ich hab gezerrt wie ein Wilder und es ging nichts voran!" - sind typische Aussagen, die uns immer wieder gestellt werden.

Tatsächlich bremsen nicht alle Geräte immer total. Die Gründe sind vielfältig, meist ist die Ursache eine Kombination aus Seil, Abseilverhalten und Abseilgerät:

 

  • Seil: neue Seile sind glatter als gebrauchte, also schneller. Wer 10mm oder gar darunter einsetzt, hat stets eine flotte Fahrt vor sich und sollte sehr vorsichtig mit dem Gerät umgehen - sofern dieses überhaupt für diese Durchmesser vorgesehen ist (steht auf dem Gerät/Gebrauchsanweisung). Auch ist es ein Unterschied, ob du das Gerät oben an der Dose einlegst oder knapp über dem Boden hängst. In ersterem Fall hast du meist ein, zwei Kilo Restseil unten dran, die einen Bremseffekt haben
  • Abseilgeschwindigkeit: so richig runterdonnern sieht megacool aus. Leider wird der Bremsweg erheblich länger, so dass wir einige Unfälle kennen von zu spätem Bremsen. Auch werden Seil und Gerät erheblich mehr beansprucht. Cool ist also: lieber elegant als schnell
  • Petzl I´D: Wir kennen zahlreiche (Un-)fälle mit dem I´D mit stets der gleichen Beschreibung: das Gerät hätte beim Abseilen und dann Zumachen einfach gar nicht reagiert. Die Geräte, die wir zur Untersuchung hatten, waren allesamt schon etwas verschlissen. Das I´D hat einen Verschleißindikator (steht in der Gebrauchsanleitung), den man dringend berücksichtigen sollte. Ab etwa 300 T5ern wird der Verschleißeffekt zunehmend spürbar mit immer geringerer Bremswirkung
  • Edelrid Eddy/Bornack Lory: bei beiden Geräten bleibt der Griff nach ausgelöster Paniksicherung in der "Offen"-Stellung stehen. Beim nur Halb-Zurückdrücken und gleichzeitigen Loslassen kann der Griff in eine ungünstige Position kommen und dort verharren, das Gerät bremst dann praktisch nicht. Die Bremshand unterhalb des Geräts stoppt diesen Effekt. Richtiges Abseilen mit Bremshand lernst du schon auf unserem Grundkurs.
  • ISC A-B: das A-B kann beim Drinhängen manchmal ganz leicht durchrutschen oder beim Abseilversuch trotzdem weiter blockieren. Ursache ist der bewegliche Bremsnocken - an sich eine geile Erfindung, da er sich selbst justiert und ganz erheblich länger hält als beim I´D. Allerdings hat ISC es mit den Fertigungstoleranzen etwas zu gut gemeint: die beiden Gehäusewände klemmen den Bremsnocken manchmal ein, und je nach Position rutscht man etwas durch oder blockiert. Abhilfe in fast allen Fällen schafft regelmäßiges Ölen der Achse sowie den Seitenwangen des Bremsnockens (richtiges Öl siehe HIER)
  • Petzl GriGri II: das Grigri II hatte kurz nach seinem Erscheinen im Jahr 2011 einen Konstruktionsfehler. Beim Abseilen brach eine interne Feder, der Hebel blieb offen stehen und man rutschte durch. Der Bremseffekt war nur noch der eines Abseilachters. Der Fehler wurde fast unmittelbar erkannt und betraf alle Grigri II Geräte, deren erste 5 Zeichen der Seriennummer zwischen 10326 und 11136 begannen. Für diese Geräte bot Petzl einen kostenlosen Austausch an. Kürzlich hatten wir ein solches Gerät in der Prüfung - es scheinen also noch betroffene GriGri´s im Gebrauch zu sein

Bei meinem Abseilgerät löst ständig die Paniksicherung aus. Was kann ich tun?

Abseilgeräte mit eingebauter Paniksicherung sind zwar sehr sicher: reißt man versehentlich den Abseilhebel durch, blockieren sie sofort.

Der Auslösewert der Paniksicherung wird in der EN Norm vorgeschrieben, nämlich wenn man mit 45 Kilo am Hebel zieht. Allerdings geschieht das bei dem vom Hersteller angegebenen Maximalgewicht. 

Ist aber wenig Last auf dem Gerät, etwa durch leichte Personen, beim Abseilen an Schrägen (z.B. Einstieg in einen Steinbruch) oder im Vorstieg, greifen Paniksicherungen meist lästig schnell. Ein kurzer Zug am Hebel reicht, und schon blockiert das Gerät. Das gilt für alle Geräte mit automatischer Paniksicherung und kann gewaltig nerven.

Manche Hersteller haben für solche Fälle vorgesorgt: am Petzl I´D etwa gibt es einen Knopf, der die Paniksicherung für solche Fälle ausschaltet. Am ISC D4 und Bornack Lory kann man den Bremsnocken mit dem Daumen verschieben, was allerdings Übung erfordert.

Das uns einzige bekannte Gerät, bei dem man die Paniksicherung komplett aushängen kann für solche Fälle, ist das ISC A-B.

Da selbst Industriekletterer von der Paniksicherung genervt waren, hat Petzl für "erfahrene Anwender" vor einigen Jahren mit dem Rig ein Abseilgerät auf den Markt gebracht ohne Paniksicherung.

Warum benötige ich zusätzlich einen Abseilachter bzw. Tube?

Wir empfehlen neben dem Halbautomat ein weiteres einfaches Abseilgerät mitzuführen wie Tube oder Achter. Idealerweise hat man das Teil dauerhaft am Gürtel. Das kannst du damit machen:

 

  • Notabseilen: wem sein Abseilgerät beim Umbau im Baum aus der Hand fällt oder er es vergisst beim Aufstieg mit Bruststeigklemme, der kommt mit dem Backup-Tube/Achter wieder runter
  • Doppelseil: am umlaufenden Doppelstrang z.B. im Steinbruch/Lostplace abseilen hat überzeugende Vorteile - man zieht danach das Seil einfach raus und muss nicht mehr hoch zum Losmachen. Tube und Achter sind perfekte Abseilgeräte dafür. Mit Halbautomaten geht das nicht
  • Harz im Seil: kann Halbautomaten total blockieren. Durch Tube/Achter läuft die Harzstelle besser
  • Nässe: Tube und Achter laufen an nassen Seilen erheblich geschmeidiger, weshalb sie auch im Canyoning eingesetzt werden. Gewöhnliche Abseilgeräte ruckeln und sind schlecht zu dosieren
  • Vorstieg sichern: mit Tube und Achter lassen sich Felsvorstiege problemlos sichern, die Seilausgabe läuft ruckzuck. Viele Halbautomaten wie Petzl ID sind dazu nur mit starken Einschränkungen fähig (Seilausgabe läuft viel zu schwer)
  • Nachstieg sichern: selbstverständlich ist auch ein Nachsteigender mit diesen Geräten erheblich einfacher zu sichern vom Standplatz/Anschlagpunkt aus im Fels. Mit Tube kann man sogar zwei Nachsteigende parallel sichern
  • Dynamischer Ankerpunkt: das Seil mit dem vergleichsweise sehr preiswerten Tube/Achter am Baum anzuschlagen, ergibt zusätzliche Ablassmöglichkeiten

 

Wegen dieser vielfältigen Einsatzmöglichkeiten finden wir Tube oder Achter mehr als sinnvoll in jeder Seilkletter-Grundaustattung. Leicht und extrem preiswert sind sie obendrein. Wir selbst benutzen sie regelmäßig. Ein Tube ist in jedem unserer Grundkurs-Basicpakete.

Den richtigen Einsatz von Tube und Achter (mit Hintersicherung) in den beschriebenen Situationen lernt bei uns jeder Kursteilnehmer.

Was ist ein mitlaufendes Sicherungsgerät?

Mitlaufende Sicherungsgeräte sind Absturzsicherungen, die der Industriekletterer an einem zweiten Sicherungsseil befestigt. Er klettert also an seinem Hauptseil und am zweiten Sicherungsseil ist er mit dem mitlaufenden Gerät zusätzlich gesichert.

Würde er z.B. mit einem Werkzeug versehentlich sein Hauptseil durchtrennen, stürzte er in das zweite Seil mit dem Sicherungsgerät. Der Sturz würde abfangen.

Mitlaufende Sicherungsgeräte sind also so etwas wie eine Lebensversicherung. Ihr Vorteil liegt darin, dass sie den Kletterbewegungen aufwärts wie abwärts folgen und an jeder Stelle des Sicherungsseils "geparkt" werden können. Erst bei schnellen Abwärtsbewegungen lösen sie aus. Es gibt zwei Grundkonstruktionen:

 

  • Selbstblockierende Sicherungsgeräte: Im Sturzfall blockieren sie sofort ohne jeden Bremsweg. Vorteil: bei Aktivitäten knapp über Hindernissen/dem Boden mit "wenig Luft nach unten" greifen sie vor dem Aufprall. Selbst wenn der Bandfalldämpfer auslöst und die Sturzhöhe verlängert, ist diese meist nicht ganz so hoch wie bei selbstbremsenden Geräten. Nachteil: selbstblockierende Geräte können den Seilmantel erheblich schädigen bis komplett aufreißen. Dies gilt insbesondere für Stürze über Sturzfaktor 1 (mehr zum Sturzfaktor hier). Deshalb benötigen sie einen zusätzlichen Bandfalldämpfer zwischen Gerät und Gurt. Das bekannteste Gerät ist das Petzl ASAP
  • Selbstbremsende Sicherungsgeräte: Im Sturzfall bremsen sie mit Bremsweg, blockieren also nicht sofort. Dabei darf der Bremsweg laut Norm niemals länger sein als 2m. Vorteil: das Seil wird erheblich mehr geschont und der Anwender braucht keinen Falldämpfer zwischen sich und dem Gerät. Nachteil: bei geringen Fallhöhen unter 2m kann der Bremsweg zu lang sein. Bekannte Geräte sind z.B. ISC RED und Rocker, Singing Rock Locker, Beal Monitor, Kong Back-up. Auch das Petzl Shunt sieht man bei Industriekletterern immer wieder, obwohl nicht dafür konstruiert.

 

Alle mitlaufenden Sicherungsgeräte können unter Last nicht entriegelt werden. Man kann mit ihnen also nicht abseilen. Viele mitlaufende Sicherungsgeräte sind zertifiziert für Seile erst ab 11mm - für Geocacher eher nachteilhaft, da für uns 10,5mm Seile völlig ausreichen.

Brauche ich als Geocacher ein mitlaufendes Sicherungsgerät?

Sofern du ein zweites Sicherungsseil benutzt: unbedingt. Fang erst gar nicht an, aus Kostengründen Teile wie Petzl Shunt oder eine normale Bruststeigklemme einzusetzen. Ein echtes mitlaufendes Sicherungsgerät bekommst du bei uns schon unter 60 Euro.

Die Frage ist vielmehr, ob du überhaupt ein zweites Sicherungsseil benutzt. Das führt zu den heißesten Diskussionen in Web-Foren, denn der Einsatz von einem zweiten Sicherungsseil ist keineswegs überall üblich. Unsere Meinung dazu findest du hier.

Du kannst ein mitlaufendes Sicherungsgerät aber auch sonst einsetzen, etwa an T4,5ern und allen Situationen, in denen du eigentlich "einfach so" klettern könntest. Die Absturzsicherung sichert dich dann zuverlässig vor Fehltritten und behindert dich trotzdem nicht beim Klettern.

Wir legen z.B. gerne in Kletterbäume ein Sicherungsseil, machen uns per mitlaufendem Gerät daran fest und klettern dann frei über die Äste hoch. Wenn wir stürzten, würden wir aufgefangen. Ansonsten können wir "einfach so" rauf und wieder runter. Auch an Plakatwänden, großen Schildern oder alten Strommasten ist so ein System sinnvoll.

Warum tragen so wenige T5 Cacher einen Helm?

Das fragen wir uns auch. Man muss nur die Logfotos ansehen bei T5 Caches. Vielleicht ist das Helmtragen unsexy. Oder teuer. Auf jeden Fall saudumm: alle Studien belegen, dass beim Klettern Kopfverletzungen bei weitem am häufigsten sind. Ein herabstürzender Totast im Baum kann seinem Namen alle Ehre machen. Steine im Steinbruch sowieso. Und sogar an einer Brücke kann man sich den Kopf mächtig anschlagen. Also: Helm auf!

Was muss ich beim Helmkauf beachten?

Zunächst ist es wichtig, dass du überhaupt einen Helm trägst. Egal wo und wann beim T5 Cachen.

Für einen Helm kannst du 30 oder 150 Euro ausgeben. Die Unterschiede liegen im Komfort, Ausbaufähigkeit und Materialien. Das Wichtigste: der Helm soll dir passen. Die Kunst, fest zu sitzen und trotzdem nicht einzuengen, beherrschen nur wenige Hersteller. Ein guter Sitz ist entscheidend für deine Sicherheit.

Hier hilft nur Anprobieren, denn ob du Kopfschmerzen bekommst oder den Helm kaum spürst, kriegst du nur in der Praxis raus. Ultimativer Helmtest ist stets langes glattes Haar - Frauen mit eben solchen haben meist die größten "Wackelprobleme". Ein weit heruntergezogener und leicht verstellbarer Hinterkopfriemen trägt sehr zum Tragekomfort bei. Ein Kinnriemen ist Pflicht - Bauhelme reichen nicht.

  • Material: kaufe am besten einen Helm mit fester Außenschale und styroporartigem Inlay. Reine Styroporhelme wie aus dem Radsport sind zwar leicht, haben aber bei weitem nicht die Robustheit, Passform und Langlebigkeit. Es gibt auch Helme mit Helmkorb innen aus Bändern, ganz ohne Styropor-Inlay. Diese Helme sind besonders gut geeignet in dreckigen und nassen Umgebungen (Höhle, Canyoning), da sich ein Inlay nicht lösen kann
  • Belüftung: kaufe keinen Helm ohne Belüftungsöffnungen. Arbeitshelme ohne solche sind für Spezialzwecke gedacht, etwa im Bereich der Elektrizität. Die Belüftung macht häufig den Preisunterschied aus bei Helmen. Teure Helme haben oft ein ausgeklügeltes Airflow System
  • Handhabung: ein per Drehrad am Hinterkopf schnell und einhändig einstellbarer Helm ist praktisch beim An- und Ausziehen. Auch gut: wenn das hintere Kopfband beim Transport in den Helm versenkt werden kann. Für Frauen mit langen Haaren ist eine Aussparung/Auswölbung für den Pferdeschwanz  hilfreich
  • Ausbaufähigkeit: sehr praktisch sind zum Waschen entfernbare und nachkaufbare Helmpolster. Beliebt ist auch die Anbringung eines Visiers. Es schützt die Augen im Gestrüpp, gegen herabfallende Dreck- und Gesteinsbrösel, im Regen oder gegen Sonne. Auch eine Brille wird geschützt. Nachteil: eine frontale Stirnlampe passt nicht, man benötigt eine Seitenlösung. Der Hersteller Kask hat für seine Helme ein Wintercap, eine winddichte Fleecehaube, die fest im Helm montiert wird. Bei kalten Temperaturen sehr praktisch
  • Optik und Farbe: da der Helm nah am Gesicht sitzt, wollen viele darin gut aussehen. Sofern der Sitz gut ist, darfst du nach Geschmack entscheiden. Farblich fahren insbesondere Jungs auf Schwarz ab. Sieht cool aus, ist es aber nicht: unsere Tests zeigen, dass sich ein weißer Helm im Sommer kaum über die Umgebungstemperatur erhitzt, während ein schwarzer Helm locker 70 Grad erreichen kann. Kaufe im Zweifel also lieber eine helle Farbe. Dunkle Helme sind gut in der kalten Jahreszeit. 

Reicht nicht auch ein Fahrradhelm?

Sagen wir mal so: bevor du gar keinen Helm trägst, ist ein Fahrradhelm besser. Viele tragen einen Radhelm, weil sie ihn sowieso besitzen und er größere Belüftungsöffnungen hat.

Letztere können ein Sicherheitsrisiko sein, denn herabfallende spitze Gegenstände können die großen Öffnungen durchschlagen. Professionelle Arbeitshelme dürfen aus Sicherheitsgründen nur maximal 450 Quadratmillimeter Belüftungsöffnungen haben.

Keine Sorge: gute Profi-Helme haben ein derart ausgeklügeltes Belüftungssystem, dass sie es gut mit Radhelmen aufnehmen können. Der geschlossenere Profi-Helm schützt übrigens auch bei Schlechtwetter. Und professioneller sieht er auch aus ;-)

Kann ich mich strangulieren in einem Helm?

Nein. Alle Kinnriemen von Bergsteiger- und Arbeitsschutzhelmen müssen ab einem bestimmten Wert automatisch auslösen. Damit wird ein Strangulieren verhindert. Arbeitshelme müssen laut Norm bei spätestens 25 Kilo Zug auslösen, Bergsporthelme bei 50 Kilo. Das klingt viel, ist aber in einem ruckartigen Sturzfall schnell erreicht.

Darf ich meinen Helm beschriften, bemalen oder bekleben?

Offiziell nein. Selbst Helmkamera-Halter sind nicht erlaubt, sofern der Hersteller keine gegenteiligen Angaben macht zur Unbedenklichkeit. Als PSA Sachkundige müssten wir einen solchen Helm aussortieren. 

Die meisten Helmschalen bestehen heutzutage aus ABS Kunststoff, ein schlagzähes und witterungsbeständiges Material, das übrigens auch gut recycled werden kann. Manche Hersteller wie Kask verwenden Polypropylen. (Mineral-)Öle, Alkohol und Wasser können den Materialien nichts anhaben, dagegen einige Lösungsmittel wie Aceton, Acrylnitril oder Butanon und diverse andere, welche in Lacken und Klebemitteln verwendet werden.

Lacke und Klebstoffe können also die Helmschale beschädigen, und diese kann im Extremfall versagen. Manche Helm-Hersteller bieten deshalb unbedenkliche durchsichtige Klebepads an, welche auf dem Helm aufgebracht und dann beschriftet werden können.

Kann ich nicht meine Bruststeigklemme als mitlaufendes Sicherungsgerät einsetzen?

Wir können das nicht empfehlen. Eine solche Konfiguration kommt aus dem Solo-Toprope-Klettern: der Sportkletterer macht sein Seil oben fest und klettert dann nur mit Bruststeigklemme von unten hoch. Da die Klemme sofort "zu" macht, kann er sich auch mal ins Seil hängen. Und da er ein dynamisches Seil einsetzt, würde ein Sturz auch aufgefangen.

Das Problem bei einer solchen Konfiguration ist die viel zu einfache Öffnungsmöglichkeit der Steigklemme: aus Versehen dran gekommen, geöffnet, und du bist völlig ungesichert. Bei Solo-Sportkletterern sind derartige Unfälle schon passiert. Tragischerweise lagen sie auch noch alleine schwer verletzt am Wandfuß, und keiner war da zur Rettung. Beim Einsatz von Steigklemmen lernst du deshalb auf unseren Kursen als Grundregel die Verbindung von stets zwei Klemmen gleichzeitig mit deinem Gurt.

Weiterer Nachteil: eine Steigklemme folgt deinen Bewegungen immer nur aufwärts. Zum Runterklettern sind sie nicht geeignet. Außerdem bräuchtest du als Verbindung unbedingt einen Bandfalldämpfer, da wir Geocacher an Statikseilen klettern.

Was soll ich mir kaufen: eine Brust- oder Fußsteigklemme?

Brust- und Fußsteigklemme sind von der Sicherheit her total unterschiedlich: während die Bruststeigklemme dich vor Absturz sichert, MACHT DIES DIE FUSSSTEIGKLEMME NICHT!! Die Fußsteigklemme ist also eine reine Aufstiegshilfe und zählt nicht zur Sicherungskette.

 

Der Einsatz der Bruststeigklemme ist bei engagierten T5 Kletterern der Standard. Man benötigt weniger Energie, ist erheblich schneller und effizienter unterwegs. Hauptnachteil ist oben der notwendige Umbau auf das Abseilgerät. Viele T5 Einsteiger tun sich mit diesem Schritt sehr schwer, sowohl körperlich als auch psychisch. Denn es muss unbedingt eine bestimmte Reihenfolge eingehalten werden.

Wichtig: die Bruststeigklemme darf zu keinem Zeitpunkt deine einzige Sicherung sein und du benötigst eine Zweitsicherung zur Handsteigklemme. Schon auf unserem Grundkurs lernst Du die richtige Konfiguration.

Die Bruststeigklemme lässt sich sowohl im Vollgurt, wie auch im Sitzgurt einsetzen. Es gibt Vollgurte mit fertig eingenähten Bruststeigklemmen (Petzl), die aber Nachteile haben: die Klemme lässt sich nicht separat verwenden (z.B. an einem Höhlengurt) und sollte der Gurt (oder Klemme) beschädigt sein, muss alles weggeworfen werden - Petzl näht keine Bruststeigklemme nachträglich/zur Reparatur ein. Besser sind die flexiblen Befestigungssysteme von Singing Rock (bauen wir jedem Kunden kostenlos ein) sowie die modulare Befestigung an einem Industrie-Sitzgurt (Hosenträgersystem). Bei letzterem lässt sich die Gurtlänge auch viel einfacher regulieren - der Aufstieg wird spürbar effizienter.

 

Die Fußsteigklemme wird zusammen mit Brust- und Handsteigklemme zum Aufstieg am Seil benutzt. Mit der Fußsteigklemme "befestigt" man einen Fuß auf Knöchelhöhe am Seil. Der andere Fuß steckt in der Fußschlaufe zur Handsteigklemme. So hat man zwei Füße zum Aufsteigen - ideal, wenn man im Wechselgang hochgeht (abwechselnd links/rechts wie auf einer Treppe). Diese Technik ist allerdings sehr kraftraubend und nur etwas für schlanke, sehr sportliche Geocacher. Deshalb setzen viele die Fußsteigklemme auch in der Froschtechnik ein (beide Füße werden gleichzeitig abgedrückt). Allerdings kann man diesem Modus auch erreichen, wenn man beide Füße gleichzeitig in die Fußschlaufe steckt, also ganz ohne Fußsteigklemme. Das Aufstiegsseil kann man geschickt ohne Schlaufenbildung mitführen - auf unseren Kursen zeigen wir eine pfiffige Technik.

Den Einsatz der Fußsteigklemme sehen wir daher nicht sehr häufig im T5 Bereich. Der Umgang muss außerdem gelernt sein, damit man nicht "ins Leere" tritt beim Aufstieg sowie die Klemme richtig ausklickt für den Abstieg. Am ehesten empfehlen wir die Fußsteigklemme bei langen Aufstiegen, und auch in sehr beengten Verhältnissen (Höhle) kann sie Vorteile ausspielen, da man unmittelbaren "Grip" hat. Einige Geocacher schwören darauf.

Das Aufsteigen mit beiden Füßen gleichzeitig ist generell weniger mühsam. Allerdings empfiehlt sich das nur an freihängenden Aufstiegen. Hat man den Baumstamm oder ein sonstiges Hindernis zu nah, pendelt man ständig dagegen. Hier ist der Aufstieg mit nur einem Fuß empfehlenswerter. Der andere kontrolliert das Hindernis.

Brauche ich einen Sicherungskarabiner an meiner Handsteigklemme?

Jede Handsteigklemme hat oben ein großes Loch, durch das man einen Karabiner stecken kann. Viele Geocacher benutzen diesen Karabiner als Seilumlenkung beim Aufstieg (mit Abseilgerät). Aber auch sonst bestehen sie darauf aus Sicherheitsgründen. Ist das wirklich wichtig?

Die schlechte Nachricht: ein solch eingelegter Karabiner schützt nicht gegen Absturz. Die Klemme kann sich nach wie vor vollständig öffnen. Der Karabiner verhindert nur das Lösen vom Seil, nicht aber das Öffnen der Klemme. Da du sowieso eine Lanyard-Verbindung hast von deinem Gurt zur Handsteigklemme (unsere dringend empfohlene Standardkonfiguration, lernst du schon auf dem Grundkurs), ist die aber ohnehin schon gegen Verlust gesichert.

Die Tradition eines Sicherungskarabiners am oberen Ende der Handsteigklemme kommt aus dem Hochalpinismus und der Höhlenkunde:

  • an einem vereisten Seil kann die Klemme so weit aufgedrückt werden, dass sie sich unter ungünstigen Umständen löst. Der Karabiner verhindert das
  • Einige Alpinisten ziehen eine Klemme hinter sich her, etwa beim Aufstieg mit Fixseil. Die Klemme ist dann ein mitlaufendes Sicherungsgerät. Der Karabiner stellt zusammen mit einer Bandschlinge die Verbindung dar zum Gurt
  • Insbesondere in der Höhlenkunde können bei schräg- oder querlaufenden Seilen auf Steigklemmen Querbelastungen wirken. Der Karabiner hält die Klemme an Position

Da diese Szenarien bei Geocachern äußerst selten auftreten, musst du dir nicht in die Hose machen, wenn mal kein Karabiner eingelegt ist. Bei Querbewegungen, etwa an Seilbrücken, ist er allerdings sinnvoll. Am besten nimmst du einen Ovalkarabiner, da er drehbar ist im Loch und nicht an einer schmalen Seite verklemmt.

Macht es etwas aus, wenn meine Steigklemme bei Nichtgebrauch offen steht?

Technisch gesehen nein.Einige Geocacher behaupten, bei einer bei Nichtgebrauch offen stehende Steigklemme würde die Feder ermüden. Die Praxis belegt das nicht. Wir kennen keine Reklamationsfälle deshalb, und technisch kann das der Federstahl locker ab. Dafür ist er ja gebaut.

Die Zähne einer offen stehenden Klemme können sich allerdings unter ungünstigen Umständen in Klamotten, Gurten oder Sonstigem verhaken. Wer die Klemme schließt bei Nichtgebrauch, hat dieses Problem nicht.

Was muss ich beachten beim Karabinerkauf?

Karabiner gibt es in allen erdenklichen Formen, Farben und Ausführungen. Du kannst 10, aber auch 30 Euro ausgeben dafür. Ein paar wichtige Grundregeln:

 

  • nur mit Verschlussicherung - Karabiner ohne jegliche Schnappersicherung bleiben dem Sportklettern vorbehalten. Die Sicherung gibt es als Schrauber, Twistlock und Trilock. Schrauber: die Schnappersicherung wird von Hand zugeschraubt. Eigentlich sicher, aber man kann es vergessen. Twistlock: die Schnappersicherung schließt automatisch über eine Drehfeder. Zum Öffnen dreht man die Sicherung und klappt den Schnapper auf. Vorteil: geht schnell und einhändig, man kann das Zudrehen nicht vergessen. Nachteil: liegt der Karabiner quer, kann das Seil den Verschluss aufdrehen. Deshalb Twistlock Karabiner nie im direkten Seilkontakt verwenden, sondern z.B. an Geräten. Trilock: hier muss der Verschluss zusätzlich angehoben/gedrückt werden, dann gedreht und aufgemacht. Vorteil: sicherer als Twistlock. Nachteil: einhändig schwieriger zu bedienen. Die sichersten Karabiner derzeit auf dem Markt sind die Petzl Balllock Karabiner und der DMM Belay Master. 
  • nur mit CE Zeichen und Nummer - auf jedem Karabiner sollte das CE Zeichen in Original halbrunden CE Lettern stehen sowie eine drei- bis vierstellige Nummer dahinter. Die Nummer gibt die unabhängige Prüfstelle an. CE in anderen Lettern und ohne Nummer könnte auch "China Engineering" heißen. Zusätzlich müssen Längs- (mindestens 22kn) und Quer-/Schnapper offen Belastungswerte aufgedruckt sein, die zuständige EN Norm 362 in der jeweiligen Variante, z.B. 2004/B. Auch müssen Marke und Produktname aufgeführt sein, eine Seriennummer sowie das Info-Piktogramm
  • Die Form ist zweitrangig: ob Tropfen-, D-, HMS-, oder andere Formen - für uns Geocacher sind die Formen weniger wichtig. Nur eine Form ist an einer Stelle unübertroffen: der Ovalkarabiner als Umlenkung an der Handsteigklemme beim Seilaufstieg. Nur er lässt sich perfekt drehen. Lernst du auf dem Grundkurs.

Woher kommen die Preisunterschiede bei Karabinern?

Sofern die Punkte in der vorigen Frage erfüllt sind, kannst du eigentlich jeden Karabiner kaufen zu jedem Preis. Selbst preiswerte Karabiner zwischen 9 und 12 Euro sind absolut okay. Warum also 20 oder gar 30 Euro ausgeben?

Im Grunde ist das wie bei gutem Werkzeug: die teuren Sachen sind durchdachter, präziser, machen mehr Spaß in der Anwendung und sind länger haltbar.

  • Teure Karabiner werden fast immer in Europa gefertigt. High-End Zentrum ist Wales (Hersteller DMM, ISC), seit 2016 fertigt auch Petzl in einem eigenen Werk in Frankreich
  • Teure Karabiner sind oft höher belastbar. Sie haben ergonomischere Formen, oft geringeres Gewicht und eine bessere Schnapper-Präzision
  • Das Design ist praxisorientierter, etwa durch das Vermeiden von Kanten am Schnapperverschluss (damit kein Seil hängen bleibt oder der Verschluss durchstanzt wird von Kanten). Auch gibt es einzigartige Verschlussmechanismen (z.B. Petzl Ball-Lock), bessere Bedienung mit Handschuhen oder besonderes Design an beanspruchten Stellen
  • Zuweilen findet man zusätzliche Elemente wie Sicherungsbrücken gegen Verrutschen (DMM, Petzl) oder eingebaute Rollen

Wirklich brauchen tut man das nicht unbedingt. Es macht aber jeden Tag Spaß.

Können Karabiner brechen?

Ja. Zwar schreibt die Norm große Bruchlasten vor von über 2 Tonnen, aber für diesen Normtest werden die Karabiner ideal belastet in Längsrichtung und mit kontinuierlicher Kraftsteigerung. In der Realität sind Karabiner ganz anderen Belastungen ausgesetzt: quer, ruckartig, auf Hindernissen liegend.

Forscher der ETH Zürich haben herausgefunden, dass durch solche reelle Alltags-Belastungen Karabiner bis zu 40% früher brechen. Auch werden Karabiner geschwächt durch sogenannte Schwellbelastungen. Das sind ständige Auf- und Ab-Belastungen, etwa bei Karabinern in Seilbrücken und Slacklines oder bei häufigen Stürzen im Sportklettern. Dabei gelten folgende Gefahren:

  • "Skelettierte" Alu-Karabiner in moderner 3D Optik brechen früher
  • Beim Sturz sich öffnende Schnapper sind extrem gefährlich
  • Alu-Karabiner, die in Seilbrücken oder Slacklines eingesetzt wurden, bekommen nicht sichtbare Materialermüdungen und brechen schneller

Wer sicher gehen möchte, sollte diese Tipps beachten:

  • Setze nur Karabiner ein mit Verschluss-Sicherung
  • Setze in Seilbrücken nur Stahlkarabiner ein. Die sind unempfindlich gegen Materialermüdung
  • Achte immer auf die korrekte Lage des Karabiners an deinem Abseilgerät und dem Seilanschlag
  • Unterziehe Karabiner niemals Querbelastungen, etwa an engen Radien wie Laternen oder Prusikbäumchen

Kriegen Karabiner beim Runterfallen Haarrisse?

Ein Märchen. Schon längst widerlegt durch alle Institutionen. Wenn dir ein Karabiner auf den Boden fällt, kannst du ihn uneingeschränkt weiterverwenden, solange nichts sichtbar kaputt gegangen ist (z.B. Verschluss).

Sind Stahlkarabiner besser?

Im Grunde ja: sie halten mehr aus, sind robuster und trotzdem preiswerter als Alukarabiner. Bei Querbelastungen verbiegen sie sich - Alukarabiner brechen.

Wenn nur dieses Gewicht nicht wäre! Ein Stahlkarabiner kann locker das dreifache eines Alukarabiners wiegen, weshalb er sich vor allem in Industriekletterbereich durchgesetzt hat und überall dort, wo man sein Gerödel nicht weit tragen muss.

Wie pflege ich Karabiner?

Karabiner sind ziemlich robust. Ein wenig Pflege tut ihnen trotzdem gut. So kannst du von Zeit zu Zeit die Verschlüsse und beweglichen Teile ölen mit rückstands-/harzfreiem Waffenöl (bestes Produkt nach unserer Erfahrung: Gunex) oder säurefreiem Universalöl (z.B. Ballistol) oder Nähmaschinenöl.

Manche stecken total verdreckte Karabiner (z.B. nach einer Höhlenfahrt) gerne in die Spülmaschine. Dabei allerdings KEINE Tabs verwenden und auch kein Spülsalz. Salz greift Aluminium an. Am besten ist ein Kurzspülgang ohne jedes Spülmittel.

Im Handwaschbecken darfst du dagegen Handspülmittel verwenden, da es salzfrei ist. Perfekt sind Ultraschallbäder wie zur Brillenreinigung beim Optiker.

Was muss ich bei Seilrollen beachten?

Seilrollen sind nützliche Tools für draußen. Wer unseren Advancedkurs besucht hat, wird zwar kaum noch Seilbrücken bauen müssen, allerdings ist das Beherrschen der Flaschenzugtechnik vielseitig einsetzbar. Dazu benötigt man Rollen. Es gibt unendlich viele Rollen in sehr unterschiedlichen Preislagen. Hier ein paar Tipps:

 

  • Beweglichkeit: manche Rollen verkanten schnell am Seil. Die beweglichsten sind die mit seitlich drehbaren Schenkeln und möglichst großer Öffnung für den Karabiner. Am unbeweglichsten sind Rollen mit starren Schenkeln (stehen weiter auseinander) und rundem Loch, in das gerade so der Karabiner passt. Meist sind diese auch besonders preiswert
  • Wirkungsgrad: ein direkt eingehängter Karabiner ohne Rolle in einen Flaschenzug/Seilbrücke hat etwa einen Wirkunsgrad von 50%. Baue ich einen mehrfach umgelenkten Flaschenzug nur mit Karabinern, geht irgendwann die ganze Energie in Reibung verloren. Hier sind Rollen also sehr hilfreich. Solche mit Nabenlager (Preisklasse bis ca. 30 Euro) haben einen Wirkungsgrad von 70-80%. Noch besser sind teure Kugellager-Rollen mit Wirkungsgraden bei 90-95%. Je höher der Wirkungsgrad, desto leichter läuft die Rolle
  • Material: die einfachsten Rollen haben Aluschenkel mit einer Nylonrolle. Diese schmilzt bei über 200 Grad. In Flaschenzügen (mit extremen Reibungswerten) deshalb diese Rollen nie an erster Umlenkung einbauen. Die meisten Rollen sind komplett aus Alu und für Textilseile geeignet. Schließlich gibt es Rollen aus Stahl, die für ebensolche Seile geeignet sind. Die Nutzung von Stahlseilen ist allerdings gefährlich: da wir diese kaum selbst installieren und bei LP/Gebäuden vorfinden, sollten sie unbedingt "gesund" sein. In einem tragischen Unfall sind gleich drei Personen in den Tod gestürzt, als sie ein rostiges LP-Stahlseil verwendeten
  • Form und Größe: die einfachsten Rollen haben kreisrunde Schenkel. Diese schieben einen eventuellen Prusikknoten schlecht vor sich her. Abgeflachte Schenkel mit leicht herausstehender Rolle sind besser. Je größer eine Rolle, desto besser läuft sie. Große Rollen sind allerdings schwer und voluminös. Für unsere Zwecke reichen kleine Rollen meist aus
  • Bauart: Für einen Flaschenzug ist mindestens eine Doppelrolle sinnvoll. Dabei sind nebeneinander angeordnete Rollen universeller und leichter einzulegen. Hintereinander angeordnete Rollen sind in einer Zipline (Seilrutsche) sinnvoller. Diese wird allerdings extrem selten benötigt
  • Bruchwerte: Bei Rollen unterscheidet man zwischen Arbeitslast und Bruchlast. Arbeitslasten liegen meist im Bereich 200-500 Kilo - mit diesen Lasten kann man dauerhaft arbeiten. Die Bruchlast gibt den Grenzwert an, ab dem die Rolle brechen kann - meist über 1,5 Tonnen. Drunter sollte man nicht gehen

Was ist besser: Vollgurt oder Sitzgurt?

Einige T5-Cacher kaufen sich einen teuren Vollgurt zum Klettern. Schließlich ist der ja sicherer und komfortabler. Wirklich?

Bei Industriekletterern sind Vollgurte Pflicht. Aufgrund der hohen Gefahren bei ihrer Tätigkeit haben sie ein unabhängiges zweites Seilsystem, eingehängt in eine Auffangöse, die es nur bei Vollgurten gibt. Woanders sind Vollgurte wenig verbreitet: Sportkletterer verwenden nur Sitzgurte, ebenso Baumpfleger und Speläologen (Höhlengänger). Für Spezialkräfte gilt das Gleiche - Vollgurte würden ihre Bewegungsfreiheit einschränken. Auch im Alpinismus und sogar beim Klettersteiggehen findet man nur noch selten Vollgurte.

Die Uni Innsbruck untersuchte 113 Stürze in Sitz- und Vollgurte, auch über 20m Fallhöhe. Ergebnis: Anzahl und Schwere der Verletzungen unterschieden sich nicht. Bislang galten als Hauptverletzung Schäden im Lendenwirbelbereich - die Innsbrucker fanden eher solche in den Extremitäten sowie Schulter und Hüfte. Die schwersten Verletzungen waren an Kopf und Hals. Es gab keine Beweise für eine Lendenwirbel-Überstreckung - das bislang häufigste Argument gegen reine Sitzgurte.

In der Vollgurt-Auffangöse (und nur dort) hängt man aufrechter und kann nicht nach hinten kippen. In dieser Lage ist auch Retten und Ansprache einfacher. Nachteil: die Gefahr eines Hängetraumas ist höher. Dabei „versackt“ das Blut in die Beine und es kann zu einem Schockzustand kommen. Der DAV Sicherheitskreis meint, dass Hängetraumas in einem Sitzgurt geringer sind - man hängt waagrechter. Das gilt auch für das Vollgurt-Hängen in der zentralen Halteöse, also dort, wo alle Geocacher hängen. Allerdings kann man schneller kopfüber kippen (insbesondere mit Rucksack/Werkzeug am Oberkörper) und erwacht laut Rettungsärzten erst am Boden wieder aus einer möglichen Ohnmacht.

Ist ein Vollgurt komfortabler? Faustregel: Der Umstieg vom Sportklettergurt zum Industriegurt (egal ob Sitz- oder Vollgurt) ist entscheidender wegen der größeren Auflagen an Beinschlaufen und Hüfte. Denn solange du in der zentralen Halteöse vorne festgemacht bist, sind Schultergurte nahezu wirkungslos. Erst eine Bruststeigklemme zum Aufstieg erhöht den Hänge-Komfort spürbar, egal ob Sitz- oder Vollgurt.

Bei Vollgurten ist eine ab Werk eingebaute Bruststeigklemme (Petzl) nicht so flexibel wie eine nachrüstbare (Singing Rock). Letztere kann man abmontieren und woanders verwenden bzw. austauschen.

Hängen in der Auffangöse am Vollgurt ist komfortabel. Laut Norm dient sie aber nur als passive Auffangöse im Mehrseilbetrieb (der eigentliche Grund, warum Industriekletterer Vollgurte tragen). Zum Klettern eignet sie sich wenig: dein Abseilgerät hinge in Kopfhöhe und du hättest winzigen „Hub“ beim Aufstieg. Auch fördert ein längeres derartiges Hängen (über 30min) ein Hängetrauma.

Kann man aus einem reinen Sitzgurt fallen? Nach über 30 Jahren Unfallforschung sind keine nennenswerten Fälle bekannt, selbst nach hunderttausenden Stürzen (auch komplizierte mit Überschlägen). Nur bei Kindern ist die Gefahr wegen schmaleren Hüften größer.

Fazit: Vollgurte bringen gegenüber Sitzgurten kaum Komfortgewinn. In vielen Bereichen sind sie technisch ebenbürtig. Viele fühlen sich in Vollgurten trotzdem „irgendwie“ sicherer. Dadurch klettert man ggf. entspannter, macht weniger unüberlegte Handlungen. Psychologisch könnten Vollgurte also punkten. Die Welt-Topliga der T5 Cacher ist fast ausschließlich mit Sitzgurten unterwegs, kombiniert mit Bruststeigklemme.

Ich habe eine anstrengende Rücklage in meinem Gurt - gibt es Abhilfe?

Manche kräftiger gebaute Geocacher haben beim Hängen im Gurt eine unangenehme und ziemlich anstrengende Rücklage - es fällt ihnen schwer, sich aufrecht zu halten. Die Ursache ist ein veränderter Körperschwerpunkt.

Für diese Leute haben wir ein spezielles System entwickelt in Kombination mit einem Vollgurt. Zeigen wir auf dem Grundkurs. Ansonsten reicht auch ein Kontakt per Email.

Muss ich meinen Gurt austauschen, wenn z.B. Blut drauf gekommen ist?

Nein. Blut macht nichts aus, egal wo, genauso wie Schweiß. Auch Limonade klebt nur, ist ansonsten harmlos. Sogar Dieselöl verträgt dein Gurt. Und wenn du dir in die Hose gemacht hast: auch Urin ist gefahrlos.

Gefährlich dagegen sind alle Säuren, etwa Batteriesäure. Auch Farben und Lacke mit Lösungsmitteln sind riskant. Nach einem solchen Kontakt solltest du den Gurt lieber austauschen.

Kann ich meinen Gurt waschen?

Selbstverständlich. Alle Textilien wie Seile, Gurte, Bänder können gewaschen werden. Synthetik- oder Feinwaschmittel, vorsichtige Dosierung, nicht über 30 Grad. Kein Schleudern, kein Trockner -  an der Luft trocknen.

Was ist die Stabru?

Die Stabru ist eine Strickleiter mit Alu-Sprossen aus Bundeswehrbeständen. Das Pfiffige daran: die Sprossen lassen sich zu einem langen (4-5m) Stab zusammenstecken, an dessen oberen Ende ein überdimensionaler Haken angebracht ist. Man kann dann vom Boden aus den Haken in eine Astgabel legen oder einen sonstigen Befestigungspunkt. Danach zieht man an den zusammengesteckten Sprossen, und sie entfalten sich zur Strickleiter. Der Haken hat eine vom Boden bedienbare Abzugsvorrichtung - nach getaner Arbeit zieht man einfach daran und das Teil fällt (mit Getöse) zu Boden.

Die Stabru war in den Anfangszeiten des T5 Cachens ein sehr beliebter Ausrüstungsgegenstand. Bei ebay erzielte sie Preise von mehreren hundert Euro, obwohl sie schon lange nicht mehr hergestellt wird (Hersteller ist pleite) und nur Restbestände verschachert wurden. Im Zuge des Aufkommens von Teleskopleitern ging ihre Bedeutung immer weiter zurück.

Die Stabru hat auch Nachteile: alle Schnüre sind aus Hanf - ein Material, das unsichtbar verrotten kann. Auch hinterlässt der Haken am Baum sichtbare Spuren. Hauptnachteil der Stabru ist das ungesicherte Klettern - gleichzeitig an einer schwankenden Strickleiter festhalten und Loggen ist eine wackelige Angelegenheit.

In der Originalvariante wurde die Stabru mit Holzsitz ausgeliefert - ursprünglich verwendeten die Soldaten das Teil auch als Ausguck. Die Stabru wird bis heute bei ebay angeboten, auch gibt es Nachbauten.

Was muss ich beachten beim Kauf einer Teleskopleiter?

Teleskopleitern werden immer beliebter bei Geocachern. Je nach Länge kann man damit Dosen in niedrigen Höhen bis 6m abgreifen. Auch können manche Caches per Teleskopleiter am schnellsten erledigt werden, wie etwa auf Litfaßsäulen, Brückenvorsprüngen oder dünnen Bäumchen.

Die Teleskopleiter ist eine teleskopartig ausziehbare Aluleiter, die im zusammengeschobenen Zustand nur etwa hüfthoch ist und deshalb in jeden Kofferraum passt. Es gibt sie in verschiedenen Längen - 3,20m oder 3,80m sollten es mindestens sein.

Beim Zusammenschieben kann man sich ordentlich die Finger einklemmen, weshalb einige Modelle zwischen den Sprossen einen Sicherheitsabstand haben.

Trotz der Kompaktheit ist das Tragen über längere Strecken echt mühsam, was am Gewicht von über 10 Kilo liegt. Wir haben deshalb ein geniales Tragesystem entwickelt, das deine Leiter zusätzlich am Baum fixiert. Guckst du hier.

Die Leiter wirst du beim Cachen irgendwann ins Wasser stellen müssen. Sie läuft dann zwangsweise voll. Abnehmbare Füße sind daher wichtig. Die meisten Füße sind aufgesteckt. Sie sind zwar gut abnehmbar, können aber auch ungewollt verloren gehen - auf festen Sitz achten bzw. mit einer Schnur sichern, die durch ein gebohrtes Loch von innen geführt wird.

Für Gearfreaks: die mit Abstand besten Teleskopleitern stellt Telesteps in Schweden her, etwa die geniale Telesteps Pro mit Dreieck-Profil. Da wackelt rein gar nichts. Leider teuer.

Welche Erste-Hilfe-Ausrüstung braucht ein T5 Cacher?

Wir haben bei jedem T5 Einsatz ein gepimptes Erste-Hilfe-Set dabei. Du musst keinen Notfallkoffer mitschleppen - schon ein Basicset ist hilfreich, etwa fertig sortiert von Deuter oder Tatonka. Von letzteren lieben wir das "Basic WP", denn es kommt in einer geschützten Tasche, die Platz bietet für weiteres. 

Alltagsverletzungen beim T5 Cachen sind blaue Flecken und Abschürfungen. Gegen letztere führen wir stets ein kleines 50ml Wundspray mit. Auch eingerissene Fingernägel kommen häufig vor - ein kleiner Clipser oder Schere helfen.

T5 Cacher sammeln gerne Zecken ein. Zur Entfernung sind Billig-Pinzetten oft zu grob - am besten funktionieren sogenannte Splitterpinzetten, weil sie auch kleine Zecken packen. Für Gearfreaks: die mit Abstand besten Pinzetten kommen von Rubis in der Schweiz. 

Bei Pflastern sind am ehesten elastische Sportpflaster zu empfehlen, insbesondere für Fingerverletzungen.

Welche Handschuhe sind die besten?

Zunächst: du solltest auf jeden Fall Handschuhe tragen. Hände und Kopf müssen beim T5 Cachen geschützt werden, hier finden die meisten Verletzungen statt.

Da du beim Abseilen stets eine Hand als Bremshand am Seil führst (lernst du auf dem Grundkurs), sollte dein Handschuh Reibungshitze aushalten. Deshalb sollte die Innenhand aus Leder sein oder Aramidfasern. Letztere haben den Nachteil, dass sie meist sehr glatt sind beim Griff in die Pilotleine und diese schwieriger einzuziehen ist. PU oder Kunstleder in der Innenhand können beim Panikgriff schmelzen. Je enger der Handschuh am Knöchel anliegt, desto besser. Sehr lange Stulpen wie etwa bei Bauhandschuhen können sich beim Abseilen an Hindernissen verfangen.

Ob Vollhandschuh oder "Finger-Frei-Handschuh" ist Geschmacksfrage. Wir lieben im Sommer die Finger-Frei-Variante: ist luftiger und du hast eine erheblich bessere Sensibilität beim Greifen nach dem Stift und Öffnen der Dose. Du musst dazu die Handschuhe nicht ausziehen. Der Fingerschutz sollte allerdings mindestens bis zum mittleren Fingerknöchel gehen, was bei Radfahrerhandschuhen selten der Fall ist.

Vollhandschuhe bieten einen besseren Schutz, aber schlechtere Sensibilität: du wirst sie an der Dose sehr häufig ausziehen. Wohin damit? Runterfallen ist vorprogrammiert. Dennoch nutzen wir Vollhandschuhe gerne in der kalten Jahreszeit.

Welche Wathosen und Boote empfehlt ihr?

Es rentiert sich, bei Wathosen eine Spur mehr Geld auszugeben: solche aus Neopren sind den Discounter-Teilen aus PVC überlegen. Du hast dramatisch bessere Bewegungsfreiheit und bei kaltem Wasser schützen sie erheblich besser. Nur die Trockenzeit ist etwas länger.

 

Bei Booten benötigt man am häufigsten ein "Eben-mal-schnell-dabei-Boot". Hier sind Packrafts absolut ungeschlagen mit ihren aberwitzigen Gewichten, geringsten Packmaßen und unglaublicher Robustheit. Die Dinger sind derart kompakt und leicht, dass man locker damit einen Fluß runterpaddeln und mit dem Bus oder Rad zurückfahren kann, da sie in jeden Rucksack passen.

Neben dem Trendsetter Alpacka gibt es mittlerweile auch Packrafts von anderen Marken wie MRS oder Anfibio. Wer auf Top Qualität steht, sollte unbedingt PU-beschichtete Nylonboote nehmen, kein PVC. Erstere erstaunen uns immer wieder mit ihrer Robustheit, Geschmeidigkeit auch bei Kälte, extrem schnellen Trocknen und geringem Packmaß. Leider sind gute Packrafts teuer. In Deutschland führender Händler ist Packraftingstore, er wird von einem Geocacher geführt. 

Für längere Touren auf offenen Gewässern sind allerdings richtige Faltboote etc. nach wie vor die erste Wahl.

Welche Ausrüstung benötige ich für die Höhle?

Höhlencaches werden immer beliebter, insbesondere im Süden der Republik und im Alpenraum. Die dafür nötige Ausrüstung unterscheidet sich grundlegend vom üblichen T5 Zeug. Dieses kann man vielleicht noch einsetzen in kleinen Höhlen. Bei Befahrungen von einem halben Tag und länger und Seillängen von über 50m reicht das normale Zeug kaum noch aus, denn:

 

  • Höhlen sind dreckig: der Schmutz ist extrem feinkörnig und verdreckt die Ausrüstung massiv
  • Man muss krabbeln, kriechen, zwängen: dabei schleift man seine Ausrüstung über Felsen, Vorsprünge und Schmutz. Und weil es eng zugeht, muss die Ausrüstung schlank sein und platzsparend

 

Höhlenausrüstung muss ein Mehrfaches aushalten. Daher gibt es spezielle Höhlengurte mit wenig/gar keiner Polsterung, die besonders robust sind, einfach zu reinigen und eng anliegend. Auch setzen Höhlengänger fast immer Stahlkarabiner und Stahlmaillons ein. Zur Sicherung verwenden sie spezielle Y-Sets wie das Spelegyca von Petzl. Als Abseilgeräte werden schmale Vollmetall-Ausführungen verwendet, etwa das Petzl Stop oder gar die Variante ohne Hebel (Petzl Simple). Selbst bei Helmen greifen viele Höhlengänger auf solche ohne Styropor (und mit Innenkorb) zurück. Alles ist auf extreme Belastung ausgelegt.

Overalls sind für die Höhle die beste Kleidung, da sich am wenigsten Kleidungsteile verschieben können oder dreckig werden. Höhlenoveralls ("Schlaz" für Schleifanzug) haben besonders robuste Nylon-Außenhaut und Verstärkungen an beanspruchten Stellen. Knie- und ggf. auch Ellenbogenschoner sind sehr empfehlenswert. An Handschuhen sollte man solche nehmen, die Nässe aushalten.

Dem Bereich "Licht" wird besondere Aufmerksamkeit geschenkt, denn das darf unter keinen Umständen ausfallen. Oft werden spezielle Stirnlampen (z.B. von Scurion) direkt am Helm festgeschraubt, damit sie nicht verloren gehen.

Newsletter abonnieren

Du möchtest vor allen anderen über Termine

und Neuigkeiten informiert werden?

Hier kannst du dich eintragen für

unseren Newsletter (* Pflichtfelder):

Newsletteranmeldung

Newsletteranmeldung
Facebook geoclimbing.de


© 2017 geoclimbing.de | Backnang | Eventpark Wüstenrot
Weltweit erster Anbieter von T5 Ausbildungen sowie Teambuilding Spezialist im Business Bereich
Webdesign by CKWS